Untersuchung von Pflanz- und Saatverfahren für Pionierbaumarten zur effizienten Wiederbewaldung großer Störungsflächen (Piwi)
Zunehmende Witterungsextreme führen zu großen Freiflächen, die Kohlenstoff-, Wasser- und Nährstoffkreisläufe entkoppeln und Ökosystemleistungen gefährden. Da die natürliche Samenausbreitung von Pionierbaumarten auf Störungsflächen oft auf 100 Meter begrenzt ist, bleiben die Zentren großer Freiflächen (> 4 ha) häufig jahrelang ohne Wiederbewaldung. Zudem erschwert die globale Erwärmung durch Trockenperioden die Keimung und Etablierung wichtiger Pionierbaumarten. Daher ist das primäre Ziel des Projektes, fundierte waldbauliche Maßnahmen zur Etablierung eines Vorwaldes aus Pionierbaumarten unter den verschärften Bedingungen des Klimawandels abzuleiten.
Im Projekt werden daher:
- verschiedene Pflanz- und Saatvarianten mit den Baumarten Sandbirke, Salweide, Aspe und Kiefer getestet.
- neue Methoden, wie die Verwendung von Pflanzen, die bewusst unter Trockenstress erzogen wurden, sowie die Erprobung von Wintersaaten als Alternative zu herkömmlichen Frühjahrs- und Herbstsaaten erprobt.
- der Nutzen von verbleibendem Totholz für die Wiederbewaldung evaluiert.
- eine begleitende Kosten-Nutzen-Betrachtung durchgeführt, um sicherzustellen, dass die Verfahren für die Forstpraxis ökonomisch tragfähig sind.
Ein weiterer Aspekt des Projekts ist die enge Verzahnung mit der Praxis. Durch Umfragen werden die Bedürfnisse der Waldbesitzenden direkt in die Forschung integriert. Die Ergebnisse sollen schließlich über Workshops, wissenschaftliche Publikationen und einen Handlungsleitfaden verbreitet werden.