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E-Learning Initiative

VirtusD Virtuelle Universität Deutschland

Berliner Memorandum “VirtusD Virtuelle Universität Deutschland - E-Learning für eine bessere Bildung an den Hochschulen“ Pisa war nicht gestern. Pisa ist auch heute noch. Und Pisa wird auch morgen sein, wenn wir nichts tun. Deshalb sollten wir heute handeln. Und bitte nicht slow motion, sondern presto...



Unis stehen vor einer Revolution des Lernens

Initiative „Virtuelle Universität“ will flächendeckenden Einsatz von Computern und Lernprogrammen - Wissensvermittlung unabhängig von Ort und Zeit


Berlin. An den deutschen Universitäten sollen modernste Informationstechnologien in den nächsten Jahren für eine Revolution des Lernens sorgen. Dafür setzt sich eine aus Wissenschaftlern, Unternehmern und Politikern bestehende Initiative „Virtuelle Universität Deutschland“ (VirtusD) ein.

Die Probleme der Massen-Universität seien nur durch einen flächendeckenden Einsatz von Computern und Lernprogrammen zu lösen, heißt es in einem „Berliner Memorandum“ der Initiative. Überfüllte Hörsäle und Seminarräume könnten durch das so genannte E-Learning der Vergangenheit angehören, weil die Wissensvermittlung unabhängig von Ort und Zeit werde.

Ehrgeiziges Ziel der Initiatoren: Ein hoher Anteil der Vorlesungen im Grundstudium der meisten Fächer sollte von den Studenten nicht mehr ausschließlich in wenig effizienter Präsenzlehre, sondern durch eLearning und dessen Einbindung in eine moderne Lehre (blended learning) absolviert werden. Anders lasse sich der kommende „Studentenberg“ auch nicht bewältigen, sagte der Sprecher der Initiative VirtusD, Alfons Rissberger. Die Kultusministerkonferenz rechnet zwischen 2012 und 2020 mit jährlich 450.000 Studienanfängern.

VirtusD Unterzeichnung

Zeitgemäßes Handwerkszeug

Bereits die heutige Generation der Studenten sei mit der Computertechnik groß geworden. Durch E-Learning erhielten die jungen Leute genau das Handwerkszeug, das ihnen aus ihrem Alltag vertraut sei. Das werde einen besonderen Motivationsschub auslösen, sagen die Unterzeichner des Memorandums voraus.

Auch für die Hochschullehrer sehen die Initiatoren große Vorteile im E-Learning. Die Professoren würden endlich wieder Zeit gewinnen für die individuelle Betreuung ihrer Studenten und für die Forschung.

Wegen der angespannten Finanzlage der öffentlichen Kassen müsse mit den vorhandenen Ressourcen besonders wirtschaftlich umgegangen werden, fordert die Initiative. Der Einsatz von Lernsoftware und Informationstechnologien sei volkswirtschaftlich daher das Gebot der Stunde und werde zu einer spürbaren Qualitätsverbesserung der Bildung führen. Denn durch E-Learning werde „das Know-how der Besten“ für alle Studierenden verfügbar gemacht.

Versäumnis beim Hochschulpakt 2020

Nach Angaben der Initiative wird das Thema E-Learning im Hochschulpakt 2020 von Bundeswissenschaftsministerin Annette Schavan (CDU) mit keinem Wort erwähnt. Das sei im Zeitalter der Wissensgesellschaft und des globalen Wettbewerbs völlig unverständlich. Deutschland drohe, sich wieder einmal selbst ins Abseits zu stellen. Schon heute wird weltweit ein Großteil der Software-Entwicklung und Programmierung in Indien und China geleistet. „Was machen wir, wenn die Chinesen morgen hochqualitative Lernmodule in deutscher Sprache ins Internet stellen?“, beschreibt VirtusD-Sprecher Rissberger neue Gefahren der Abhängigkeit für den Standort Deutschland.

Noch niemals habe es in der deutschen Bildungsgeschichte ein Thema gegeben, dessen Auswirkung auf das Bildungswesen so unterschätzt werde, wie dies beim E-Learning der Fall ist, erklärten die Initiatoren. Wer es aber ernst meine mit Begriffen wie „Lebenslanges Lernen“ und „Berufsbegleitende Weiterbildung“ könne nicht auf umfassende E-Learning-Konzepte verzichten.

Viele regionale Projekte


An zahlreichen deutschen Hochschulen gibt es nach Feststellungen der Initiative viel versprechende E-Learning-Versuche und Projekte zum computergestützten Lernen. Es fehlt allerdings sowohl eine breite Vernetzung der Einzelinitiativen als auch der politische Wille, die digitale Unterstützung der Lehr- und Lernprozesse zum Standard zu machen.

Die Unterzeichner des Memorandums versicherten, sie seien nicht blauäugig und wüssten daher sehr genau, dass E-Learning nicht von selbst funktionieren werde. Selbstorganisiertes Lernen brauche entsprechende Voraussetzungen. Die Bildungspolitik müsse deshalb möglichst schnell in E-Learning investieren, um in Zukunft für Gesellschaft und Volkswirtschaft die Früchte ernten zu können. Die Initiative will helfen, die notwendige Vernetzung voranzutreiben und die Kräfte zu bündeln. Darüber hinaus setzt sie sich für ein in der EU abgestimmtes Vorgehen ein.

E-Learning und Wirtschaft

65% der deutschen Unternehmen setzen inzwischen E-Learning in ihrer betrieblichen Weiterbildung ein. Microsoft-Gründer Bill Gates und Hanns-Eberhard Schleyer vom Zentralverband des Deutschen Handwerks hatten im November 2006 den Startschuss für ein E-Learning Angebot zum Erwerb einer IT-Basisqualifikation für den handwerklichen Berufsnachwuchs gegeben. Der Umsatz für E-Learning-Aktivitäten betrug nach Auskunft des Berliner Marktforschungsunternehmens Berlecon 2006 bereits 4 Milliarden Euro.

Und auch für die Kleinsten ist E-Learning bereits ein Thema: Die Kinder-Uni Augsburg, ein Projekt der Universität Augsburg, bietet E-Learning-Podcasts. Dabei handelt es sich um lehrreiche Audio- und Video-Dateien, die für die Kinder jederzeit über das Internet verfügbar sind.
Stand:  06.10.2009 18:54
Autor: Christian Kummer


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