Aktuelle Projekte

Inhaltsverzeichnis

    1. Zwanzig20 – C3 – Teilvorhaben VI.13 „Branchenübergreifender Einsatz von recycelten Carbonfasern aus C³-Bauteilen“
    2. Internationales Kooperationsforschungsvorhaben Industrie 4.0
    3. ZIM-Kooperationsforschungsprojekt „RecyZ²: Entwicklung und Charakterisierung nachhaltiger Ziegelrecyclat-Zementwerkstoffe und ihre bautechnische Verwendung“
    4. Überprüfung und Optimierung des RBBau-Architektenvertrages
    5. CONPrint3D® ultralight: Herstellung monolithischer, tragender Wandkonstruktionen mit sehr hoher Wärmedämmung durch schalungsfreie Formung von Schaumbeton
    6. Green Heat³ - Entwicklung innovativer Energieversorgungstechniken und -strukturen mit den Kernkomponenten modularer Großwärmespeicher und Maxianlage Solarthermie
    7. Zwanzig20 – C3 – Teilvorhaben V1.5 Abbruch, Rückbau und Recycling von C³-Bauteilen
    8. Zwanzig20 – C3 – Teilvorhaben V1.3: Gesundheit; Teilprojekt 4: Quantifizierung der Staubfreisetzung beim Umgang mit Carbonbeton
    9. Zwanzig20 – C3 – Teilvorhaben V1.1: Entwicklung von Herstell- und Verarbeitungsprozessen von Carbonbeton
    10. P 1118 – Einflüsse der Stahl- und Verbundbauweise auf die Lebenszykluskosten und Vermarktungsfähigkeit multifunktionaler Büro- und Geschäftshäuser

Zwanzig20 – C3 – Teilvorhaben VI.13 „Branchenübergreifender Einsatz von recycelten Carbonfasern aus C³-Bauteilen“

Univ.-Prof. Dr.-Ing. Peter JEHLE, Dipl.-Ing. Jan KORTMANN

Im Rahmen des Vorhabens VI.13 aus dem Verbundprojekt „Zwanzig20 – C³ Carbon Concrete Composite“ des Bundesministeriums für Bildung und Forschung soll untersucht werden, inwieweit aufbereitete Carbonfasern (rCF) aus recycelten Carbonbetonbauteilen (C³-Bauteile) als hochwertiger Rohstoffersatz für weitere Carbonfaseranwendungen dienen können. Es sind dabei neuartige rCF-Garnkonstruktionen sowie neuartige rCF-Textilstrukturen zu entwickeln, die primär wieder im Bauwesen, aber auch in anderen Bereichen eine ressourceneffiziente und wirtschaftliche Anwendung finden. Die rCF könnten branchenübergreifend die bisherigen Materialien in den Bereichen Automobil-, Schiffs- und Luftfahrzeugbau, Maschinen-, Behälter- und Anlagenbau, Stadtmobiliar und Beschilderungen und beim Bau von Sportgeräten ersetzen oder sinnvoll ergänzen. Die Ausgangsbasis für die zu entwickelnden rCF-Garnkonstruktionen sind recycelte Carbonfasern und Carbonfaserbündel, die beim Abbruch und Recycling von C³-Bauteilen anfallen und aufbereitet werden. Alternativ werden rCFs aus anderen Branchen, wie z. B. aus der Automobil- und Luftfahrzeugtechnik, betrachtet.

Projektbeteiligte Forschungseinrichtungen:
TU Dresden – Institut für Baubetriebswesen (Verbundkoordinator)
TU Dresden – Institut für Textilmaschinen und Textile Hochleistungswerkstofftechnik
Leichtbau-Zentrum Sachsen GmbH

Laufzeit: 04/2018 bis 09/2019

Internationales Kooperationsforschungsvorhaben Industrie 4.0

Univ.-Prof. Dr.-Ing. Dipl.-Wirt.-Ing. Jens OTTO, Dipl.-Ing. Martin KRAUSE

Ziel des Forschungsvorhabens digiCON² – digital concrete construction ist die Entwicklung der digitalen Prozesskette zur Herstellung von 3D-gedruckten Betonwänden direkt auf der Baustelle. Diese Technologie ist ein entscheidender Schritt auf dem Weg zur Einführung des Industrie 4.0-Konzeptes in das Bauwesen. Mit den vorangegangenen Forschungsarbeiten zum Beton-3D-Druckverfahren CONPrint3D® konnte die theoretische Machbarkeit aus den Bereichen Maschinentechnik, Baustofftechnologie und Baubetriebswesen nachgewiesen werden. Um den automatisierten Bauprozess qualitätssicher in der Praxis einsetzen zu können, ist ein zuverlässiges Datenmanagementsystem zu entwickeln. Die notwendigen Steuerungsdaten werden zunächst aus einem BIM-Gebäudemodell extrahiert. Anschließend findet das „Slicing“ des Modells statt. Dabei werden die 3D-Modelldaten in druckfähige Schichten aufgeteilt und optimierte Druckpfade definiert. Im Ergebnis werden Steuerungsdaten für die Maschine im Format G-Code ausgegeben. DigiCON² schließt damit die Lücke der Datenverarbeitung zwischen CAD-Daten, die gemeinsam mit Stoffdaten als Input in einem BIM-Modell vorhanden sind und der notwendigen Maschinensteuerungsdaten als Output, die den physikalischen Bauprozess mit Beton ermöglichen. Um dieses Ziel zu erreichen, müssen umfangreiche F&E-Arbeiten in den Bereichen Software Engineering, IT-Applikation für Produktion, Prozesssimulation, Datenfluss und datengesteuerte Systeme sowie Systemintegration durchgeführt werden.

Das Projekt wird durch Mittel des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) im Rahmen eines Deutsch-Tschechischen Kooperationsvorhabens gefördert. Das Forschungsprojekt unterstützt
die Zusammenarbeit insbesondere kleiner und mittlerer Unternehmen (KMU) aus Deutschland mit KMU aus Tschechien im Bereich Industrie 4.0. Beteiligte Forschungseinrichtungen der TU Dresden sind: das Institut für Baustoffe, die Professur für Baumaschinen und das Institut für Baubetriebswesen. Als deutsches Praxisunternehmen ist die Cerion GmbH und als tschechisches Unternehmen Červenka Consulting an der Entwicklung beteiligt.

Projektbeteiligte Forschungseinrichtungen:
TU Dresden, Institut für Baustoffe
TU Dresden, Professur für Baumaschinen
TU Dresden, Institut für Baubetriebswesen

Forschungspartner:

Cerion GmbH (Projektleitung)
Červenka Consulting

Laufzeit: 01/2018 – 12/2019
 

ZIM-Kooperationsforschungsprojekt „RecyZ²: Entwicklung und Charakterisierung nachhaltiger Ziegelrecyclat-Zementwerkstoffe und ihre bautechnische Verwendung“

Univ.-Prof. Dr.-Ing. Dipl.-Wirt.-Ing. Jens OTTO, Dipl.-Ing. Carolin SENKEL

Im Rahmen des Förderprogramms „Zentrales Innovationsprogramm Mittelstand“ des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie leitet das Institut für Baubetriebswesen gemeinsam mit anderen interdisziplinär ausgerichteten Instituten der TU Dresden seit Oktober 2017 ein Kooperationsforschungsprojekt mit einem innovativen mittelständischen Bauunternehmen. Im Rahmen des Forschungsprojekts wird das Thema Nachhaltigkeit von Ziegel-Beton-Recyclingmaterial betrachtet. Dabei wird das Ziel verfolgt, Ziegelbruch zu recyceln und unter Beachtung wirtschaftlicher, materialspezifischer, umweltökonomischer sowie ökologischer Aspekte weiterführend einzusetzen.

Laufzeit: 10/2017 – 10/2019
 

Überprüfung und Optimierung des RBBau-Architektenvertrages

Univ.-Prof. Dr.-Ing. Dipl.-Wirt.-Ing. Jens OTTO, Univ.-Prof. Dr.-Ing. Peter JEHLE,
Dipl.-Ing. Natalia BIENKOWSKI, Dipl.-Ing. Carolin SENKEL

Im August 2017 hat das Institut für Baubetriebswesen (IBB) den Teil-Forschungsauftrag zur „Rechtlichen Überprüfung und Optimierung des Architektenvertragsmusters und der Allgemeinen Vertragsbedingungen der RBBau-Vertragsmuster für Bauvorhaben des Bundes“ vom Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) erhalten.

Das IBB erstellt dazu ein Gutachten, welches das Vertragsmuster für Architektenleistungen (Architektenvertrag) des Bundes hinsichtlich seiner Praktikabilität und Anwendbarkeit aus baubetrieblicher und bauökonomischer Sicht bewertet. Der Forschungsauftrag wird in Kooperation mit der Anwaltspartnerschaft Kapellmann und Partner Rechtsanwälte mbB bearbeitet.

Das IBB war bereits als Gutachter in die Novelle der HOAI 2013 eingebunden (Link). Die dort gewonnenen Erkenntnisse und Erfahrungen bilden eine Grundlage für die Überprüfung und Optimierung des RBBau-Architektenvertrages.

Laufzeit: 08/2017 – 01/2018
 

CONPrint3D® ultralight: Herstellung monolithischer, tragender Wandkonstruktionen mit sehr hoher Wärmedämmung durch schalungsfreie Formung von Schaumbeton

Univ.-Prof. Dr.-Ing. Dipl.-Wirt.-Ing. Jens OTTO, Dipl.-Ing. Martin KRAUSE

Seit 2014 wird an der TU Dresden auf interdisziplinärer Ebene an der Entwicklung eines innovativen Betonbauverfahrens geforscht. Innerhalb des abgelaufenen Forschungsprojektes zum Beton-3D-Druck konnten die Grundlagen für das automatisierte und schalungsfreie Bauverfahren CONPrint3D® (Concrete ON-site 3D-Printing) geschaffen werden. Basierend auf dem Prinzip der Extrusion sollen die Betonbauteile kontinuierlich durch 3D-Formung von Frischbeton hergestellt werden. Das Projektteam erhielt im April 2016 für die Forschungsarbeiten den bauma-Innovationspreis 2016 in der Kategorie „Forschung“.
Die Forschungstätigkeit wird nun mit dem Anschlussvorhaben CONPrint3D® ultralight fortgesetzt. Das Projekt wird durch Mittel der Forschungsinitiative „Zukunft Bau“ des Bundesministeriums für Bau, Stadt- und Raumforschung (BBSR) gefördert. Im Rahmen des Forschungsprojektes sollen die baustofflichen, maschinentechnischen und baubetrieblichen Voraussetzungen für das schalungsfreie, kontinuierliche Bauen mit Schaumbeton geschaffen werden (3D-Druck mit Schaumbeton). Im Fokus steht die Entwicklung eines druckfähigen Schaumbetons und eines geeigneten Druckkopfes. Der Schaumbeton muss pumpbar, nach Austritt am Druckkopf formbeständig und nach Aushärtung ausreichend tragfähig für konstruktive Anwendungen sein und eine geringe Wärmeleitfähigkeit aufweisen. Schwerpunkt der baubetrieblichen Untersuchungen sind Wirtschaftlichkeitsbetrachtungen und Nachhaltigkeitsstudien zur neuen Schaumbeton-Drucktechnologie sowie die Sicherstellung eines durchgängigen Datenmanagements von der digitalen Planung bis zur Fertigung.


Projektbeteiligte Forschungseinrichtungen:
TU Dresden, Institut für Baustoffe (Projektleitung)
TU Dresden, Professur für Baumaschinen
TU Dresden, Institut für Baubetriebswesen

Forschungspartner:
BAM Deutschland AG
Kniele GmbH
MC Bauchemie
Opterra GmbH
Robert Bosch GmbH

Laufzeit: 06/2017 – 05/2019
 

Green Heat³ - Entwicklung innovativer Energieversorgungstechniken und -strukturen mit den Kernkomponenten modularer Großwärmespeicher und Maxianlage Solarthermie

Univ.-Prof. Dr.-Ing. Dipl.-Wirt.-Ing. Jens OTTO, Dipl.-Ing. Romy ADAM

Im Rahmen des Programmes „Anwendungsorientierte nichtnukleare FuE im 6. Energieforschungsprogramm der Bundesregierung; Energieoptimierte Gebäude und Quartiere – dezentrale und solare Energieversorgung“ gefördert vom BMWI, soll in Form einer Machbarkeitsstudie die Umsetzung einer Maxianlage Solarthermie und einem modularen Großwärmespeicher mit Einbindung in das Fernwärmenetz Dresden untersucht werden. Der Sicherstellung der Wärmeversorgung kommt eine Schlüsselfunktion bei der Gestaltung der Zukunftsfähigkeit urbaner Räume zu. Die Landeshauptstadt Dresden verfügt - wie viele Städte Deutschlands und Europas - über ein historisch gewachsenes Fernwärmeversorgungssystem, das es für diese Veränderungen umzugestalten gilt. Ziel des Vorhabens ist es, notwendige innovative Energieversorgungstechniken und -strukturen zu entwickeln. Gekoppelt an die neuartige Kernkomponente modularer Großwärmespeicher sowie der ebenfalls modularen Maxianlage Solarthermie (partiell auch in Überbauung des Speichers installiert) soll eine technologisch neuartige und langfristig wirtschaftliche Lösung entwickelt werden. Die baubetriebliche Aufgabe besteht in der Auswahl geeigneter Konstruktionen für den modularen Großwärmespeichers mit anschließender wirtschaftlicher Untersuchung hinsichtlich der Herstellungskosten für verschiedene Varianten. Darauf aufbauend wird die Realisierbarkeit auf Grundlage des gesetzten Kostenrahmens analysiert.

Teilnehmer:
DREWAG – Stadtwerke Dresden GmbH
TU Dresden – Professur für Gebäudeenergietechnik und Wärmeversorgung
TU Dresden – Institut für Baubetriebswesen
TU Dresden – Professur für Landschaftsplanung
TU Dresden – Professur für Bodenmechanik und Grundbau

Laufzeit: 12/2016 – 11/2018
 

Zwanzig20 – C3 – Teilvorhaben V1.5 Abbruch, Rückbau und Recycling von C³-Bauteilen

Univ.-Prof. Dr.-Ing. Peter JEHLE, Dipl.-Ing. Natalia BIENKOWSKI, Dipl.-Ing. Florian KOPF, Dipl.-Ing. Jan KORTMANN

Im Rahmen des Teilvorhabens V1.5 aus dem Verbundprojekt „Zwanzig20 – C³ Carbon Concrete Composite“ des Bundesministeriums für Bildung und Forschung soll bei der Erforschung der bautechnischen und materialwissenschaftlichen Entwicklung nachhaltiger Carbon-Beton-Produkte untersucht werden, wie bei den Arbeiten anfallende Stoffe im Wirtschafskreislauf verbleiben können und nicht als hochwertiger Baustoff durch mögliches Downcyceln verloren gehen. Mit dem Vorhaben V1.5 „Abbruch, Rückbau und Recycling“ wird konkret das Ziel verfolgt, ein Lastenheft für die Herstellung von Bau- und Bauwerksteilen aus Carbonbeton sowie ein Lastenheft für den Verbleib der Stoffe im Stoffkreislauf beim Abbruch und Rückbau zu entwickeln und zu verifizieren.
Das Lastenheft „Herstellung“ berücksichtigt den Zusammenhang zwischen Recyclingmaterial aus Carbonbeton und der Weiterentwicklung von Anwendungen des Carbonbetons einschließlich weiterer Impulse für neue Ansätze, wie beispielsweise einem Austausch kompletter Bauteile (Fügetechniken bei Bauteilen mit dem Ziel der Demontierbarkeit und Wiederverwendung) oder der statischen Ertüchtigung von Bauteilen. Des Weiteren soll, unter Berücksichtigung optimierter Verfahren der Betonbohr- und der Betontrenntechnik (Planung und Ausführung von TGA-Installationen) die Wertschöpfung beim technischen Ausbau analysiert und bewertet werden. Das Lastenheft „Abbruch“ beinhaltet Abbruch- und Rückbauszenarien für optimale Recyclinganwendungen. Die Wiederverwendung ganzer Bauteile hat, wie auch der Einsatz der gebrochenen Stoffe als hochwertiger Rohstoffersatz in der Herstellung von Bauteilen und Bauelementen, oberste Priorität. Dazu sind Aufbereitungstechniken und -anlagen auf die neuen Materialien abzustimmen und weiterzuentwickeln. Für die Abbruch- und Rückbauszenarien sollen alle Möglichkeiten des Recyclings geprüft und ausgewertet werden. Die unterschiedlichen Szenarien und Konzepte sollen einzeln analysiert und diskutiert werden sowie in den beteiligten Unternehmen anhand von Labor- und Großversuchen validiert werden. Messreihen und Untersuchungen zur Einhaltung des zwingend erforderlichen Arbeitsschutzes während der experimentellen Großversuche an und mit dem Carbonbeton, aber auch die Analyse und Bewertung der Wirkungen auf die Umwelt (Schadstoffemissionen bei der Bearbeitung oder der Alterung) sind weitere Schwerpunkte im Vorhaben.

Teilnehmer:
TU Dresden – Institut für Baubetriebswesen (Verbundkoordinator)
TU Dresden – Institut für Baustoffe
TU Dresden – Lehrstuhl für Betriebliche Umweltökonomie
TU Dresden – Institut für Massivbau
Klebl GmbH Gröbzig
Caruso Umweltservice GmbH
steinbeisser GmbH
Müller-BBM GmbH
AIB GmbH Architekten und Ingenieure

Laufzeit: 03/2016 bis 06/2018
 

Zwanzig20 – C3 – Teilvorhaben V1.3: Gesundheit; Teilprojekt 4: Quantifizierung der Staubfreisetzung beim Umgang mit Carbonbeton

Univ.-Prof. Dr.-Ing. Rainer SCHACH, Dipl.-Ing. Cornell WELLER

Im Rahmen des Teilvorhabens V1.3 aus dem Verbundprojekt „Zwanzig20 – C³ Carbon Concrete Composite“ des Bundesministeriums für Bildung und Forschung sollen bei der Erforschung der bautechnischen und materialwissenschaftlichen Entwicklung nachhaltiger Carbon-Beton-Produkte mögliche Auswirkungen auf die menschliche Gesundheit sowie Aspekte der Sicherheit und der Verantwortung gegenüber der Umwelt berücksichtigt werden. In diesem Vorhaben werden die Expositionen, denen der Mensch bei der Verarbeitung von Carbonfasern sowie beim Umgang mit Carbonbeton ausgesetzt ist, näher untersucht und definiert. Zu bestimmen sind gesundheitliche Gefährdungen beim Umgang mit Carbonfasern und dem Carbonbeton-Werkstoff sowie deren proaktive Minimierung oder Vermeidung. Insbesondere ist im Lebenszyklus des Carbonbetons mit einer Freisetzung von faserförmigen Partikeln in die Umwelt und die Atemluft des Menschen zu rechnen. Zu diesem Zweck wird auf Basis erfolgreicher, in der Ruß- und Abgascharakterisierung etablierter Technologien, ein Messsystem konzipiert und aufgebaut, in dem einerseits menschliche Lungenzellkulturen mit den Aerosolen aus der Carbonbetonverarbeitung direkt und an der Luft/Nährmediums-Grenze (Air-liquid Interface ALI) exponiert und gleichzeitig diese Aerosole physikalisch-chemisch charakterisiert werden. Im Verhältnis zu Referenzstäuben bekannter Toxizität (z.B. Asbest, Quarz, Printex etc.) kann eine relative Wirkungsstärke bestimmt werden. Innerhalb des Verbundvorhabens werden im Teilvorhaben C³-V1.3-IV-a am Institut für Baubetriebswesen die Analyseergebnisse im bautechnischen Kontext eingeordnet und die Auswirkungen auf den Menschen nach den Rechtsvorschriften zur Sicherheit und dem Gesundheitsschutz bewertet. Relevante Gefahren von Carbonfaser-Material-Stäuben, die bei Errichtung, Verwitterung, Abbruch sowie in Schadensfällen von Carbonbetonbauteilen entstehen können, werden in einer Gefährdungsbeurteilung analysiert. Darin werden relevante Gefahren beschrieben, das Eintritts- und Auswirkungsrisiko eingeschätzt und Sicherheits- und Gesundheitsschutzmaßnahmen festgelegt.

Teilnehmer:
Universität Rostock – Institut für Chemie (Verbundkoordinator)
TU Dresden – Institut für Baubetriebswesen
TU Dresden – Institut für Verfahrenstechnik und Umwelttechnik
Vitrocell Systems GmbH
Photonion GmbH
TOPAS GmbH

Laufzeit: 12/2015 bis 03/2018
 

Zwanzig20 – C3 – Teilvorhaben V1.1: Entwicklung von Herstell- und Verarbeitungsprozessen von Carbonbeton

Univ.-Prof. Dr.-Ing. Rainer SCHACH, Dipl.-Ing. Phillip HAHN, Dipl.-Ing. Romy ADAM

Das Projekt V1.1 hat zum Ziel, die Herstellprozesse für Carbonbeton zur Anwendungsreife zu entwickeln. Ein wesentlicher Kosten- und Qualitätsfaktor für Bauteile aus Carbonbeton ist die Art der Herstellung und Verarbeitung. Im Vorhaben V1.1 wird untersucht, in wie weit die Herstell- und Verarbeitungsprozesse weiterentwickelt bzw. grundlegend neu entwickelt werden können, um die mit der Herstellung und Verarbeitung verbundenen Kosten zu reduzieren und/oder die Qualität zu erhöhen.  Bei den Herstell- und Verarbeitungsprozessen geht es um die bauseitigen Bereiche, nicht aber um die Herstellung der Bewehrung und der Betonbestandteile. Nachdem in einem ersten Arbeitspaket die bisher erfolgten Anwendungen hinsichtlich ihrer Herstellung analysiert werden, folgen detaillierte Untersuchungen zur Einbringtechnologie für Feinbetone, Bewehrungs- und Schaltechnologie. Der Aufgabenbereich des Instituts für Baubetriebswesen beinhaltet die Analyse und Bewertung der verschiedenen Herstellungsvarianten hinsichtlich ihrer Wirtschaftlichkeit. Neben der rein monetären Betrachtung sollen aber auch andere Methoden wie z. B. die Nutzen-Kosten-Analyse, Nutzwertanalyse oder die Kosten-Wirksamkeitsanalyse angewandt werden um nichtmonetäre Kriterien wie Terminauswirkungen, Umwelteinflüsse, Qualität und Arbeitssicherheit mit in die Bewertung der verschiedenen Herstellungsvarianten einzubeziehen. Bei einem Wirtschaftlichkeitsvergleich gegenüber konventionellen Bauverfahren sollen insbesondere Einsparpotentiale gegenüber dem Stahlbetonbau herausgearbeitet werden.
Am Ende des Projektes sollen für die Varianten Sanierung im Bestand, Herstellung in Ortbetonbauweise sowie automatisierte Herstellung im Fertigteilwerk optimierte Prozessketten und Anwendungshinweise für die Herstellung von Carbonbeton zur Verfügung stehen.

Teilnehmer:
HTWK Leipzig – Institut für Betonbau (Verbundkoordinator)
TU Dresden – Institut für Baubetriebswesen
TU Dresden – Institut für Textilmaschinen und Textile Hochleistungswerkstofftechnik
TU Dresden – Institut für Leichtbau und Kunststofftechnik
und weitere vier wissenschaftliche Einrichtungen und acht Praxisunternehmen

Laufzeit: 12/2015 bis 03/2018
 

P 1118 – Einflüsse der Stahl- und Verbundbauweise auf die Lebenszykluskosten und Vermarktungsfähigkeit multifunktionaler Büro- und Geschäftshäuser

Univ.-Prof. Dr.-Ing. Rainer SCHACH, Dipl.-Ing. Anne HARZDORF

In dem vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie geförderten AiF-Forschungsvorhaben sollen systematische Grundlagen und Leitlinien zur multifunktionalen Nutzung von Büro- und Geschäftsimmobilien erarbeitet werden. Unter der Maßgabe einer hohen Umnutzungsfähigkeit bei geringen Umbauaufwendungen und gleichzeitig optimierter Konstruktion, sollen die Vorteile unterschiedlicher Bauweisen herausgestellt werden. Die Basis der Untersuchungen bildet die Analyse der unterschiedlichen Nutzungsarten und die sich daraus ergebenden Anforderungen an multifunktionale Bürogebäude. Darauf aufbauend werden relevante Tragsysteme und Bauteilausbildungen erarbeitet und die Einflüsse der verschiedenen Bauweisen auf die Geschosshöhen, Gebäudemassen, vertikalen Bauteile und Gründungskörper quantifiziert. Im Rahmen der baubetrieblichen Aufgabenstellung sind die Bürogebäude ökonomisch zu bewerten. Dazu sind sowohl Kosten und Erlöse sowie einfließende Risiken zu ermitteln. Ziel ist es, ein Investitionsmodell zur Ermittlung der Renditeerwartung zu entwickeln. Anhand der sich aus der Wirtschaftlichkeitsbetrachtung ergebenden Ergebnisse können ganzheitliche Aussagen zu Gebäuden in Stahl- und Stahlverbundbauweise getroffen werden.

Teilnehmer:
TU Dresden - Institut für Baubetriebswesen, Professur für Baubetriebswesen
TU Dresden - Institut für Stahl und Holzbau, Professur für Stahlbau
TU Darmstadt - Fachgebiet Entwerfen und Baugestaltung
und 13 weitere Praxispartner

Laufzeit: 03/2015 bis 03/2018
 

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Gudrun Radloff
Letzte Änderung: 30.05.2018