GPS-Anwendungen in den Sportwissenschaften


Immer kleiner werdende GPS-Empfangstechnik ermöglicht neue Einsatzgebiete für die kinematische satellitengestützte Positionierung, z.B. auch in der Sportwissenschaft. In enger Zusammenarbeit mit Verantwortlichen aus dem Leistungssport wurde im Rahmen des Forschungsprojektes Satellitennavigation - Anwendungen in der Sportwissenschaft erörtert, wie Positionsinformationen und daraus abgeleitete Größen beitragen können, die sportliche Leistung von Athleten objektiv quantifizieren zu können.

Es wurden Anforderungen von Seiten des Sports zusammengetragen, um ein Meß- und Auswertesystem entwickeln zu können, welches zur Trainingsdokumentation und möglicherweise auch im Wettkampf eingesetzt werden kann.

Aus geodätischer Sicht gibt es dabei zwei Schwerpunkte: die zentimetergenaue kinematische DGPS-Positionsbestimmung sowie daran anschließend die automatisierte Aufbereitung und Visualisierung der Ergebnisse. Gerade im Bereich der Ergebnispräsentation sind die unterschiedlichen Anforderungen der speziellen Sportart zu berücksichtigen.

Am Beispiel Rudern ist deutlich geworden, daß sich durch den Einsatz von satellitengestützten Positionierungstechniken und damit der direkten Bestimmung von Geschwindigkeiten und Streckenlängen zum Teil ganz neue Kriterien zur Leistungssteigerung der Athleten ergeben.

Das Meßsystem kam im Rahmen des Projekts bei drei verschiedenen Feldsportarten zum Einsatz, Riesenslalom, Skispringen und Rudern. Dabei konnten wichtige Erfahrungen gewonnen und erste Erfolge verzeichnet werden.



Abb. 1: Die Photomontage zeigt einen Skispringer mit GPS-Helmantenne bei einer Testmessung. Die Bildfolge veranschaulicht die Meßpunktdichte bei 5Hz Abtastrate. Die derzeit realisierte Auflösung beträgt 20Hz.


Das Projekt wurde im Februar 2002 mit dem Academic Challenge Award  in der Kategorie "competitive sports" ausgezeichnet.

Dieses Projekt wurde mit Forschungsmitteln des Bundesinstituts für Sportwissenschaft  unter dem Geschäftszeichen VF 0408/06/01/2000 gefördert.

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Volker Frevert
Letzte Änderung: 17.06.2016