Ausstellung © WB

Architekturpreis TU Dresden

„Wenn ich Architektur denke, steigen Bilder in mir auf“

Peter Zumthor

Gegenwärtig kann man erneut eine „Konjunktur des Affektiven“ nicht nur innerhalb der Architektur, sondern als allgemeinen gesellschaftlichen Trend feststellen: In der Kunst, den Kulturwissenschaften und Medien, spielt die Erforschung der Affekte wieder eine zentrale Rolle. Die Hinwendung zu den Affekten spiegelt die Sehnsucht wider, über die ästhetische Wahrnehmung einen basalen Zugang zur Welt zu erschließen.

Peter Zumthor beschreibt in seinem Buch „Architektur Denken“ wie das Affektive Einfluss in seine Entwürfe durch Bilder und Erinnerungen findet. Diese Bilder stehen im Zusammenhang mit seiner Ausbildung und Arbeit als Architekt. Die eigenen erlebten und als Erinnerung gespeicherten Bilder, besitzen eine physische Präsenz der Dinge. Die Präsenz der Dinge impliziert dabei Materialität, Taktilität,
Stimmungen, Sinnlichkeit und Atmosphäre. Die Erfahrung der realen Dinge und das Erleben des Affektiven ist für uns Architekten unabdingbar. Um diese Erfahrungen zu machen, müssen wir den theoretischen und imaginären Raum der Bildwelt verlassen. Wir erleben seit einigen Jahren eine Art „Bilderflut“ durch die verschiedenen Medien. Wir können jederzeit auf eine Vielzahl von Bilder zugreifen und diese als Referenz für unsere architektonische Arbeit heranziehen. Dabei bleibt das gefundene Bild tatsächlich nur ein Abbild einer bestimmten Situation oder Architektur. Das Atmosphärische bleibt dabei anonym und kann nur durch den Betrachter individuell interpretiert und gedeutet werden. Dadurch kann die Architektur selbst zu einem reinen Abbild werden und eine „anonyme“ Beziehung zu den Dingen und des Affektiven herstellen.

Das Bedürfnis nach dem was unverrückbar im Hier und Jetzt steht, wie der Klang eines Raumes, die Stimmung des Lichtes oder die Haptik eines Materials, nimmt erneut eine Rolle in der Gesellschaft ein. Als Architekten sollten wir daher unsere eigenen Bilder sorgfältig abspeichern und als Mittel der Überprüfung in unserem architektonischen Schaffen verwenden.

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News

Architekturpreis TU Dresden

Der Architekturpreis versteht sich als Plattform unserer Architekturfakultät um  einen Querschnitt von Entwürfen, die an verschiedenen Lehrstühlen an der Fakultät Architektur der TU Dresden entstanden sind zu veröffentlichen. Dadurch soll der Austausch, die Diskussion und die Inspiration unter den Studieredne, Lehrenden und Außenstehenden angeregt werden.

Wir danken allen Studierenden für die qualitätsvollen eingereichten Arbeiten der letzen 15 Jahre. Besonderer Dank gilt den zahlreichen Unterstützer des Architekturpreis  der TU Dresden.