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5. World Usability Day 2010 in Dresden

»Wie gestaltet man Kommunikation?«

Do, 11. November 2010 | 9:00 – 18:45

Sächsische Landesbibliothek – Staats- und Universitätsbibliothek Dresden (SLUB)
Vortragssaal | Zellescher Weg 18 | 01069 Dresden

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Unter dem Signet des “World Usability Day” fanden am 11. November 2010 weltweit Veranstaltungen zum Thema „Usability“ statt. Das diesjährige Programm stand dabei unter dem Motto “Wie gestaltet man Kommunikation?“ Mit zehn spannenden Vorträgen aus Wissenschaft und Praxis sind wir dieser Frage in Dresden nachgegangen. Das Spektrum der Vorträge umfasste dabei Produkte, Prozesse und Informationsangebote, in denen es um gebrauchstaugliche Kommunikation ging.

Der Dresdner World Usability Day (WUD) wurde bereits zum fünften Mal vom Medienzentrum (MZ) der Technischen Universität Dresden veranstaltet.

Übersicht der Vorträge



 

      Eröffnung

Prof. Dr. Thomas Köhler, Tobias Dreher | Medienzentrum | TU Dresden


 

Dr. Angelika Salmen

     Schweig still und sei arbeitsam

Vortrag von Dr. Angelika Salmen| SAP Research Center Dresden

Kommunikationstechnologien verändern unser Leben in rasanter Weise. Galt der Büroarbeiter vor 50 Jahren noch als schicklich, wenn er ruhig seine Einträge in Büchern machte, bestimmen heute Information und Kommunikation unser Arbeitsleben. Globale Vernetzung, Informationsvorsprung durch Push-Technologien, immerwährende Erreichbarkeit. Täglich neue Tools, die Information und Kommunikation ermöglichen. Täglich neue Tools, die schier endlose Information zu bündeln, zu filtern und zu kanalisieren. Dies führt zur zentralen Frage, welche Anforderungen an Business Software entstehen, um den agilen Entwicklungen in einer Weise gerecht zu werden, die den Informations- und Wissensarbeiter fördert. Neben der kontinuierlichen Optimierung von Einzelsystemen betrifft dies ebenso die Orchestrierung der Tools.



 

Vortrag von Silke Nitzsche und Anne Hellriegel | T-Systems Multimedia Solutions GmbH

Die Anforderungen an kommunikationsförderliche Unternehmensplattformen sind vielfältig. Neben identitätsschaffenden Styleguides und Unternehmensleitsätzen bzw. -werten, muss eine solche Plattform den Nutzern ein hohes Maß an Neuheit und Attraktivität bieten, um dem Prinzip Wohlbefinden gerecht zu werden. Die Bereitschaft der Mitarbeiter sich selbst in das Intranet miteinzubringen, sich darzustellen, zu vernetzen und Wissen bereitzustellen, hängt stark von der Personalisierbarkeit, der nutzbringenden Dienste und der gebrauchstauglichen Gestalt ab. Ausgewählte Praxisbeispiele veranschaulichen die Umsetzung und Lösungsideen für Social Intranets.



 

Kathleen Parma

      Facebook

Vortrag von Kathleen Parma| Networks PR

In der Welt der digitalen Kommunikation nehmen soziale Netzwerke eine immer bedeutendere Rolle ein. Gerade auch im Bereich des Marketing setzen Unternehmen und Institutionen zunehmend auf die Vorteile von Online-Werbung. Ein geeignetes Instrument für diese Zwecke stellt Facebook dar. Mit beeindruckenden Nutzerzahlen bietet diese Kommunikationsplattform Zugriff auf eine große Online-Community. Zur erfolgreichen Umsetzung gehört allerdings eine passende Content-Strategie, die Überlegungen wie "Wozu nutze ich Facebook?", "Was kommuniziere ich?" oder "Wie erreiche ich meine Fans?" einschließen muß. Anhand von Beispielen lässt sich aus Nutzersicht beurteilen, wie sich gelungene Fanpages darstellen.

 



 

Daniel Wuttig

      ScriMT - eine multitouchbasierte Produktivumgebung zur Kommunikation von Entscheidungen beim Layoutprototyping

Vortrag von Daniel Wuttig| queo GmbH

Basierend auf der Multitouch-Technologie können Designer, Entwickler und Kunden erstmals gemeinsam an einer Konzeptvisualisierung produktiv arbeiten. Die Besonderheit liegt darin, dass alle Entscheidungen effektiv untereinander sowie digital kommuniziert werden können. Elemente werden während des Dialogs einfach mit dem Finger gezeichnet und anschließend in digitale Objekte umgewandelt. Diese Objekte können dann auf dem Raster verschoben, transformiert und mit Funktionalität hinterlegt werden. Auf diese Weise sind alle Beteiligten direkt in einem kommunikativen Designprozess eingebunden.
Das Grundprinzip der Anwendung ähnelt dem Paperprototyping, der Entwicklung eines Layouts durch Verschiebung verschiedener Papierelemente auf einem Grundraster. Scribble Multitouch (ScriMT) überträgt diese Arbeitsweise auf einen Multitouch-Tisch. Ein wesentlicher Vorteil ist die digitale Speicherung der gegenseitigen Kommunikation und die damit verbundene direkte Wiederverwendungsmöglichkeit des Layoutentwurfs für weitere Verarbeitungsschritte, beispielsweise Design und Implementierung.

Bei der Entwicklung von ScriMT wird viel Wert auf ein intuitives Interface gelegt. Dieses integriert und erweitert bekannte Bedienelemente und Metaphern bestehender Benutzerschnittstellen und nutzt die Potenziale zur Steigerung der Effizienz, welche durch die Multitouch-Interaktion gegeben sind. So ist ein schnelleres kollaboratives Arbeiten möglich, das mit einer verbesserten User Experience einhergeht.

 





 

Jan-Henning Raff

     Grafik-Design und Gebrauchstauglichkeit

Vortrag von Jan-Henning Raff | Deutsche Gesellschaft für Designtheorie und -forschung (DGTF)

Gebrauchstauglichkeit (Usability) ist ein wichtiges Kriterium bei der Gestaltung von interaktiven Systemen, jenen Dingen, die ihr Eigenleben führen. Nicht so bei den alten, unbeweglichen Medien der Gutenberg-Galaxis, um die sich das Grafik-Design kümmert. Warum eigentlich nicht? Es gibt mehrere Gründe, warum diese alten Medien vom Standpunkt des Gebrauchs betrachtet werden können:

  • Selbst das unbewegliche Schauen, Betrachten und Lesen ist eine körperliche Aktivität – eine sensomotorische, nicht rein kognitiv-kontemplative Angelegenheit. Untersuchungen von Blickbewegungen auf Bildschirmen zeigen dies eindrücklich.
  • Die Rezeption von Gedrucktem findet selten als isolierte Kontemplation statt, sondern ist eingebunden in größere Tätigkeitssysteme und Kontexte.
  • In diesen Tätigkeiten finden Interaktionen zwischen verschiedenen Medien, alten und neuen statt.
  • Und schließlich verändern sich auch die Produkte des Grafik-Design im Gebrauch: Sie werden bearbeitet, erweitert und transformiert – sie sind nicht so starr wie sie scheinen.

Im Vortrag wurde anhand von Beispielen gezeigt, wie von diesen Überlegungen aus einige Aspekte des Grafik-Designs im Sinne des Gebrauchs verbessert werden können und wo Innovationspotenziale stecken. Nicht nur für Grafik-Designer.

 





 

Sander Münster

     "Mehr als tausend Worte? - 3D-Visualisierung in den Geschichtswissenschaften"

Vortrag von Sander Münster| Medienzentrum | TU Dresden

Im iterativen Entstehungsprozess dreidimensionaler Visualisierungen im wissenschaftlichen Kontext kommt der Kommunikation eine bedeutende Rolle zuteil. Die Phasen, die interdisziplinäre Forscherteams bei den Entscheidungen über strategische und operative Zielstellungen durchlaufen, haben dabei ebenso Einfluss, wie intra- und interpersonale Kommunikationsaspekte. Von der ursprünglichen Informationsquelle bis hin zur Ausgabe der Visualisierung wird ein bisher wenig untersuchter Desgin- und Kommunikationsprozess durchlaufen, der die Bereitschaft zur Wissenskooperation aller Protagonisten erfordert.

 



 

Mandy Keck

      Die Kunst der Drittmittelkommunikation: Forschungsnachrichten gebrauchstauglich erstellen und kommunizieren

Vortrag von Mandy Keck | Institut für Software- und Multimediatechnik | TU Dresden

Hochschulen konkurrieren um Drittmittel wie Firmen um Aufträge. Die Drittmittelquote ist mittlerweile ein Qualitätsmaß, das für die Forschung und Entwicklungsleistung einer Forschungseinrichtung steht. Die Drittmittellandschaft weist sehr viele Förderquellen auf, die nur schwer zu überblicken sind.

Ziel ist es, aus der Flut an Informationen die passende Fördermöglichkeit an den entsprechenden Forscher zu bringen.

Wie ist dieses Kommunikationsverhalten positiv zu beeinflussen? Gibt es durch die technischen Entwicklungen innovative Möglichkeiten Drittmittelangebote besser zu kommunizieren? Wie kann ein Produkt oder eine Dienstleistung - beispielsweise die bisherigen Forschungsnachrichten der Technischen Universität Dresden -weiterentwickelt, vereinfacht und optimiert werden? Zu all diesen Fragen soll der vorliegende Beitrag anlässlich des World Usability Day in Dresden Antworten geben. 
Zusammen mit dem Dezernat Forschungsförderung und Öffentlichkeitsarbeit der Technischen Universität Dresden und der Professur Mediengestaltung an der Fakultät Informatik ist in den letzten Monaten ein Forschungsnachrichten-System entstanden, das die Arbeitsschritte zur Kommunikation der Fördermöglichkeiten optimiert und zusätzliche Veröffentlichungswege nutzt. Fördermöglichkeiten können nun interessenspezifisch aufbereitet und noch gezielter an die Wissenschaftler kommuniziert werden.

 





 

Dr. Alexander Lorz

      Mobile Usability Testing

Vortrag von Dr. Alexander Lorz | Institut für Software- und Multimediatechnik | TU Dresden

"Mobiltelefone werden in 2013 PCs als gebräuchlichste Geräteklasse zur Internetnutzung ablösen", so lautet zumindest die Vorhersage (2010) des Marktforschungsunternehmens Gartner. Effektive und benutzbare User-Interfaces sind dabei die Erfolgsfaktoren. Das es gegenwärtig verfügbaren mobilen Endgeräten größtenteils noch daran mangelt, macht die Aussage des Usability Experten Jakob Nielsen (2009) deutlich: "It's neither easy nor pleasant to use the Web on mobile devices. Observing user suffering during our sessions reminded us of the very first usability studies we did with traditional websites in 1994." Zur Evaluation und Optimierung der Usability mobiler Systeme ist es allerdings erforderlich, dass die etablierten Evaluationsmethoden an die Besonderheiten des mobilen Kontextes angepasst werden.



 

Maria Händler

     Automatisierte Usability-Analysen durch Mustererkennung

Vortrag von Maria Händler | seto GmbH

Mit Hilfe der Mousetracking-Technologie können enorme Mengen an nicht-reaktiven Interaktionsdaten von Website-Besuchern erhoben werden. Zumeist wird die noch junge Usability-Methode Mousetracking zur Datenerhebung genutzt. Diese Daten müssen dann von Usability-Experten analysiert und interpretiert werden, um ein aussagekräftiges Bild der Usability einer Website zu generieren.
Dieses Verfahren ist recht zeitaufwendig und birgt zudem immer die Gefahr, dass relevante Nutzer-Sessions nicht vom Analysten gefunden werden. In Frage steht, ob und wenn ja wie dieses mühsame, da interpretative Verfahren automatisiert werden kann.
Auf Grundlage von Studien und betreuten Abschlussarbeiten in den Bereichen Usabilityforschung und Informatik können wir mittlerweile relevante Muster von Nutzerinteraktionen automatisiert erkennen:

  • Orientierungslosigkeit
  • Lostness
  • Leseverhalten

Der Vortrag soll die Entwicklung unserer Mustererkennung erläutern und anhand von Beispielen den Mehrwert für die Analyse von nicht-reaktiven Mousetrackingdaten darstellen.


 

Michael Schulz

     Tauschen macht Spaß

Vortrag von Michael Schulz | Tauschnetz Elbtal

Das Tauschnetz Elbtal stellt eine offene und selbstorganisierende Gemeinschaft, mit der vebindenden Idee des sozialen Tauschens, dar. Zur Organisation der gegenseitigen Hilfe, der Kooperation und Kommunikation steht den Mitgliedern eine Internetplattform zur Verfügung. Die Herausforderung besteht darin, die realen Treffen und Tauschgüter sinnvoll und kommunikationsförderlich mit der virtuellen Präsenz zu verknüpfen.

"Manche Sachen machst Du gerne und andere nicht. Noch andere kannst Du gar nicht. Im Tauschnetz kannst Du das anbieten, was Dir Spaß macht und gegen das eintauschen, was Du nicht kannst oder hast oder gerne willst." (Auszug aus dem Faltblatt, Tauschring Elbtal)


 

 

Last modified: 25.01.2011 14:38
Author: Medienzentrum

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