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World Usability Day - 13. November 2008 im Medienzentrum»Transportation of Knowledge - Die Beförderung von Wissen«Zum dritten Mal fand der World Usability Day (WUD) am Medienzentrum (MZ) der Technischen Universität Dresden statt. Das diesjährige Motto hieß »Transportation of Knowledge—Die Beförderung von Wissen«, d.h. alles drehte sich um die Frage, wie Usability die Wissensvermittlung unterstützen kann. Praxis und Theorie kamen zusammen, um ein weites Feld zu beackern: Wie heutige Web 2.0 Technologien für das Wissensmanagement benutzbar gemacht werden können - bis hin zu Interaktionskonzepten für das Lernen jenseits des Bildschirms. Mit insgesamt 11 Referenten und rund 80 Teilnehmern war dies der spannendste und erfolgreichste WUD in Dresden! Das Programm finden Sie auch auf dem Flyer/Plakat oder via www.worldusabilityday.de/dresden. Übersicht der Vorträge
Sind Lerner Designer?Vortrag von Jan-Henning Raff | TU Dresden
Jan-Henning Raff
Lehre und Lernen an Hochschulen werden zunehmend mit digitalen Technologien unterstützt. Es ergibt sich, dass Studierende in Selbstlernphasen mit mannigfaltigen Lernmaterialien hantieren, die sich in verschiedenen Dokumententypen niederschlagen, welche wiederum komplexe Dokumenten-Workflows konstituieren. Die offensichtlichste Unterscheidung ist die zwischen papierbasierter und computerzentrierter Dokumentenarbeit. Eine technologiezentrierte Sicht interpretiert diesen Bruch als zu überwindenden. Alte, papierbasierte Medien werden als zu ersetzende angesehen. Diese negative Einschätzung lässt die produktiven Aspekte des Nebeneinanders von alten und neuen Medien außer Acht. Diese produktiven Wirkungen können allerdings bisher nur vermutet werden, da sie weitgehend unerforscht geblieben sind. Im Vortrag werden einige Erkenntnisse aus Feldstudien vorgestellt und daraus Schlußfolgerungen für die Gestaltung von E-Learning Angeboten gezogen. Papierzentrierte Interaktionskonzepte für kollaborative DokumentenarbeitVortrag von Jürgen Steimle | TU Darmstadt
Jürgen Steimle
Trotz zunehmender digitaler Unterstützung bleibt Papier bis heute ein zentrales Arbeitsmedium für Prozesse der Wissensarbeit. Zahlreiche Studien zeigen, dass Papier inhärente Affordances bietet, die durch heutige Computer nicht ersetzt werden können, wie beispielsweise einfache Annotierbarkeit, haptisches Feedback, beidhändige Navigation und Strukturierung durch physische Manipulation. Das Feld des papierzentrierten Interaktionsdesign entwickelt Interaktionskonzepte, die mittels hybriden physisch/digitalen User Interfaces die Arbeit mit klassischen Papierdokumenten mit Computerunterstützung koppeln. In diesem Vortrag werde ich einen kurzen Überblick über aktuelle Forschung zu papierzentrierten User Interfaces geben. Darauf aufbauend werde ich konkrete Interaktionskonzepte vorstellen, die in unserem Forschungsprojekt entwickelt wurden. Es handelt sich um Konzepte für kollaborative Annotation, Hyperlinking und Tagging, die die Arbeit mit Papierdokumenten und digitalen Dokumenten integrieren. Diese Konzepte basieren auf sehr intuitiven, traditionell etablierten Paradigmen (z.B. stiftbasierte Kommentare, Klebe-Lesezeichen, räumliche Ablage von Dokumenten in Stapeln). Durch die Integration in ein papierzentriertes User Interface werden diese physischen Aktivitäten auch digital erfasst. Verschiedene visuelle Aufbereitungen unterstützen die Nutzer bei späterem Zugriff auf die Dokumente und bei kollaborativer Arbeit. Wissenstransfer beim Entwerfen im IndustriedesignVortrag von Christian Wölfel | TU Dresden
Christian Wölfel
Der Beitrag konzentriert sich auf den Transfer von object
design knowledge (van Aken 2005) im Industriedesign. Es
werden Erkenntnisse zur Natur von Designwissen aus aktuellen
Forschungsprojekten am Zentrum für Technisches Design am
Lehrstuhl Konstruktionstechnik/CAD der TU Dresden
vorgestellt und diese in Modelle des Wissenstransfers beim
Entwerfen und Nutzen von Designartefakten gestellt. Es wird
ein Ausblick gegeben, wie der Wissenstransfer beim Entwerfen
im Industriedesign in Ausbildung und Praxis unterstützt
wird. Das insbesondere am Beginn der nutzerzentrierten Produktentwicklung zu akquirierende Wissen über das zu entwerfende Objekt wird wie folgt charakterisiert:
Im Verlauf des Entwurfsprozesses wird dieses Wissen in das Entwurfsobjekt transferiert. Das Entwurfsergebnis stellt vergegenständlichtes Wissen dar (Sachse & Furtner 2008), welches bei Rezeption und Nutzung wiederum in (implizites und explizites) Wissen im Menschen transferiert wird. Dieser Kreislauf wird im Kreislauf von Sozialisierung, Externalisierung, Kombination und Internalisierung (SECI process, Nonaka & Takeuchi 1995) beschrieben. Designer entwerfen vor allem auf Papier, warum nicht auch im CAD?Vortrag von Robert Jung | TU Dresden
Robert Jung
Zwischen 1960 und 1970 entstanden in Frankreich
Softwareprogramme, mit denen es möglich war,
Automobilformen digital nachzubauen und zur Herstellung von
Werkzeugen weiterzuverwenden. Die Softwareprogramme wurden
stetig weiterentwickelt und zählen heute zu den sogenannten
Flächenmodellierern. Mit ihnen wird heute bspw. die
Außenhaut eines PKWs schon relativ früh im Design erstellt,
um darauf basierend Claymodelle zu fräsen, die im
Designprozess nötig sind. Es gibt aber noch mehr Gründe: Die Tätigkeit eines
Designers ist das Entwerfen, in dem unter anderem das
Ausdenken und Gestalten von Formen steckt. Dies geschieht
aktuell fast ausschließlich mittels zweidimensionaler
Zeichnungen und am realen Modell und wird im Vortrag anhand
eines beispielhaften Designprozesses gezeigt. Als Thema meiner beginnenden Dissertation möchte ich erforschen, was für Anforderungen ein benutzerfreundliches CAD-Programm erfüllen müsste, damit ein Designer damit vielleicht einmal richtig entwerfen könnte. Bisherige Arbeiten am Lehrstuhl Technisches Design der TU Dresden haben sich mit Anforderungen an ein solches CAD-Programm bereits beschäftigt. Einige werden im Vortrag mitsamt ihrer Entstehung vorgestellt, aber auch eigene Anforderungen und damit verbundene Probleme werden aufgezeigt. Nutzerunterstützung in Diagramm-Editoren zum Erlernen visueller SprachenVortrag von Steffen Mazanek | Universität der Bundeswehr München
Steffen Mazanek
„Ein Bild sagt mehr als tausend Worte.“ Deshalb
erleichtern visuelle Sprachen und Notationen den Transport
von Informationen in diversen Anwendungsdomänen. Beispiele
für solche Sprachen sind etwa Strukturformeln (Chemie),
Schaltkreise (Physik) oder Flussdiagramme (Informatik).
Ein Diagramm-Editor ist ein Werkzeug, welches die
Erstellung von Diagrammen einer bestimmten Sprache
vereinfacht – insbesondere durch automatisches Layout
sowie eine Überprüfung des gezeichneten Diagramms auf
syntaktische Fehler. Das unterscheidet Diagramm-Editoren
von schlichten Zeichenprogrammen. Da es ziemlich mühsam
ist, einen guten Diagramm-Editor von Hand zu
programmieren, wird schon seit Anfang der 90er Jahre an
Werkzeugen gearbeitet, die solche Editoren aus einer
abstrakteren Spezifikation generieren können.
Diese Funktionen sind generisch und somit in allen mit DiaGen erstellten Editoren ohne nennenswerten zusätzlichen Spezifikationsaufwand verfügbar. Für einen neuen Editor-Nutzer wird die Einstiegshürde damit deutlich gesenkt. Er kann sich zunächst einen Eindruck von der Sprache verschaffen, indem er sich ein paar korrekte Beispieldiagramme anschaut. Beim Editieren eigener Diagramme ist dann die Fehlerkorrektur sehr hilfreich. Das Diagramm wird dabei durch Anpassung von bestehenden Komponenten oder Einführung zusätzlicher Komponenten in ein korrektes Diagramm überführt. Durch die minimalen Änderungen an seinen vorher gezeichneten Komponenten erhält er eine sehr gute Einsicht in die Diagrammsprache. Wie kann man soziales Wissen teilen und gemeinsam arbeiten?Vortrag von Stefan Meißner | seto, Dresden
Stefan Meißner
Die Idee, Wissen zu transportieren, scheint auf dem ersten Blick ziemlich unmöglich, weil Wissen kein anfassbares Gut, kein Ding ist, dass man irgendwie transportieren könne. Während man Informationen mittels Medien transportieren kann, wird es mit Wissen schwierig. Informationen können als relativ kontextunsensibel betrachtet werden. Wissen ist dagegen immer mit einem persönlichen und sozialen Index und Kontext versehen und ohne diesem ist es schlicht unmöglich von Wissen zu sprechen. Wissen braucht sozusagen den menschlichen Träger. In der Wikipedia bestehen Informationen, doch Wissen entsteht immer erst beim Rezipienten. Ich möchte im Vortrag, von dieser Prämisse ausgehend, danach fragen, inwieweit es dennoch sinnvoll wäre von einer „Transportation of Knowledge“ zu sprechen. Mein Vorschlag ist: Wissenstransfer ist immer nur ein Teilen von Wissen. Dieses Teilen von Wissen gewinnt in einer auf lebenslanges Lernen ausgerichteten Gesellschaft zunehmend an Bedeutung. Speziell im Unternehmenskontext wird dies erkannt und in Form von Intranets versucht zu bewältigen. Gefragt wird, wie bekomme ich Mitarbeiter dazu Wissen zu teilen und was wäre ein sinnvolles (technisches) Environment dafür. Ich möchte zeigen mit welchen Mitteln aus einem Intranet, in dem Informationen abgelegt werden ein soziales Intranet wird, dass es ermöglicht im Unternehmenskontext Wissen zu teilen. Gezeigt werden daher Konzepte und Ideen aus der Web 2.0-Welt und deren Adaption an Unternehmenskontexte. Zwischen den Zeilen – Ein innovatives Interfacekonzept für selbst organisierende, virtuelle GemeinschaftenEin Projekt des Lehrstuhls für Mediengestaltung der TU Dresden in Kooperation mit queo media Vortrag von Severin Taranko | queo media, Dresden
Severin Taranko
Die Blogosphäre hat das Internet um ein sehr dynamisches und zielgruppenspezifisches Kommunikationsmedium bereichert, allerdings existieren zahlreiche Hürden um dieses Medium erfolgreich zu nutzen. Oft stehen keine geeigneten Interfaces zur Verfügung, um den Informationsgehalt und die Qualität von Nachrichten in einem Blog einzuschätzen. Dieser Beitrag stellt ein interaktives Flash-Interface vor, das mit Hilfe eines blogspezifischen Bewertungssystems die Qualität von Blogartikeln analysiert und anschließend visualisiert. Evaluation der Barrieren in interaktiven SystemenVortrag von Denise Prescher und Prof. Gerhard Weber | TU Dresden
Gerhard Weber, Denise Prescher
Um Lernplattformen auch für Studenten mit besonderen Anforderungen zugänglich und benutzbar zu machen, sind sowohl die Lernplattform als auch die Lerninhalte barrierefrei zu gestalten. Wir stellen in unserem Beitrag die Methoden zur Evaluation der Lernplattform Moodle sowie von graphischen Notationen aus dem Software Engineering vor. Im Rahmen der Lehrveranstaltungen Einführung in die Medieninformatik (1.Semester) sowie mehrerer Veranstaltungen im Hauptstudium der Professur Mensch-Computer Interaktion wird die Lernplattform Moodle verwendet (http://moodle.inf.tu-dresden.de). Moodle ist Open Source Software und kann daher nachträglich verbessert werden. Der Vortrag erläutert die Vorgehensweise im Rahmen unserer Benutzertests mit blinden Probanden sowie die Korrektur einiger Barrieren, die auf diese Weise identifiziert werden konnten. Die Unified Modelling Language (UML) wird seit über einem Jahrzehnt gelehrt. Insbesondere blinde Studenten der Informatik-Studiengänge haben kaum eine Möglichkeit, UML-Diagramme aktiv zu verwenden. Im Rahmen einer Diplomarbeit wurde eine Evaluation von UML Diagrammen durchgeführt, die als SVG Grafik in Firefox-Browser per Tastatur erkundet werden können und durch Sprachsynthese die Bedeutung der graphischen Symbole verbalisieren. Dazu wurden blinde und sehende Probanden mit graphischen Entwürfen für Software-Komponenten konfrontiert. Durch diese multimodale und kollaborative Vorgehensweise wurden Entwurfsfehler sowohl erkannt als auch korrigiert. Barrierefreies InformierenVortrag von Christiane Berndt | TU Dresden
Christiane Berndt
Menschen mit besonderen Bedürfnissen, insbesondere aufgrund von Behinderungen, haben es oft schwer, verbale Informationen im alltäglichen Leben aufzunehmen und in vollem Umfang zu erfassen. Dies betrifft neben dem Internet auch Nachrichteneinrichtungen wie Rundfunk und Fernsehen, kommunale Informationssysteme, Vorträge und Vorlesungen. In diesem Vortrag wird ein Projekt vorgestellt, dass es sich zum Ziel setzt, verbale Informationen live in Medien zu überführen, die auch von Menschen mit besonderen Bedürfnissen barrierefreie genutzt werden können. Dazu werden die bei der Informationsaufnahme auftretenden Probleme geeignet erfasst und ein möglicher Lösungsansatz definiert. Innovative Methoden der Informationstechnik und der Informatik werden genutzt um gezielt Barrieren abzubauen. Im Vortrag soll die Idee des Projektes kurz vorgestellt werden, auch um auf diesem Weg Projektpartner zu finden und in der Diskussion mit dem Fachpublikum interessante Aspekte zu erörtern. Usability in Informationsportalen: Voraussetzungen für einen LernprozessVortrag von Sabine Lechner | SYNCWORK, Dresden
Sabine Lechner
Hinter dem Motto verbirgt sich ein Praxisbericht aus der Perspektive der Qualitätssicherung. Die Syncwork AG übernimmt seit mehreren Jahren für einige Behörden des Freistaats die Qualitätssicherung für die Umsetzung von deren Online-Auftritten. Während dieser Zeit stellte sich heraus, dass zum Erreichen gut benutzbarer, barrierefreier Informationsangebote im Internet nicht nur Software, engagierte Projektleitung und eine gute Konzeption erforderlich sind, sondern dass die (erlernbaren) Kenntnisse der eigentlichen Bearbeiter, der Redakteure, einen ganz wesentlichen Einfluss auf die Qualität des Ergebnisses haben. Öffentliche Verwaltungen stellen heutzutage wie selbstverständlich ihre Inhalte über das Medium Internet den Bürgern bereit. Dabei geht es um verschiedene E-Government-Aspekte, z. B. Informationen verfügbar machen, Dienstleistungen online abfragen, Dienstleistungen online abwickeln. Dafür sollen gut benutzbare, barrierefreie Benutzerschnittstellen eingesetzt werden. Bei der Entwicklung solcher Portale müssen die Usability- und Zugänglichkeits-Aspekte von Anfang an berücksichtigt werden. Das beginnt bei der Konzeption der Inhalte und Oberflächen und der Steuerung des Umsetzungsprozesses und führt über die Umsetzung bis hin zur nachhaltigen Sicherung der formalen und inhaltlichen Qualität. Bei einmaligen Anwendungen (wie z. B. für mittelständische Unternehmen) sind diese Ziele gut erreichbar. Ganz anders stellt sich die Herausforderung im Kontext öffentlicher Verwaltungen dar. Die Syncwork AG möchte anhand einiger Beispiele
aus dem Kontext von www.sachsen.de zeigen, wie ein
Prozess zur Erstellung eines behördlichen
Informationsportals ablaufen kann, wo Grenzen und wo
Verbesserungsmöglichkeiten liegen. Dazu wird in einem
kurzen Abriss der Werdegang des aktuellen
Erscheinungsbildes von sachsen.de geschildert. Als
Besonderheit soll hier erwähnt werden, dass
sachsen.de über eine produkt- und prozessorientierte
Gestaltungsrichtlinie verfügt. Es werden Beispiele
aus den mehreren Zehntausend auf dieser Basis
umgesetzten Seiten von sachsen.de gezeigt. |
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