Die negativen Folgeerscheinungen des motorisierten Verkehrs
können nicht allein durch technologische Innovationen bewältigt
werden, die auf eine Verringerung des Energie- und
Ressourcenverbrauchs abzielen. Technische Verbesserungen müssen
durch Maßnahmen ergänzt werden, die auf eine Verringerung der
Verkehrsnachfrage (Travel Demand Management) und auf eine
Veränderung umweltbelastender Verhaltensweisen abzielen.
Verhaltensorientierte Maßnahmen können sehr wirksam mit dem
Verkehr verbundene ökologische Probleme verringern, ihnen wird
jedoch oft nur eine geringe Akzeptanz zugeschrieben.
Eine zentrale Stellgröße ist dabei die Herstellung von
Kostenwahrheit im Verkehr durch eine gerechte Berücksichtigung
negativer externer Effekte. Negative externe Effekte sind
Kosten und Belastungen, die die Verursacher der Handlungen
nicht selber tragen, sondern auf andere Menschen, auf
zukünftige Generationen oder andere Regionen abwälzen. Die
Verursacher dieser Effekte berücksichtigen diese Kosten nicht
bei ihrem eigenen Verhalten, sie verhalten sich so zu ihrem
eigenen kurzfristigen Vorteil sozial und ökologisch
ineffizient.
Deshalb sollen im Rahmen dieses Promotionskollegs Hintergründe
und Möglichkeiten für eine zugleich ökologisch effiziente,
sozial gerechte und psychologisch akzeptierte Organisation
zukünftiger Mobilität erforscht werden. Soziale und
Verteilungsaspekte werden dabei wichtig sein: Bisherige
Arbeiten zeigen, dass finanziell besser gestellte
Bevölkerungsschichten durch ihr Verkehrsverhalten Lärm-, Abgas-
und Umweltbelastungen verursachen, die vor allem von finanziell
schwächer gestellten Bevölkerungsschichten getragen werden. Ein
wesentlicher Aspekt werden somit Internalisierungsstrategien
für externe Effekte im Verkehr unter Berücksichtigung von
Akzeptanzaspekten und Verteilungswirkungen sein
(„Verursacherprinzip“).