26.06.2018

Mathematiker Prof. Oliver Sander engagiert sich für den Einsatz und die Verbesserung von freier Software

Prof. Sander © Dominik Pataky, CC BY-SA 4.0 Prof. Sander © Dominik Pataky, CC BY-SA 4.0
Prof. Sander

© Dominik Pataky, CC BY-SA 4.0

Erhöhtes Sicherheitsrisiko und datenschutzrechtliche Bedenken - Prof. Dr. Oliver Sander vom Institut für Numerische Mathematik hat sich bereits lange Zeit vor dem Bekanntwerden zahlreicher Angriffe auf das Microsoftsystem für eine Alternative zu Windows, Office und Co. entschieden – privat wie auch beruflich.

Als er vor drei Jahren an die TUD gekommen ist, fand er auch unter vielen seiner Kolleginnen und Kollegen an der Fakultät Mathematik Befürworter freier Software. Doch nicht immer können die freien Alternativen problemlos im beruflichen Umfeld genutzt werden. "Wenn man freie Software benutzt, findet man gelegentlich Dinge, die nicht funktionieren, obwohl sie eigentlich funktionieren könnten", kommentierte Sander in einem Interview mit der Hochschulgruppe "Freie Software -- Freies Wissen",  "Aber anders als bei proprietärer Software hat man die Möglichkeit, selbst für Verbesserungen zu sorgen."

Aus persönlicher Überzeugung und mit viel Engagement nahm er die Zügel in die Hand und bündelte die Interessen: Vor allem in der freien Office Suite LibreOffice sieht Prof. Sander eine erfolgreiche und verlässliche Open Source Alternative. So sammelte er verschiedene Programmfehler (sogenannte Bugs) der Software, die ihm seine Kollegen meldeten, suchte nach Finanzierungsmöglichkeiten und vergab schließlich einen Auftrag an eine Entwicklerfirma für die Behebung dieser Probleme. Auf der Liste der sogenannten Bugfixes stand dabei unter anderem die Installation eines neuen Grafikfilters für die Darstellung von Strukturformeln wie auch die verbesserte Kompatibilität mit docx-Dokumenten. Wie die Open Source Business Alliance (OBS Alliance) vermeldet, konnten im letzten Jahr dank Crowdfunding von mehreren institutionellen Anwendern der öffentlichen Hand - wie Prof. Sander - die Qualität und Interoperabilität von LibreOffice großflächig verbessert werden.

Einen weiteren wichtigen Erfolg seines Bemühens feierte Prof. Sander am vergangenen Montag, als der CIO (Chief Information Officer) der TU Dresden seinen Antrag auf finanzielle Unterstützung zur weiteren Verbesserung der docx-Kompatibilität in LibreOffice  bewilligte.

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Nicole Gierig
Letzte Änderung: 31.07.2018