Deutscher Slavistentag 2012

Slavistentag

Der 11. Deutsche Slavistentag fand 2012 in Dresden und Bautzen statt und wurde vom Deutschen Slavistenverband, dem Institut für Slavistik der TU Dresden und dem Sorbischen Institut e.V. in Bautzen veranstaltet.

Erstmalig hatte ein deutscher Slavistentag einen thematischen Schwerpunkt: Region, Sprache und Nation.

Dieser Dreiklang nimmt die Lage Dresdens und Bautzens im Dreiländereck und Bautzens im obersorbischen Sprachgebiet auf. Das Wissen über die slavischen Kulturen in ihren regionalen und nationalen Kontexten ist ein wichtiger Faktor für die kulturelle und wirtschaftliche Entwicklung der deutsch-slavischen Euroregion und nicht weniger für den kulturellen und wirtschaftlichen Austausch mit Russland und anderen slavischen Ländern innerhalb und außerhalb der Europäischen Union. Das Thema ist darüber hinaus grundsätzlich motiviert. In den slavischen Ländern haben die Nationalsprachen für das kulturelle und politische Selbst­verständnis eine kaum zu überschätzende Bedeutung. Dass aber die Verbindung von nationalem Selbstbewusstsein und sprachlicher Identität heikel ist, kann nicht verschwiegen werden. Der Einheit, die sie nach Innen stiften soll, steht negativ die Abgrenzung nach Außen gegenüber. Sprachen können ideologisiert und sogar zum Vorwand kriegerischer Auseinandersetzungen werden. Im positiven Sinne gehören Sprachen und Sprachenvielfalt jedoch zur kulturellen Eigenheit großer und kleiner Kulturräume. In der Slavistik, besonders an zwei Standorten in der Umgebung von slavischen Sprachen, ist das dreifache Spannungsfeld von regionaler kultureller Identität und Sprache und natio­nalem Selbstverständnis im Verhältnis zu regionalen Besonderheiten ein zentraler Ge­genstand der Forschung wie der Vermittlung von Sprach- und Kulturwissen über die Slavia. Das gilt für die Sprach-, Literatur- und Kulturwissenschaften ebenso wie für die Sprachdidaktik.

Vortragende & Abstracts

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Henning Marquardt
Letzte Änderung: 17.05.2016