Taboo and Transgression. The Power of the (Un)Told in Post-Migrant Society

Internationale Konferenz

22. Juni 2017

Veranstalter

Zentrum für Integrationsstudien, TU Dresden
In Kooperation mit der Sächsischen Landesbibliothek – Staats- und Universitätsbibliothek Dresden (SLUB)
(finanziert durch die Internationalisierungsstrategie der TU Dresden „TU Dresden – Connected to the World“)

Anmeldung

bis 11.06.2017

Anmeldung für Besucher der Konferenz
Anmeldung für Studenten im Bereich AQua

Taboo Tagung

Ort

Vortragssaal der Sächsischen Landesbibliothek – Staats- und Universitätsbibliothek Dresden (SLUB),  Zellescher Weg 18, 01069 Dresden, 1. Etage

Beschreibung der Tagungsinhalte

Das Thema Tabu und Transgression ist eines, das unterschiedliche Aspekte der Gesellschaft betrifft, alleine dadurch, dass unterschiedliche Ebenen betroffen sind: Die Handlungsebene (Handlungstabus und Handlungsüberschreitungen), die Kommunikationsebene (Kommunikationstabus und Kommunikationsüberschreitungen) und die Sprachebene (Sprachtabus und Sprachüberschreitungen). Eine interdisziplinäre Herangehensweise aus linguistischer, erziehungswissenschaftlicher, soziologischer, kultur- und sozialanthropologischer Perspektive liegt daher auf der Hand.
Tabus, die so genannt ungeschriebenen Gesetze des Zusammenlebens, gibt es in jeder Gemeinschaft und in jeder Gemeinschaft, gibt es unterschiedliche. Ohne Tabus würde keine Gesellschaft funktionieren. Tabus werden durch Sozialisation erworben und haben die wichtige Funktion, Identität zu sichern. Tabubrüche sind entsprechend identitätsbedrohend für Gruppen und Kulturen. Gleichzeitig sind es aber auch Tabubrüche, die gegebenenfalls Entwicklung ermöglichen und neue Prozesse der gesellschaftlichen Selbstverständigung anstoßen. Ähnlich verhält es sich mit Transgressionen: Überschreitungen in Form verbalen Übergriffen, Hate Speeches und Beleidigungen jeglicher Art können einerseits Integrationsprozesse grundlegend hemmen und Desintegration offenbaren, aber in der Provokation von Gegenreaktionen auch Prozesse einer (notwendig gewordenen) Verständigung und Kommunikation hervorrufen.

Insbesondere die Gleichzeitigkeit von Tabus und Transgression einer demokratischen Gesellschaft ist erklärungsbedürftig, offenbaren sich hier doch Phänomene des Verschweigens und des Überschreitens, die der freiheitlichen Werteordnung entgegenstehen. Genau diese Gleichzeitigkeit des Ungleichzeitigen hat aber Einfluss auf Integrationsprozesse in einer diversen Gesellschaft, die es im Detail, das heißt in Bezug auf ihre ursächlichen und kontextuellen Bedingungen, Funktionen und Wirkweisen sowie Konsequenzen zu erklären und zu verstehen gilt.
Vor diesem Hintergrund sind Tabu und Transgression im Kontext von Integrationsprozessen hochgradig relevant und zwar sowohl in ihrer Schutzfunktion als auch in der Notwendigkeit, sie zu überwinden, damit gesellschaftliche Prozesse stattfinden können. Im Rahmen der Tagung werden folgende Fragen diskutiert:

  • Welche Tabus und Transgressionen tauchen v.a. in Migrations- und Integrationsprozessen auf?
  • Welche Tabus stellen Hemmnisse für Integrationsprozesse dar?
  • Welche Tabus gibt es in einer als mitunter tabulos geltenden Gesellschaft wie Deutschland?
  • Welche Tabus gibt es im Kontext von Flucht und Migration?
  • Welche Tabudiskurse und Euphemismen sind hilfreich?
  • Wie verhalten sich Tabu und Transgression zueinander?
  • Welche Form von Transgression hemmen Integration? Welche fördern sie?
  • Wer ist in der Position, Tabugrenzen überschreiten zu können?
  • Welche Konsequenzen haben transgressive Akte für wen und wie hängt dies mit gesellschaftlichen Machtverhältnissen zusammen?

Die Tagung zielt zunächst einmal auf die Klärung und der Schärfung grundlegender Begriffe (Tabu, Transgression, Integration, postmigrantische Gesellschaft) ab, um sich dann intensiv mit den geschilderten Problembereichen aus interdisziplinärer Perspektive zu beschäftigen und Perspektiven für eine tabusensible Integrationsforschung zu entwickeln. Mit der Einladung internationaler Gastreferent*innen erhoffen wir uns, unsere Forschungsfragen neu und aus globaler Sicht zu perspektiven und ein Netzwerk aus themenrelevanten Wissenschaftler*innen zu etablieren.

Programm

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Begleitprogramm

Während der internationalen Konferenz wird ein Begleitprogramm angeboten werden, das die Themen der Tagung in die akademische Lehre und den öffentlichen Diskurs übertragen wird.

Begleitprogramm

Kontakt

Wissenschaftliche Hilfskraft

Name

Frau Katharina Tietze M.A., MScBA

Kontaktinformationen
Organisationsname

Zentrum für Integrationsstudien

Zentrum für Integrationsstudien

Adresse work

Besucheradresse:

Seminargebäude 1 Zellescher Weg 22

01217 Dresden

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Letzte Änderung: 20.06.2017