RINGVORLESUNG
Rassistische Gewalt und ihre gesellschaftlichen
Umfeldbedingungen
Die Stadt Dresden war in den letzten Jahren in besonderem Maße
mit Rassismus konfrontiert. Jedes Jahr im Februar wird die
Stadt zum Aufmarschort für Neonazis aus ganz Europa. Die Zahl
der Übergriffe mit rassistischen und/oder rechtsmotivierten
Hintergrund ist nach Angaben der Opferberatungsstellen der RAA
Sachsen e.V. seit Jahren hoch.
Am Beispiel des Mordes an der Ägypterin Marwa El-Sherbini am
01.Juli 2009 sollen die gesellschaftlichen Umfeldbedingungen
rassistischer Gewalt aus unterschiedlichen Perspektiven
beleuchtet werden. Gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit in
Sachsen und Dresden sowie die Reaktionen und der Umgang mit dem
Mord sollen ebenso Thema sein, wie die Herausforderungen der
Einwanderungsgesellschaft am Beispiel der Dresdner Johannstadt.
Da der Mord als der erste „islamfeindliche“ Mord in der
Bundesrepublik diskutiert wurde, gibt es einen Diskurs zu den
Themen Islamophobie und deren Zusammenhang mit Rassismus. Die
juristische Auseinandersetzung mit der Problematik sowie eine
Veranstaltung zu den Ansätzen der Auseinandersetzung mit
Gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit sollen die
interdisziplinäre Veranstaltungsreihe abrunden.
Die Vorlesungsreihe wird unterstützt von: Gesellschaft von
Freunden und Förderern der TU Dresden, Kulturbüro Sachsen e.V.,
Amadeu Antonio Stiftung, Akademisches Auslandsamt der TU
Dresden
Literaturliste: http://tu-dresden.de/internationales/kultur/weltoffenheit/Literatur
Teil 1: Einführung
13.10.: Sächsische Realitäten. Organisierte Neonazis und ihr
gesellschaftliches Umfeld (Michael Nattke, Kulturbüro Sachsen
e.V.)
Präsentation
20.10.: Neonazistische und rassistische Morde seit 1990 in
Deutschland und Sachsen (Heike Kleffner, Aktion Sühnezeichen
Friedensdienste)
Teil 2: Gesellschaftliche Umfeldbedingungen in
Sachsen
27.10.:Reflexion der medialen Reaktionen auf den Mord von Marwa
El-Sherbini (Robert Kusche, FU Berlin)
Präsentation
03.11.: Reaktionen auf den Mord von Marwa El-Sherbini in
Dresden, Sachsen und Deutschland (Anna-Maria Schielicke, TU
Dresden)
Präsentation
10.11.: Gruppenbezogene
Menschenfeindlichkeit – Phänomenbeschreibung und Analyse für
Sachsen (Dierck Borstel, Universität Bielefeld)
(verschoben vom 27.10.)
Präsentation
24.11.: Gesellschaftspolitischer Umgang mit rassifizierten
Anderen: Integration und ihre "Fallen" (Anna Nikolenko, LAG
Pokubi Sachsen e.V.)
Präsentation
Teil 3: Aktuelle Diskurse rassistischer Gewalt am Beispiel
der Islamfeindlichkeit
01.12.: Islamophobie ist ein vorhandenes Phänomen, das auch so
benannt werden muss? (Floris Biskamp, Universität Gießen)
Präsentation
08.12.: Wie Nazis von antimuslimischem Rassismus profitieren
(Ulli Jentsch, apabiz e.V.)
Teil 4: Juristische Verfolgung rassistischer
Gewalt
15.12.: Juristische Verfolgung rechtsmotivierter Gewaltdelikte
im deutschen Strafrecht (Kati Lang, TU Dresden)
12.01.: Die Verhandlung eines rassistischen Mordes vor dem
Landgericht Dresden am Beispiel des Mordes an Marwa El-Sherbini
(Andrea Hübler, Opferberatung der RAA Dresden)
Teil 5: Umgang mit den Umfeldbedingungen rassistischer
Gewalt
19.01.: Wie schafft man demokratische Kultur? Ansätze zur
Auseinandersetzung mit Gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit
(Grit Hanneforth, Kulturbüro Sachsen e.V.)
Zeit und Ort: Donnerstag, 14:50 Uhr – 16:20 Uhr (5
DS);
MOL/213 (George-Bähr-Str.3)
Beginn: 13.10.2011
Studium Generale; 1 Credit; Sitzschein, offen auch für Bürger-
und Seniorenakademie
Flyer zur Vorlesung:http://tu-dresden.de/internationales/kultur/weltoffenheit/Flyer
Ansprechpartner:
Anja Albrecht
Tel.: 463 32070
Anja.Albrecht@tu-dresden.de