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World Usability Day - 12. November 2009»Designing for a Sustainable World«Do, 12. November 2009 | 10:00 – 18:30 Sächsische Landesbibliothek – Staats- und
Universitätsbibliothek Dresden (SLUB)
Der vierte Dresdner World Usability (WUD), veranstaltet vom Medienzentrum (MZ) der Technischen Universität Dresden, war dem globalen Motto “Designing for a Sustainable World“ verpflichtet. Damit sollte die Verantwortung von Design und Usability für Zukunftsfragen gezeigt werden. Neun Beitragende aus Wissenschaft und Praxis befassten sich mit der Gleichung: gebrauchstauglich = nachhaltig? Das Spektrum der Beiträge umfasste die Entwicklung von Produkten, Informationsangeboten und Dienstleistungen. Übersicht der Vorträge
EröffnungProf. Dr. Thomas Köhler, Jan-Henning Raff | Medienzentrum | TU Dresden Wie kann Usability und Nachhaltigkeit im Investitionsgüterbereich aussehen?Vortrag von Anja Knöfel | Zentrum für Technisches Design | TU Dresden Nachhaltiges Wirtschaften und die Entwicklung nutzerfreundlicher Produkte sind gleichermaßen ganzheitliche Optimierungsaufgaben. Im Produktentwicklungsprozess werden grundlegende Entscheidungen die sich auf Nachhaltigkeit und Usability auswirken bereits in einer frühen Phase maßgeblich festgelegt, wirken jedoch bestimmend auf den gesamten Produktlebenszyklus. An verschiedenen Facetten der eigenen Forschungs- und Entwicklungsarbeit soll der Beitrag des Designs zu diesbezüglich hervorragend gestalteten Produkten beleuchtet werden.
Prof. Thomas Köhler, Anja Knöfel
Das Beispiel einer Faltschachtel-Form- und Klebemaschine zeigt deutlich die praktischen Auswirkungen ihrer Gestaltung auf die Nachhaltigkeit über den gesamten Zeitraum des Maschineneinsatzes. Die Modularität, welche hier maßgeblich durch das Design getrieben wurde, ermöglicht neue Leasing Konzepte genauso wie eine Kosten- und Ressourcenschonende Weiterentwicklung des komplexen Anlagensystems. Die unterschiedlichen, jedoch gleichzeitig auftretenden Kundenanforderungen, vom Käufer über den Bediener bis zum Servicemitarbeiter konnten synergetisch verbunden werden. Eine übergeordnete Untersuchung des Entwicklungsprozesses mittelständischer Unternehmen im Investitionsgütersektor zeigt welch wichtigen Stellenwert die Konzeptionsphase für eine ganzheitliche Produktentwicklung einnimmt. Es wird jedoch auch deutlich, dass gerade dieser Phase im Tagesablauf der Auftragsbearbeitung kaum Aufmerksamkeit geschenkt werden kann. Hier würde es darum gehen die Besonderheiten der Entwicklungsprozesse besser zu verstehen, um diese mit der ganzheitlichen Herangehensweise des Designs besser zu verbinden. Denn Design bringt spezifische Tools und Methoden in die Konzeptionsphase ein, welche sogar das Entwickeln von nachhaltigen Produktspektren und Geschäftsmodellen unterstützt. Anja Knöfel wurde für den Entwurf der Faltschachtel-Form- und Klebemaschine mit dem 3. Preis in der Kategorie “Sonderpreis Juniordesign” des Sächsischen Staatspreises für Design 2009 ausgezeichnet. Glückwunsch! Rahmenbedingungen für die nachhaltige Nutzung von Maschinen und AnlagenVortrag von Michael Krengel | CIMTT Zentrum für Produktionstechnik und Organisation | TU Dresden Nachhaltige Nutzung bedeutet für uns die wiederholte bzw. verlängerte Nutzung von Maschinen und Anlagen ggf. auch durch verschieden Betreiber. Das verlangt technisch-konstruktive ebenso wie arbeitsorganisatorische Überlegungen und modifizierte Wirtschaftlichkeitskriterien des Herstellers.
Michael Krengel
Leasing von Maschinen stellt beispielsweise eine Möglichkeit dar, Maschinen einer nachhaltigen Nutzung zuzuführen. Das Leasing bedingt neben einer veränderten Organisation der Prozessen (hinzu kommende Prozesse Rücknahme, Befundung, Demontage …; veränderte Prozesse mit neuen Anforderungen an Mitarbeiterqualifikation und Auftragsbearbeitung) die Forderung nach einer leasinggerechten Gestaltung der Maschinen. Damit sind zugleich Veränderungen im Zielsystem des
Herstellers erforderlich. Daraus abgeleitete Forderungen an die
nachhaltige Gestaltung der Maschine müssen in den
Produktentwicklungsprozess integriert werden. Dafür gilt es
diesen Produktentwicklungsprozess zu beschreiben, Stellglieder
zu identifizieren und Möglichkeiten der Integration der
Forderungen aufzuzeigen. Der Beitrag stellt Ansätze und erste
Ergebnisse aus zwei laufenden Forschungsvorhaben zur Thematik
vor. Das Verständnis von Usability und Sustainability im E-Learning-Support an einer MassenuniversitätVortrag von Dr. Helmut Flitter | Medienzentrum | TU Dresden An allen deutschen Universitäten und (Fach-)Hochschulen sind inzwischen E-Learning-Angebote in den unterschiedlichsten Formen verfügbar. Nur unzureichend ist dagegen sichergestellt, dass sowohl die Dozenten und Anbieter solcher E-Learning-Ressourcen als auch die Endnutzer (im Regelfall die Studierenden) bei auftretenden Fragen und Problemen schnelle und qualifizierte Hilfe finden. Die Verfügbarkeit von kompetenten Ansprechpartnern einerseits und strukturierten, leicht verständlichen und frei zugänglichen Online-Hilfen andererseits ist unabdingbar für die weitere Ausbreitung, die Nachhaltigkeit und die Gebrauchstauglichkeit von E-Learning in der akademischen Ausbildung.
Dr. Helmut Flitter
Am Beispiel des zentralen E-Learning-Supports der TU Dresden (TUD) verdeutlicht dieser Beitrag, welche Vorteile der inzwischen sehr gut etablierte „Single Point of Contact“ für die über 40.000 Angehörigen der TUD bietet. Darüber hinaus wird dargestellt, wie aus den täglich eingehenden Support-Anfragen der Dozenten und der Studierenden durch den Einsatz eines Ticket-Systems auf Seiten der Supporter eine kollektive Wissensbasis und eine Sensibilität für die unterschiedlichsten Anforderungen der Fakultäten, Fachbereiche und Institute entsteht. In diesem Zusammenhang wird zudem erläutert, dass jede individuelle Support-Anfrage geeignet ist und verwendet wird, um sowohl die Usability der eingesetzten Lehr- und Lernplattform „OPAL“ als auch die Qualität der angebotenen Online-Hilfen kontinuierlich zu verbessern und nachhaltig sicherzustellen. Ist morgen veraltet, was heute gut ist?Vortrag von Dr. Angelika Salmen | SAP Research Center Dresden Usability ist eng mit technologischen Möglichkeiten verbunden. Technologien haben jedoch eine kurze Halbwertszeit. Ändern sich die Bedien- und Interaktionskonzepte ebenso schnell? Lohnt es sich, Aufwand in Usability-Aspekte bei der Produktentwicklung zu stecken? Gleichzeitig gibt es die guten alten Dinge. Sind sie automatisch gut, weil sie alt sind? Hat ihre Gebrauchstauglichkeit Einfluss auf deren Bestand? Diese und weitere Fragen beleuchten die Aspekte von Usability im Produktlebenszyklus und geben Antworten auf die Relation zu Nachhaltigkeit.
Dr. Angelika Salmen
Universal Design – Potentiale von DAISY (Digital Accessible Information Systems)Vortrag von Wolfram Eberius | Dynamic Designer | Dresden Ein zunehmender Bedarf an zugänglichen Inhalten für eine sehr differenzierte Zielgruppe erfordert einen universellen eBook-Standard sowie ein flexibles User Interface. Aus diesem Grund wurde der gegenwärtige DAISY-Standard (Digital Accessible Information Systems) erweitert, um zusätzlich zu blinden und sehgeschädigten Menschen auch taube, hörgeschädigte, kognitiv beeinträchtigte und ältere Menschen zu unterstützen. Neben natürlichen und synthetischen Gebärdenvideos und Alternativen in „Einfacher Sprache“ wurden Videos als Primärmedium eingeführt, die durch ergänzende Medien wie zusätzliche Tonspuren oder Untertitel zugänglich gemacht werden. Auf Basis des Adobe Flex Frameworks wurde der personalisierbare DASIY Web Player entwickelt. Der Player unterstützt sowohl die Wiedergabe von DAISY 3-Büchern als auch Büchern des überarbeiteten Standards. Diese können entweder lokal abgespielt oder in Echtzeit per Streaming wiedergegeben werden.
Wolfram Eberius
Der DAISY Web Player konnte den AKEP Junior Award 2009 des
Börsenvereins des Deutschen Buchhandels gewinnen und wurde auf
der internationalen Konferenz DAISY2009 vorgestellt. Mit
Unterstützung durch das DAISY Konsortium sowie der Deutschen
Zentralbücherei für Blinde zu Leipzig (DZB) wird unser
dreiköpfiges Team an diesem Projekt weiterarbeiten. Gegenwärtig
wird an Sprach- und Gestensteuerung gearbeitet, um Menschen zu
unterstützen, die in ihrer Mobilität eingeschränkt sind.
Weitere Einsatzmöglichkeiten sind die Unterstützung tauber
Studenten in der Ausbildung und der Einsatz des Players an
Points of interest wie Museen oder in öffentlichen
Einrichtungen. Für wen, wie und warum? – Webstandards im ProjektalltagVortrag von Dirk Jesse | Entwickler des Webdesign Frameworks YAML | Dresden Webstandards, Barrierefreiheit, Usability sind gern und viel verwendete Schlagworte, die im Alltag allzu oft auf die Abarbeitung von Checklisten und Validitätsprüfungen reduziert aber weit weniger häufig aktiv gelebt werden. Moderne Frontendentwicklung ist ein extrem vielschichtiges Aufgabengebiet in einem neuen Medium, welches für Nutzer enorme Freiheiten und gleichzeitig für den Entwickler viele Unsicherheiten bereithält. Die Frage ist deshalb: Für wen entwickeln wir unsere Webseiten, welche Anforderungen gilt es zu erfüllen und wo lauern die Fallstricke und Fettnäpfe?
Dirk Jesse
Visuelles Memorieren in der Datenflut des InternetsVortrag von Marius Brade | Institut für Software- und Multimediatechnik | TU Dresden Dieser Beitrag beschreibt das Konzept eines visuellen Systems zur Sammlung und Verwaltung von Informationen. Das entwickelte Konzept zielt im Besonderen darauf ab die Durchführung von Rechercheaufgaben im Internet komfortabler zu gestalten.
Marius Brade mit dem Prototyp (umgesetzt von Jörg Heseler)
des visuellen Datensammlers
Die zu bewältigenden Rechercheaufgaben erstrecken sich zudem oftmals über mehrere Sitzungen hinweg und müssen somit – gegebenenfalls mehrmals – unterbrochen werden. Dabei werden beim Aufgabenwiedereinstieg in bisherigen Systemen häufig Zusammenhänge sowie der Kontext - in welchem die Rechercheergebnisse gefunden wurden - vergessen. Der vorgestellte Ansatz bietet einen visuellen Lösungsvorschlag für diese Probleme. Benutzer können Informationen durch einen einzigen Interaktionsschritt visuell gestalten. Dieser Interaktionsschritt bietet dem Benutzer mehrere Möglichkeiten seine gesammelten Informationen räumlich anzuordnen, zu gruppieren und visuelle Verbindungen unterschiedlicher Bezugsstärke zwischen diesen Informationen zu schaffen. So kann ein Benutzer seinen Verständniszustand mit wenigen Interaktionsschritten nachhaltig nutzbar speichern. Gezeigt wird das Konzept anhand eines Prototyps, der im Rahmen der Bachelorarbeit von Jörg Heseler entstand. Das doppelte Lottchen - Die Bedeutung von Usability für das virtuelle Erich Kästner MuseumVortrag von Steven Voigt | Ingenieurbüro Paul | Dresden Um ein Museum nachhaltig aus dem realen in den virtuellen Raum zu überführen, ist mehr erforderlich als eine bloße Abbildung der Exponate. Das Museum wird nicht nur durch seine Ausstellungsstücke bestimmt, sondern auch durch deren Präsentation für den Besucher. Für den virtuellen Zwilling des Erich Kästner Museums bedeutet dies, eine Gratwanderung zwischen einfacher Bedienbarkeit auf der einen und dem authentischen Erlebnis eines Museumsbesuchs auf der anderen Seite.
Steven Voigt
Der Vortrag versucht einen Ansatz für die Lösung des Dilemmas aufzuzeigen. Nach einer kurzen Vorstellung des realen Museums, wird der aktuelle entwicklungsstand des virtuellen Abbildes präsentiert. Anschließend wird das Bedienkonzept des Museums erläutert. Dabei wird sowohl auf die klassische Steuerung mit Maus und Tastatur eingegangen, als auch die Integration von Augmented Reality Technologien besprochen. DURCH VOLKES HAND – EIN FREIES LAND: Die Ereignisse und Parolen der Friedlichen Revolution der Jahre 1989 und 1990 interaktiv erlebenVortrag von Ingmar Franke, Institut für Software- und Multimediatechnik, TU Dresden Die Friedliche Revolution und die Deutsche Einheit waren Ereignisse von herausragender historischer Bedeutung für ganz Deutschland und gerade für Sachsen. Vor dem Hintergrund des 20. Jahrestages wurde eine interaktive Applikation in Kooperation zwischen dem Hannah-Arendt-Institut für Totalitarismusforschung e.V. und der TU Dresden, Lehrstuhl für Mediengestaltung im Auftrag der Freistaates Sachsen realisiert.
Ingmar Franke
In der relativ kurzen Zeitspanne von 1989 bis 1990 kam es vielerorts in Sachsen zu Aktionen, wie Demonstrationen, Bürgerinitiativen, Versammlungen, usw. mit ganz konkreten Tatbeständen, wie Sprüchen, Slogans und Forderungen. Eine Unmenge an Daten und Informationen liegen vor. Diese sind aber bisher kaum geordnet beziehungsweise katalogisiert - noch sind sie grundsätzlich ausgewertet und somit für die Bevölkerung nicht nachhaltig zugänglich. Ein Mehr an Gebrauchstauglichkeit im Umgang mit diesen Daten war notwendig. Mit der vorliegenden Umsetzung wird unter Nutzung des Facet-Browsing-Interfaces der Datenbestand an Geschichtlichem interaktiv erfahrbar. Durch einfaches Klicken kann sich der Nutzer frei und auf mehreren Wegen durch die Daten navigieren und diese selbst strukturieren. Durch Mehrfachauswahl kann er seinen eigenen Weg durch die Daten definieren, Ergebnismengen eingrenzen beziehungsweise miteinander kombinieren und damit gleichzeitig die Visualisierung beeinflussen. Die Daten selbst werden zum Bild. Das Konzept als offenes System würde es zudem erlauben, dass Nutzer eigene Erlebnisse beziehungsweise Daten und Informationen nachtragen. Lücken in den Datenbeständen könnten so durch die Nutzer selbstständig und nachhaltig ergänzt werden. Die derzeitig verfügbare Version bietet die Erforschung eines bisher nicht zugänglichen Datenbestand und dessen nachhaltige Nutzung durch Anwender über das Internet. Der World Usability Day 2009 in Dresden wurde unterstützt von: |
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