Einführung

Die negativen Folgeerscheinungen des motorisierten Verkehrs können nicht allein durch technologische Innovationen bewältigt werden, die auf eine Verringerung des Energie- und Ressourcenverbrauchs abzielen. Technische Verbesserungen müssen durch Maßnahmen ergänzt werden, die auf eine Verringerung der Verkehrsnachfrage (Travel Demand Management) und auf eine Veränderung umweltbelastender Verhaltensweisen abzielen. Verhaltensorientierte Maßnahmen können sehr wirksam mit dem Verkehr verbundene ökologische Probleme verringern, ihnen wird jedoch oft nur eine geringe Akzeptanz zugeschrieben.

Eine zentrale Stellgröße ist dabei die Herstellung von Kostenwahrheit im Verkehr durch eine gerechte Berücksichtigung negativer externer Effekte. Negative externe Effekte sind Kosten und Belastungen, die die Verursacher der Handlungen nicht selber tragen, sondern auf andere Menschen, auf zukünftige Generationen oder andere Regionen abwälzen. Die Verursacher dieser Effekte berücksichtigen diese Kosten nicht bei ihrem eigenen Verhalten, sie verhalten sich so zu ihrem eigenen kurzfristigen Vorteil sozial und ökologisch ineffizient.

Deshalb sollen im Rahmen dieses Promotionskollegs Hintergründe und Möglichkeiten für eine zugleich ökologisch effiziente, sozial gerechte und psychologisch akzeptierte Organisation zukünftiger Mobilität erforscht werden. Soziale und Verteilungsaspekte werden dabei wichtig sein: Bisherige Arbeiten zeigen, dass finanziell besser gestellte Bevölkerungsschichten durch ihr Verkehrsverhalten Lärm-, Abgas- und Umweltbelastungen verursachen, die vor allem von finanziell schwächer gestellten Bevölkerungsschichten getragen werden. Ein wesentlicher Aspekt werden somit Internalisierungsstrategien für externe Effekte im Verkehr unter Berücksichtigung von Akzeptanzaspekten und Verteilungswirkungen sein („Verursacherprinzip“).

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Thilo Becker
Letzte Änderung: 26.05.2016