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Deportation Class (Film)

Film und Diskussion im Rahmen des Projekts "Courage - wissen, sehen, handeln!" sowie Eröffnung der Refugee Law Clinic Dresden

Sie kommen in der Nacht, sie reißen Familien aus dem Schlaf und setzen sie in ein Flugzeug: Sogenannte Zuführkommandos von Polizei und Ausländerbehörden haben im vergangenen Jahr 25.000 Asylbewerber aus Deutschland abgeschoben. Und jetzt im Wahlkampf fordert die Bundeskanzlerin bereits eine "nationale Kraftanstrengung", um noch härter durchzugreifen. Doch was bedeutet eine Abschiebung eigentlich? Und was macht sie mit den Männern, Frauen und Kindern, die abgeschoben werden?
Der 85-minütige, preisgekrönte Dokumentarfilm DEPORTATION CLASS zeichnet ein umfassendes Bild dieser staatlichen Zwangsmaßnahmen: Von der Planung einer Sammelabschiebung über den nächtlichen Großeinsatz in den Unterkünften der Asylbewerber bis zu ihrer Ankunft im Heimatland und der Frage, was die Menschen dort erwartet.
Erstmals hatten die Regisseure Carsten Rau und Hauke Wendler, die zu diesem Thema bereits den mehrfach ausgezeichneten Dokumentarfilm 'Wadim' realisierten, die Möglichkeit, eine Sammelabschiebung zu filmen. Dabei wurden 200 Asylbewerber nach Albanien ausgeflogen: Bewegende, teils schockierende Bilder, die in Deutschland so noch nicht zu sehen waren.
Der Dokumentarfilm DEPORTATION CLASS zeichnet aber nicht nur ein präzises, nüchternes Bild dieser nächtlichen Abschiebungen. Der Film gibt auch denjenigen ein Gesicht, eine Stimme und damit ihre Würde zurück, die in den Fernsehnachrichten nicht zu Wort kommen: Menschen wie Gezim, der in Deutschland auf eine bessere Zukunft für seine Kinder hoffte und ohnmächtig zusehen muss, wie sein Traum zerplatzt. Oder die Familie von Elidor und Angjela, die vor der Blutrache flüchten musste und nach der Abschiebung in Albanien ins Bodenlose stürzt.

Veranstalter: Zentrum für Integrationsstudien, Kino im Kasten und cine|lokal

Ort: Kino im Kasten, August-Bebel-Straße 20, 01219 Dresden

Termin: 27.11.2017, 20:00 - 22:30Uhr

Eintritt: frei

Diskussion: mit Elena Bogdanzaliew (Refugee Law Clinic, Zentrum für Integrationsstudien), Oliver Senger (Sächsischer Flüchtlingsrat e.V.) u.a.

Rückblick auf den ersten Ausbildungszyklus der RLC Dresden

Die ersten Teilnehmer*innen haben das Ausbildungsprogramm der RLC Dresden abgeschlossen.
Im Oktober 2016 startete der erste Ausbildungszyklus mit 32 Studierenden der TU Dresden.
Zunächst besuchten die Teilnehmer*innen eine Vorlesung, sowie ein Übungstutorium; welches ihnen grundlegende Kenntnisse des Asyl- und Aufenthaltsrecht vermittelte. Dieses Wissen wurde durch eine schriftliche Klausur im Wintersemester abgeprüft. In den darauffolgenden Semesterferien absolvierten die Studierenden ein Praktikum in Kanzleien oder anderen Einrichtungen die Rechtsberatung für Geflüchtete anbieten. Zum Austausch der im Praktikum gesammelten Erfahrungen erarbeiteten die Teilnehmer*innen kurze Vorträge zu einzelnen Fällen, natürlich unter Beachtung des Datenschutzes.
Neben den Fallpräsentationen bestand das zweite Semester des Ausbildungsprogramms aus einer Workshopsreihe und einem Kolloquium.
Für die Workshopreihe wurden universitätsexterne Referent*innen aus verschiedenen Fachbereichen eingeladen. Unter anderem hat die Hochschulgruppe Amnesty International Dresden die wichtigsten Herkunftsländer Geflüchteter vorgestellt, Vertreter der Refugee Law Clinic Leipzig haben aus ihrer Erfahrung berichtet und Frau Dipl.-Psych. Sylvia Kummer von der Traumaambulanz erklärte welche Auswirkungen eine posttraumatische Belastungsstörung haben kann und was man im Umgang mit Traumatisierten beachten sollte.
Zum Ende des zwei Semester umfassenden Programms fand das Kolloquium zur Sachverhaltsermittlung im Asylverfahren von Dr. Moritz Gieß statt, durch welches die Studierenden auch einen Einblick in die Arbeit der Anhörer und Entscheider des BAMF erhalten durften.
Abgeschlossen wurde das Semester mit einer mündlichen Prüfungsleistung, in der noch einmal der Wissenstand der Teilnehmer*innen für die Beratung auf die Probe gestellt wurde.
Das Bestehen der letzten Prüfung und damit den erfolgreichen Abschluss des Ausbildungsprogramms wurde gemeinsam bei einem gemütlichen Sommerfest an der Elbe gefeiert.

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Benedikt Jordan
Letzte Änderung: 26.10.2017