Prof. Hubert Heinrich Engels

Gemälde von Prof. Hubert Heinrich Engels © Detlef Aigner Gemälde von Prof. Hubert Heinrich Engels © Detlef Aigner
Gemälde von Prof. Hubert Heinrich Engels

© Detlef Aigner

Hubert Engels leistete einen bedeutenden Beitrag zur Entwicklung des Wasserbaus von der Empirie zur Wissenschaft, wobei er das Modellversuchswesen zur Findung optimaler Ingenieurlösungen benutzte und entwickelte. Im Jahre 1898 gründete er an der Königlich Sächsischen Technischen Hochschule das weltweit erste ständige Flussbaulaboratorium.

Der unaufhaltsame technische Fortschritt an der Schwelle zum 20. Jahrhundert führte auch auf dem Gebiet des Wasserbaus zu großen Aufgaben und technischen Herausforderungen in Bezug auf die Bemessung der Wasserbauten. Dass die Bauingenieure diesen Anforderungen immer besser gerecht werden konnten, ist nicht zuletzt das Verdienst von Hubert Engels, der als Professor für Wasserbau an der Königlich Sächsischen Technischen Hochschule einen entscheidenden Schritt auf dem Wege des Wasserbaus und der Hydromechanik von der aus Erfahrungswerten schöpfenden Kunst zur Wissenschaft ging, indem er das erste ständige Flussbaulaboratorium in Betrieb nahm und für seine Forschungen nutzte. Hubert Engels wurde 1854 geboren, studierte in Berlin und München Bauingenieurwesen und sammelte umfangreiche praktische Erfahrungen an zahlreichen Wasserbauprojekten jener Zeit. Im Jahre 1887 wurde er Professor für Wasserbau Braunschweig, bevor er drei Jahre später dem Ruf nach Dresden folgte.

Hubert Engels widmete sich besonders dem Studium der Wasserbewegung in einem Flusslauf, der Interaktion zwischen Wasser und Flussbett sowie dem Feststofftransport. Auf der Grundlage seiner praktischen Erfahrungen und einer scharfen Naturbeobachtung beschrieb Engels bereits 1893 die hydraulischen Vorgänge im Fluss in einem Beitrag zu einem internationalen Ingenieurkongress in Chicago mit einer erstaunlichen Perfektion.

Die Suche nach Erkenntnissen auf diesem Gebiet und seine Begabung, die Strömungserscheinungen über die Beobachtung zu erfassen und zu verstehen, veranlassten ihn, Flussstrecken maßstäblich zu verkleinern und als Modelle aufzubauen, um die Strömungserscheinungen umfassender beobachten zu können.

In Dresden begann Engels zunächst mit Versuchen im Zeunerschen Laboratorium an der Technischen Hochschule, die mit seiner Veröffentlichung über den Schutz der Strompfeiler vor Unterspülung weithin bekannt wurden. Im Jahr 1898 konnte Engels das erste ständige Wasserbaulabor, im Keller des alten (1945 zerstörten) Gebäudes der TH Dresden in Betrieb nehmen. Das Labor wurde vorwiegend für Versuche mit beweglicher Sohle genutzt. Als im Rahmen der Hochschulerweiterung ein Campus in der Südvorstadt errichtet wurde, zog das Labor 1913 in das Sockelgeschoss des Bauingenieurgebäudes um, wo es sich heute noch befindet.

Professor Engels vertrat den Wasserbau in Dresden vom 01.10.1890 bis zu seiner Emeritierung im Jahre 1924, beteiligte sich aber auch danach noch an vielen Forschungsvorhaben und Modellversuchen, vor allem in der Wasserbauversuchsanstalt in Obernach.

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Tobias Gierra
Letzte Änderung: 01.04.2016