Vortrag

24.11.2018
10.00 Uhr
Prof. Dr. Michael Kobel Prof. Dr. Michael Kobel
Der kosmische Klang - Wie man Dunkle Materie und andere Eigenschaften des Universums „hören“ kann
Erkennt man, ob ein und derselbe Ton von einem Klavier, einer Geige, einer Gitarre, oder einer Trompete gespielt wird? "Klar, am Klang" werden Sie sagen. Und das, obwohl doch der Ton gleich ist! Die Form und die Zusammensetzung des Musikinstruments fügt einem Grundton ein ganzes Spektrum von Obertönen, den Klang, hinzu. Und dieser Klang erreicht in Form von kleinen Dichte- und Temperaturänderungen der Luft unser Ohr. Ähnliche Dichte- und Temperaturschwankungen gab es vor 13,8 Milliarden Jahren im Universum. Diese können wir zwar nicht hören, aber sehen! Denn 380.000 Jahre nach dem Urknall wurde unser Universum durchsichtig für Licht, das aus dichteren, wärmeren Regionen eine leicht andere Farbe hat als aus dünneren, kälteren Regionen. Das damals ausgesandte Licht erreicht uns auch heute noch in Form von Mikrowellen aus allen Richtungen. Durch im März 2013 veröffentlichte Messungen des Planck Satelliten kennen wir nun den "Klang" dieser kosmischen Mikrowellen-Hintergrundstrahlung so genau wie nie zuvor. Und genau wie in der Musik haben Form und Zusammensetzung des Universums Einfluss auf seinen Klang. Das überraschende Ergebnis ist, dass nur 5% des Universums aus der atomaren Materie besteht, die wir kennen. Ungefähr 27% sind eine völlig neuartige "dunkle" Form von Materie, und gar 68% eine mystische "dunkle Energie". Der Vortrag wird zeigen, wie man diese Informationen aus dem kosmischen Klang erhalten hat, und wird darauf eingehen, welche Form das Universum und welche Bestandteile die "Dunkle Materie" haben könnten.
   
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Letzte Änderung: 14.06.2017