30.01.2018; Vortrag

„Paradies der Erde“ - Wasserinszenierun­gen in den Normannenpalästen Siziliens

Italien Zentrum; Institut für Romanistik
18:30 - 20:00 Uhr
TU Dresden, Hörsaalzentrum Raum 405
Prof. Dr. Hans-Rudolf Meier
Palermo, Zisa, Blick in den Brunnensaal © Lithographie aus Henry Gally-Knight: Saracenic and Norman remains to illustrate the Normans in Sicily, 1840) Palermo, Zisa, Blick in den Brunnensaal © Lithographie aus Henry Gally-Knight: Saracenic and Norman remains to illustrate the Normans in Sicily, 1840)
Palermo, Zisa, Blick in den Brunnensaal

© Lithographie aus Henry Gally-Knight: Saracenic and Norman remains to illustrate the Normans in Sicily, 1840)

Vortrag in deutscher Sprache
In und um Palermo konnte eine einzigartige Ansammlung mittelalterlicher Palastarchitektur die Jahrhunderte überstehen. Sie ist ein Zeugnis der herausragenden Kunstfertigkeit der kurzlebigen Hauteville-Dynastie, welche mithilfe eines großangelegten Bauprogramms ihren Herrschaftsanspruch am Schnittpunkt dreier mediterraner Kulturen reklamierte.
Besonders bemerkenswert in diesem Programm ist die Verwendung von Wasser, wie sowohl in zeitgenössischen Beschreibungen, als auch an den Gebäuden selbst und den sie umgebenden Anlagen deutlich wird.
Während den Gartenpalast Favara beispielsweise ein künstlich angelegter See umgab, welcher verschiedene Fischarten beherbergte und dem König für Vergnügungsfahrten diente, war die Jagdresidenz Altofonte weithin bekannt für reinste unterirdische Quellen. Daneben war das Innere der Paläste von Cuba und Zisa geschmückt mit höchst kunstvollen Brunnen.
In der Architektur manifestierte sich so der Ehrgeiz der Herrscher: Mittels der Gebäudeensemble und Gärten sollte ein irdisches Paradies verwirklicht werden.

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Maria Lieber
Letzte Änderung: 08.01.2018