Entwurf

ATELIERHAUS BETHANIEN BERLIN (3.HE I VE I DIPLOM)

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Mittlerweile bauen große Investoren auch in Berlin-Kreuzberg kommerzielle Wohn- und Geschäftshäuser, wodurch sich Kreativ-Schaffende und insbesondere Künstler die Mieten von Atelierräumen nicht mehr leisten können. Berliner Produktionsorte für bildende Kunst werden immer weiter aus der Stadt gedrängt. Klassisch für die Kunstproduktion genutzte Gewerbehäuser werden nunmehr an solvente Mieter wie z.B. Start-Ups vermietet.
Mit dem neuen offenen Atelierhaus, das dem bereits existierenden Künstlerhaus Bethanien angegliedert ist, soll die Kunstproduktion in Berlin Kreuzberg auch in Zukunft manifestiert werden. Zu entwerfen ist ein Künstlerhaus mit subventionierten Atelier- und Werkstatträumen, Ausstellungsflächen, Wohnungen für Stipendiaten (Artist in Residence) und öffentlichen Begegnungsräumen.
Das Atelierhaus ist eine neue Arbeits- und Begegnungsstätte für bildende Künstler und kunstinteressierte Menschen in Berlin. Es fördert den lebendigen Austausch zwischen Kunstschaffenden und der Öffentlichkeit durch seinen Ausstellungsbetrieb und die Bereitstellung von Atelierräumen. Mit der Einladung von Künstlern und Kuratoren bietet die Institution auch internationalen Künstlern eine Plattform und damit die Möglichkeit, in Berlin zu arbeiten und Projekte zu verwirklichen.


Ort
Das Entwurfsgrundstück befindet sich an der Ecke Sebastianstraße / Luckauer Straße an einem zentralen Ort im Osten Kreuzbergs auf dem ehemaligen Grenzverlauf der Berliner Mauer.
Die besondere Geschichte des Ortes mit dem Verlauf der Berliner Mauer führte zu einer heterogenen Bebauungsstruktur in unmittelbarer Umgebung. Der Entwurf wird zwischen Blockrand und der angrenzenden Idee der ‚modernen Stadt‘ in Form von aufgelockerten Zeilenbebauungen vermitteln.
Neben der Formulierung einer schlüssigen städtebaulichen Antwort für das Eckgrundstück und der Entwicklung einer prägnanten Idee für die Struktur des offenen Atelierhauses wird die Bearbeitung des Entwurfsthemas eine intensive Auseinandersetzung mit den räumlichen Anforderungen der Kunstproduktion (Raumproportion, Abläufe, Lichtführung, Oberflächenqualitäten etc.) beinhalten.
 

Ansprechpartner: Dipl.-Ing. Dominic Sackmann I Dipl.-Ing. Dörthe Weigelt

Exkursion Berlin:

12.10.18 - 14.10.18 I Kosten ca. 50,00 EUR

WAREHOUSE NORTHERN QUARTER MANCHESTER (3.HE I VE I DIPLOM)

northern quarter © northern quarter northern quarter © northern quarter
northern quarter

© northern quarter

Manchesters alternative Szene hat ihr Zentrum im sogenannten Northern Quarter, dessen Name und Abgrenzung zwischen Manchesters Innenstadt und dem Piccadilly Gateway sich in den 1990er Jahren etabliert hat. Einst nicht mehr als eine schlammige Straße, wandelte sich der Teil von Manchester, der heute zum Northern Quarter gehört, erst zum Mittelpunkt von Manchesters blühender Textilindustrie und schließlich zu einer Gegend mit hippen, alternativen Läden, Cafés, Nachtclubs und Bars. Heute bildet es eine Abwechslung zu der standardisierten Innenstadt von Manchester, die durch die Zerstörung nach dem zweiten Weltkrieg und schließlich der Errichtung des Arndale-Einkaufszentrums verlagert wurde.

Hier lebt und arbeitet hier die kreative Szene von Manchester, insbesondere aus dem Bereich Mode und Design. Auch die alternative Musikszene von Manchester hat hier ihre Zuflucht gefunden und es gibt viele Kunstgalerien und Straßenkunst zu sehen. Star-Graffitikünstler Banksy persönlich soll sich bereits im Northern Quarter verewigt haben.

Musikfestivals, Filmaufführungen und kulinarische Veranstaltungen stehen regelmäßig auf dem Programm des Northern Quarters. Durch die vielen erhaltenen Gebäude aus der Vorkriegszeit ist das Viertel als Kulisse für Filme beliebt, die in dieser Zeitperiode spielen. Eine bekannte Straße ist die Oldham Street, früher ein Teil der alten Innenstadt von Manchester. Heute finden sich hier vor allem Modeoutlets und Läden für Second-Hand-Platten und Vintage-Kleidung.

Die Großstädte wachsen wieder. Das vorherrschende Thema bei der Stadtplanung der letzten Jahre, insbesondere durch die enormen Mietpreissteigerungen sowie verschärft durch die hohe Anzahl an Asylsuchenden, lag im bezahlbaren Wohnungsbau. 

Das Vorbild für die durchmischte Stadt ist seit vielen Jahren bestehend und wird als Voraussetzung für eine funktionierende Stadtplanung von allen Seiten definiert. Die Frage besteht jedoch, was dort durchmischt werden soll? In den meisten Neubaugebieten in der Stadt und an deren Rändern beschränkt sich diese Mischung auf Wohnen, Arbeiten - womit in der Regel das Dienstleistungsgewerbe gemeint ist - Gastronomie, Sport und Unterhaltung. 

Was die Stadtplanung an den meisten Orten jedoch vergaß, was aber für eine funktionierende Stadt der kurzen Wege unabdingbar ist, sind die kleinen bis mittelgroßen Gewerbebetriebe wie der Schlosser, der Kfz-Mechaniker, der Glaser, der Tischler, etc. Diese wurden in den Planungen meist an die Ränder der Städte verdrängt, auch weil man der Ansicht war, dass die scheinbaren Umweltbelastungen nicht mit den Ansprüchen des Wohnens einhergehen. Wie fast alles hat sich insbesondere die Technik weiterentwickelt, sodass dieses Argument nicht mehr relevant ist.

Neben den „klassischen“ Gewerbebetrieben steigt die Nachfrage nach Handwerk und „Selbstgemachtem“. Manufakturen, in denen in überschaubaren Mengen Taschen, Schmuck, Fahrräder, Möbel, als auch Brot, Seife, Obst und Gemüse produziert werden, werden immer mehr. Das Internet ermöglicht für die fabrizierten Produkte neben einem lokalem Markt ebenso den globalen Markt. Die Schnittstellen zwischen dem kreativen Prozess der Entwicklung dieser Produkte, über die Arbeit an Prototypen, der Produktion von ersten Serien, bis zum Verkauf sind meist sehr eng und unmittelbar.

Im northern quarter stehen am nordwestlichen Stadteingang zwei alte warehouses, die seit mehreren Jahren leer stehen und in ihrer Substanz nicht mehr zu retten sind. Dieses Grundstück soll hinsichtlich einer möglichen Bebauung untersucht werden. Zur High Street hin findet man eine intakte Blockkante aus gründerzeitlichen Gebäuden und einer Eckbebauung, rückseitig schließt eine Ringstraßen und das Busterminal „Shudehill Interchange“ an. An dieser Stelle soll ein Impuls für den Stadtteil und darüber hinaus gesetzt werden und zeigen, wie an der Schnittstelle aus verschiedenen Zeitschichten heute ein hybrides Stadthaus betrieben werden, zwischen den unterschiedlichen Typologien eine Vermittlung gefunden und welche zeitgemäßen Antworten auf aktuelle Fragstellungen im Wohnungsbau gegeben werden können. Ebenso wichtig wie eine funktionale Vielfalt ist hierbei eine Durchmischung unterschiedlicher Nutzungen und Wohnungen sowie unterschiedliche innen- und außenräumliche Angebote. Hierbei sollen möglichst Überlegungen zur bestehenden Sozialstruktur des Stadtteils angestellt werden und Berücksichtigung im Entwurf finden. Über die städtebauliche Betrachtung hinausgehend soll anhand ausgewählter Entwurfsbereiche die hochbauliche Qualität herausgearbeitet werden. Das Entwurfsthema soll im architektonischen Spannungsfeld unterschiedlichen innerstädtischem Kontexten entwerferische Möglichkeiten eröffnen. 

Es wird die Frage gestellt nach dem Verhältnis von Haus zum umgebenden städtischen Raum - welche Stadtvorstellung bringt das Projekt zum Ausdruck? Welche Konsequenzen hat dies für das Erdgeschoss und die Erschließung? Wie manifestiert sich die Stadtvorstellung im architektonischen Ausdruck? Wie wird der private Aussenraum der Wohnungen ausgebildet?

Die zweite Frage betrifft die konkrete Vorstellung des Wohnens - wie verlaufen die Grenzen zwischen Privatem und Gemeinschaftlichem? Was ist die spezifische Atmosphäre des Wohnens? Wie wird dem Bedürfnis nach Rückzugsmöglichkeiten in einem gemeinschaftlich orientierten Wohnhaus Rechnung getragen? Wie ist es möglich, dass der Wohnraum der Bewohner zunimmt und schrumpft? Wie wird dieses „atmende Haus“ geschaffen: strukturell, räumlich, organisatorisch?

Gesucht werden Lösungen, die eine robuste Struktur mit dem Anspruch auf Aneignungsmöglichkeiten durch die Bewohner verbinden. Mithilfe einer selbstbewussten architektonischen Lösung soll dem komplexen Programm des Hauses eine eigene Identität gegeben werden.

Trip to England 03.10.2018 - 07.10.2018

Kosten ca. 180,00 EUR I ohne Flüge und Übernachtung in London I Treffpunkt am 03.10.18 um 16:00 Uhr Studio Sergison Bates in London, 34 Clerkenwell Close, Clerkenwell, London EC1R 0AU

Rückflug von Manchester am 07.10.2018 I Exkursionsende in Manchester 14:00 Uhr. Übernachtung in Manchester wird vom Lehrstuhl organisiert.

Ansprechpartner: Dipl.-Ing. Tobias Maisch I Dipl.-Ing. Christian Murr

01 - Plangrundlage Manchester

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Tobias Maisch
Letzte Änderung: 29.08.2018