Wissenschaftliche Richtlinien

Im Folgenden finden Sie die Erwartungen der Professur Informationsmanagement an wissenschaftliche Arbeiten unter Beachtung von

Formale Anforderungen: Richtlinien bei der Erstellung wissenschaftlicher Arbeiten

Für Arbeiten an der Professur für Informationsmanagement müssen zwingend die Richtlinien bei Erstellung von wissenschaftlichen Arbeiten  eingehalten werden, welche in OPAL zu finden sind. Bitte beachten Sie, dass sich die Richtlinien nach dem APA Style richten. Eine sehr hilfreiche Zusammenfassung des Stils mit vielen Beispielen zur Zitation und Quellenangabe finden Sie hier. Im Zweifelsfall gelten die Lehrstuhlrichtlinien auf OPAL. Sollten dort Inkonsistenzen oder Unklarheiten auftreten, ist der jeweilige Ansprechpartner zu konsultieren.

Häufig gestellte Fragen insb. zu Formalia von Seminar- und Abschlussarbeiten können im FAQ der OPAL-Seite "Abschlussarbeiten am LS WIIM" eingesehen werden. 

Weitere Tipps zum Schreiben und Präsentieren von wissenschaftlichen Arbeiten an der Professur Informationsmanagement finden Sie in unserem Blog. Häufigste Fehler in schriftlichen Arbeiten werden hier schön zusammengefasst. Für die Arbeit mit Microsoft Word finden Sie hier eine Video-Anleitung (nur aus dem Uni-Netz anzusehen). 

Inhaltliche Anforderungen: Bewertungsrichtlinie

Folgend finden sich die inhaltlichen Anforderungen an wissenschaftliche Arbeiten in Form einer Bewertungsrichtlinie. Die Kriterien gelten für jedes Niveau, ob Projektarbeit im Bachelor, Bachelorarbeit oder Masterarbeit. Entsprechend des Niveaus verschiebt sich die Gewichtung der Kriterien.

Stand: 24.11.2011

Gewichtung der Bewertungskriterien

Frühes Bachelorstudium

Diese Arbeiten dienen der ersten Auseinandersetzung mit wissenschaftlichen Arbeiten. Abweichungen von formalen Anforderungen und inhaltliche Aspekte der Ausarbeitung wiegen daher nicht so schwer, wie in späteren Arbeiten. Auch bei der thematischen Ausarbeitung werden geringere Leistungen erwartet, insbesondere wird mit eher kleinen Eigenleistungen gerechnet.

Fortgeschrittenes Bachelor-, frühes Masterstudium

Bei diesen Arbeiten wird erwartet, dass Studierende ein grundsätzliches Verständnis für wissenschaftliches Arbeiten und Schreiben besitzen und daher auch formale Anforderungen einhalten. Auch bei der inhaltlichen Ausarbeitung sollten sie im Stande sein, die Arbeit entsprechend den Erwartungen zu gestalten. Bei der thematischen Ausarbeitung werden insbesondere eine ausführlichere Quellenarbeit, ein systematisches Vorgehen und klar ersichtliche Eigenleistungen erwartet.

Fortgeschrittenes Masterstudium

Diese Arbeiten sollten keine formalen Fehler mehr vorweisen und inhaltlich den Grundsätzen des wissenschaftliches Schreibens entsprechen. Neben einer umfangreichen Quellenarbeit und einem systematischen Vorgehen wird eine ausführliche, kritische Auseinandersetzung mit den Themen erwartet. Die Eigenleistung stellt einen wichtigen Bestandteil der Arbeit dar.

Bewertung

Bestandteile der Arbeit
Deckblatt: Das Deckblatt muss den Richtlinien entsprechend alle Angaben beinhalten und sinnvoll formatiert sein.
Abstract: Der Abstract muss vorhanden sein und im Umfang den Richtlinien entsprechen.
Verzeichnisse: Die Verzeichnisse müssen den Richtlinien und dem Inhalt der Arbeit entsprechen und sinnvoll formatiert sein.
Layout: Das Layout der Arbeit muss den Richtlinien entsprechen und sinnvoll gestaltet sein.
Abbildungen/Tabellen: Abbildungen und Tabellen müssen eine hohe Qualität aufweisen und entsprechend der Richtlinien beschriftet sein.
Rechtschreibung: Die Arbeit muss grammatikalisch und orthographisch korrekt sein.
Umfang: Der Umfang muss den Richtlinien bzw. den Angaben des zuständigen Dozenten entsprechen.

Formale Anforderungen

Logischer Aufbau der Arbeit
sehr gut: Die Gliederung der Arbeit spiegelt den roten Faden wieder und ist an der üblichen Struktur wissenschaftlicher Artikel (IMRAD) angelehnt. Die Überschriften sind aussagekräftig und unterstützen auch nicht-lineares Lesen. Die Aufteilung ist ausreichend granular, um den Leser zu führen, aber nicht so kleinteilig, dass dies den Lesefluss stört.
mittelmäßig: Die Arbeit ist zwar logisch aufgeteilt, die Gliederung ist aber entweder nicht ausreichend unterteilt oder zu granular. Die Überschriften sind nicht immer eindeutig.
schlecht: Die Struktur der Arbeit wird durch die Gliederung nicht unterstützt und bleibt unklar.
Schreibstil (APA Schreibstil)
sehr gut: Die Arbeit ist sachlich und vorurteilsfrei geschrieben. Die Forschung (und nicht der Forscher) steht in Vordergrund. Subjektive oder wertende Aussagen werden mit Bedacht benutzt, als solche gekennzeichnet und begründet. Die Zeitformen und Personen sind überlegt gewählt und konsistent. Die Arbeit besteht aus kurzen, verständlichen Sätzen in einer aktiven Zeitform. Übertriebener Fachjargon, sowie Anglizismen werden vermieden.
mittelmäßig: Die Arbeit benutzt zu komplexe Sätze und Jargon, die das Lesen stören. Wertende Aussagen oder übertriebene Betonungen kommen ohne Begründung zum Einsatz. Der Autor verwendet unnötige Konstrukte (z.B. Konversationsfragen). Oft kommt auch Umgangssprache zum Einsatz.
schlecht: Die Arbeit besteht eher aus Prosa als aus wissenschaftlichen Ausarbeitungen. Der Autor benutzt häufig Umgangssprache und/oder ist stark subjektive oder sogar wertend geschrieben. Der Schreibstil wirft ein schlechtes Licht auf die Reliabilität des Vorgehens.
Zitation (APA Zitationen)
sehr gut: Die Zitationsweise entspricht durchgängig den (i.e. Autor, Jahr, Seite). Zitationen werden entsprechenden Sätzen bzw. Tabellen/Abbildungen ggf. mit Erklärung zugeordnet. Die Zitationshäufigkeit deutet darauf hin, dass der Autor gezielt aus Quellen ausgewählt hat, statt aus wenigen Quellen abzuschreiben. Der Autor unterscheidet klar zwischen wörtlichen Zitaten, indirekten Inhaltsübernahmen und indirekten, stark abgeänderten Ideenübernahmen.
mittelmäßig: Zitationen erscheinen oft ohne Angabe der Seite und sind nur vage zugeordnet. Unterschiede zwischen direkten, indirekten und abgeänderten Zitaten sind oft unklar.
schlecht: Zitationen werden nur sporadisch verwendet. Die führt verstärkt zu direkten oder indirekten Plagiaten.

Inhaltliche Ausarbeitung

Roter Faden
sehr gut: Der Autor bietet eine explizite Hinführung vom Ziel der Arbeit, über die einzelnen Schritte des Vorgehens zum Ergebnis. Dabei wird sowohl lineares als auch nicht-lineares Lesen unterstützt. Alle Bestandteile der Arbeit tragen klar zum Ziel und den Ergebnissen bei.
mittelmäßig: Die Zielstellung, Vorgehensweise und Ergebnisse werden zwar beim linearem Lesen klar, sind aber nicht expliziert.
schlecht: Die Verkettung zwischen Zielstellung, Vorgehensweise und Erkenntnissen ist unklar.
Abstract
sehr gut: Der Abstract ist ein fokussierter Umriss der gesamten Arbeit. Er nimmt Bezug auf den Kontext, die Ziele, das Vorgehen und die Ergebnisse der Arbeit.
mittelmäßig: Das Abstract beschreibt hauptsächlich den Kontext der Arbeit. Ergebnisse werden nicht angesprochen.
schlecht: Wenn überhaupt vorhanden, hat der Abstract vornehmlich Prosa-Charakter und befasst sich mit der Motivation der Arbeit. Er ist eher ein Teaser als ein Abstract.
Zielstellung
sehr gut: Die Zielstellung wurde explizit angegeben, abgegrenzt und operationalisiert. Der Autor macht nicht nur deutlich, was er erreichen möchte, sondern auch auf welche Forschungsobjekte er sich bezieht.
mittelmäßig: Die Zielstellung wird zwar explizit angegeben, ist aber zu vage. Sie kann nicht als Wegweiser für die weitere Arbeit, insbesondere für das methodische Vorgehen, verwendet werden.
schlecht: Die Zielstellung ist nur implizit oder fehlt ganz.
Einleitung
sehr gut: Die Einleitung erklärt sachlich und fokussiert den Kontext/die Motivation, die Zielstellung und die Struktur der Arbeit und weist auf die Ergebnisse hin.
mittelmäßig: Die Einleitung stellt hauptsächlich den Kontext dar und umreißt die Zielstellung nur knapp. Die Kontextbeschreibung ist ausschweifend und neigt zur Prosa.
schlecht: Die Einleitung (wenn vorhanden) befasst sich fast ausschließlich mit dem Kontext/der Motivation der Arbeit. Dabei appelliert sie eher an die Emotionen des Lesers, statt die Arbeit klar einzuordnen.
Hauptteil
sehr gut: Jedes Kapitel trägt zur Erfüllung der Zielstellung bei, was auch in der Einleitung bzw. Zusammenfassung jedes Kapitels explizit dargestellt wird. Die Anordnung und Untergliederung der Kapitel spiegelt das Vorgehen wieder.
mittelmäßig: Obwohl die Kapitel sinnvoll erscheinen, werden sie nicht explizit in das große Ganze eingeordnet.
schlecht: Der Zusammenhang zwischen den Kapiteln bleibt unklar, genauso wie der Beitrag der einzelnen Kapitel zum Ziel.
Visuelle Unterstützung (APA TablesFigures)
sehr gut: Die Arbeit setzt sinnvoll Abbildungen, Tabellen, Listen und Hervorhebungen ein, um die Verständlichkeit des Textes zu Erhöhen und die Orientierung des Lesers sicherzustellen. Alle Abbildungen und Tabellen stellen eine sinnvolle Ergänzung des Textes dar und sind auch explizit im Text beschrieben. Zugleich ist jede Tabelle/Abbildung in sich verständlich.
mittelmäßig: Strukturierungsmittel (z.B. Listen, Aufzählungen, Hervorhebungen) werden nur unzureichend benutzt. Tabellen und Grafiken sind nicht ausreichend mit dem Text verzahnt. Oft sind sie nur aus anderen Quellen übernommen und nicht an den Bedarf der Arbeit angepasst.
schlecht: Es werden kaum Mittel zur Unterstützung des Leseflusses verwendet, was das Lesen der Arbeit erheblich erschwert. Wenn vorhanden, stehen Abbildungen und Tabellen nicht im Zusammenhang mit dem Text.
Zusammenfassung
sehr gut: In der Zusammenfassung wird explizit auf die Ergebnisse der Arbeit, insbesondere auf die Erfüllung der Zielsetzung eingegangen. Des Weiteren werden die Limitationen der Ergebnisse expliziert und weiterer Forschungsbedarf angesprochen. In der Zusammenfassung wird auch die Relevanz der Ergebnisse für die Forschung bzw. die Praxis dargestellt.
mittelmäßig: Die Ergebnisse werden zwar zusammengefasst, es wird aber nicht mehr explizit auf die Erfüllung der Zielsetzung eingegangen. Auch der kritische Umgang mit den Ergebnissen in Bezug auf ihre Einschränkungen ist unzureichend.
schlecht: Wenn vorhanden, spricht die Zusammenfassung die Ergebnisse nur unzureichend an. Ohne vorheriges Durchlesen der Arbeit bleibt auch die Zusammenfassung unverständlich. Eine kritische Bewertung der Ergebnisse findet nicht statt.

Thematische Betrachtung

Ausführlichkeit
sehr gut: Die Arbeit zielt inhaltlich klar auf die Beantwortung der Forschungsfrage. Alle Inhalte und Quellen sind so ausführlich beschrieben, wie es die Zielsetzung erforderlich macht. Zugleich wird alles Irrelevante ausgelassen bzw. nur mit Hilfe von Zitationen darauf verwiesen. Die Klärung von Bergrifflichkeiten ist ausführlich und liefert eine geeignete Basis für eine kritische Auseinandersetzung, ist aber dem Umfang der Arbeit angepasst und fokussiert. Gleiches gilt auch für die Zusammenfassung existierender Literatur (hier stehen relevante Erkenntnisse bzw. die Einordnung der Arbeit im Vordergrund) und die Beschreibung der Vorgehensweise.
mittelmäßig: Der Autor schweift oft ab und beschreibt Informationen (z.B. Modelle, Begriffe), die für die Zielstellung der Arbeit nicht relevant sind. Literaturübersicht ist eher historisch als am Forschungsziel ausgerichtet.
schlecht: Der Autor befasst sich mit Inhalten, die für die Arbeit irrelevant sind. Teilweise werden ganze Passagen aus einzelnen Werken beschrieben, obwohl diese keine direkte Verbindung zum Thema haben.
Systematik
sehr gut: Das Vorgehen der Arbeit ist sehr systematisch. Der Autor kann einzelne Schritte klar beschreiben, begründen und kritisch reflektieren. Die Arbeit zeigt, dass dem Autoren die Grundsätze wissenschaftlichen Arbeitens klar sind und dass er auch kritische Punkte identifizieren kann.
mittelmäßig: Obwohl das Vorgehen sinnvoll erscheint, wird es nur teilweise in der Arbeit dargelegt. Einige Schritte können nur implizit erahnt werden. Der Autor liefert nicht genug oder nicht die richtigen Informationen, um die Systematik und Qualität des Vorgehens bewerten zu können.
schlecht: Die Arbeit expliziert das Vorgehen kaum und erweckt den Eindruck, dass der Autor ad-hoc vorgegangen ist, ohne Verständnis für die Grundsätze des wissenschaftlichen Arbeitens.
Quellenarbeit
sehr gut: Die Menge der Quellen entspricht der Anforderungen an die Arbeit (Daumenregel 1-2 Quellen pro Seite). Die Quellen sind sinnvoll gewählt, können verschiedenen Arten zugeordnet werden und haben eine entsprechende Qualität. Der Autor hat Schlüsselpersonen und Schlüsselthemen in der Literatur identifiziert. Zugleich hat sich der Autor auch gezielt kritisch mit Quellen auseinandergesetzt. Die Inhalte aus den Quellen werden im Rahmen der Arbeit nicht einfach übernommen, sondern so eingesetzt, dass die Zielstellung erreicht werden kann und eine Eigenleistung entsteht.
mittelmäßig: Obwohl die Anzahl der Quellen den Anforderungen entspricht, ist die Quellenauswahl unzureichend. Oft werden nur Quellen eines bestimmten Typs ausgesucht (z.B. nur Bücher, oder nur deutsch) und zwar so, dass dadurch die Arbeit negativ beeinflusst wird. Im Text werden Inhalte aus den Quellen ohne kritische Reflexion übernommen. Dies führt dazu, dass der Weg zum Ergebnis vereinfacht eindeutig und linear dargestellt wird. Des Weiteren werden Aussagen nur unzureichend von Quellen untermauert.
schlecht: Die Arbeit basiert auf zu wenigen Quellen, deren Qualität nicht den Anforderungen an die Arbeit entspricht. Aussagen bleiben oft ohne Quellen.
Kritischer Umgang mit Aussagen
sehr gut: Der Autor zeigt, dass ihm die Tragweite seiner Aussagen bewusst ist. Alle Aussagen werden von Quellen untermauert, klar abgeleitet oder begründet. Dabei wird immer wieder auch auf mögliche Kritik eingegangen, oft auch mit Zitation entsprechender Quellen. Dies erstreckt sich auch auf die kritische Bewertung der eigenen Ergebnisse.
mittelmäßig: Der Autor nimmt bei vielen, auch kritischen Aussagen an, dass sie allgemeingültig sind und daher keine Begründung bedürfen.
schlecht: Der Autor scheint zu glauben, dass alle Aussagen eindeutig und richtig sind, bloß weil sie ihm persönlich so erscheinen. Aussagen werden nur selten begründet.
Eigenanteil
sehr gut: Der Autor schafft bereits bei der Zielsetzung eine klare Grundlage für die Erstellung einer eigenen Leistung. In der Arbeit wird die Eigenleistung klar gekennzeichnet und in der Zusammenfassung erneut angesprochen. Dabei spricht der Autor sowohl den Wert der Arbeit für die Praxis als auch für die Forschung an. Die geschaffene Eigenleistung entspricht den Anforderungen an die jeweilige Arbeit.
mittelmäßig: Obwohl die Arbeit eine gewisse Eigenleistung beinhaltet, wird diese nicht explizit von dem Autor angesprochen. Die Eigenleistung ist auch geringer als erwartet.
schlecht: Die Arbeit bleibt weit hinter den Anforderungen an die Eigenleistung zurück.
 

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Webredaktion WIIM
Letzte Änderung: 04.01.2017