Aktuelle Forschungsprojekte

Arbeitslebensbegleitendes Lernen im Betrieb und mitarbeiterorientierte Förderung der Arbeitsfähigkeit (ALBAf)

Der Wettbewerbsdruck um qualifizierte Fachkräfte kann zu einer betrieblichen Herausforderung werden. Dabei rücken neben Fragen der ergonomischen Arbeitsgestaltung auch psychische Faktoren immer mehr ins Blickfeld. Zentrale Fragen im Projekt sind: Wie können Betriebe ihre Fachkräfte im Betrieb halten und deren Kompetenzen weiterentwickeln? Wie können Betriebe gesunde und motivierende Arbeitsbedingungen schaffen, von denen alle Altersgruppen profitieren?

Wir erarbeiten mit den Betrieben:

  • praxistaugliche Strategien zu lern- und gesundheitsförderlicher Arbeitsgestaltung
  • ein Workshopkonzept, das die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen in die Optimierung der Arbeitsprozesse einbezieht
  • Strategien, wie Wissen und Kompetenzen zwischen den Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen kommuniziert und weiterentwickelt werden können

Wir unterstützen Betriebe durch:

  • digitale und analoge Lernmaterialien und Hilfen zur Gestaltung von lern- und gesundheitsförderlichen Arbeitsbedingungen
  • Anleitungen zur selbstständigen Nutzung des Workshopkonzepts, das die Beschäftigten mit in die Arbeitsgestaltung einbezieht

Wir erarbeiten und erproben das Workshopkonzept und die Lernmaterialen gemeinsam mit vier kleinen und mittleren produzierenden Unternehmen in Sachsen.

Finanziert durch das Bundesministerium für Arbeit und Soziales (Zuwendung im Rahmen der Initiative Neue Qualität der Arbeit - INQA)

Laufzeit: 01.10.2014 – 30.09.2017

Entwicklung und Durchführung eines Multiplikatorenansatzes zur Förderung der Arbeitsfähigkeit (Gesunde Arbeit im Handel)

Das Projekt „Gesunde Arbeit im Handel“ wurde im Rahmen der INQA-Initiative „ZusammenWachsen-ArbeitGestalten“ in Zusammenarbeit mit der Gesellschaft für Gute Arbeit und der Berufsgenossenschaft Handel und Warendistribution initiiert.
In der kundenorientierten Dienstleistung speziell im Einzelhandel wächst die Bedeutung der psychischen Arbeitsbelastung für die Leistung und Gesundheit der Beschäftigten. Widersprüche in den Arbeitsanforderungen zum Beispiel zwischen Fremd- und Selbstbestimmung oder Widersprüche zwischen steigenden Arbeitsanforderungen (z. B. durch fremdgesetzte Zielvorgaben) und schrumpfenden organisationalen Ressourcen (z. B. Personal) gehören zu den Belastungsquellen in der Arbeit.
Psychische  Arbeitsbelastung kann sich vor allem in psychosomatischen Beschwerden niederschlagen. Fehlzeiten durch psychosomatische Störungen fallen bei Beschäftigten in der Einzelhandelsbranche hoch aus. Zur Prävention von arbeitsbedingten psychosomatischen Beschwerden sind geeignete Verfahren bereitzustellen, um im Sinne des Arbeitsschutzgesetzes (§ 4, 5) psychische Gefährdung am Arbeitsplatz zu analysieren, zu bewerten und ggf. zu beseitigen.

In der betrieblichen Praxis erfordern unterschiedliche Gegebenheiten und Rahmenbedingungen verschiedene methodische Herangehensweisen bei der Analyse von Arbeitstätigkeiten. Projektziel war die Entwicklung effizienter und praxistauglicher Verfahren mit unterschiedlichen methodischen Zugängen. Mittels dieser Verfahren können Verbesserungsmaßnahmen im Sinne einer verhältnisorientierten Primärprävention abgeleitet werden.

Die Entwicklung unterteilte sich in drei Phasen. In Phase eins wurden die Instrumente in Anlehnung an die Leitlinie der GDA „Beratung und Überwachung bei psychischer Belastung am Arbeitsplatz“ konzipiert und erprobt. Phase zwei beinhaltete die Itemreduktion sowie die Überarbeitung der Instrumente und Phase drei die Überprüfung der Qualität der Verfahren.
Um die Gebrauchstauglichkeit der Instrumente für den Einsatz zu gewährleisten, wurden Handlungshilfen in Form von Broschüren, ein Konzept für Moderatoren, Informationsmaterialien und Kommunikationshilfen erstellt.

Finanziert durch die Berufsgenossenschaft Handel und Warendistribution  (BGHW)

Laufzeit: 01.04.2013 - 31.03.2016

Evaluation des PEGA-Konzepts (PEGA)

Ziel des Evaluationsprojektes ist die Qualitätskontrolle der für den Handel entwickelten unterschiedlichen methodischen Zugänge zur Erfassung und Bewertung psychischer Faktoren in der Gefährdungsbeurteilung (PEGA – Expertencheck, PEGA – Befragung, PEGA –Team). Im Zentrum steht hierbei die Beurteilung der Nebengütekriterien durch die Anwender (z.B. bzgl. Handhabbarkeit, Verständlichkeit, Akzeptanz, Aufwand und Nutzen).
Weiterhin werden Aspekte der Strukturqualität (organisatorische und administrative Regelungen) und Prozessqualität (z.B. Planung der Schritte der Gefährdungsbeurteilung) als wichtige Rahmen- und Umsetzungsbedingungen hinsichtlich des Einsatzes der Produkte evaluiert. 
Mit der Evaluation soll die Qualität der Instrumente und Materialien, die von den Unternehmen eigenständig eingesetzt werden können, gewährleistet werden.

Die Evaluation soll in Unternehmen mit unterschiedlichen Strukturen (Größe, Unterbranche) durchgeführt werden, um aussagekräftige und verallgemeinerbare Ergebnisse zu gewinnen. Die Bewertung der Instrumente und Materialien sowie deren Einsatz erfolgt mittels teilstandardisierten Telefoninterviews mit integrierten standardisierten Fragen (Multiplikatoren), mittels Fokusgruppen (mit der Gefährdungsbeurteilung beauftragte Personen, z.B. Betriebsarzt, Betriebsrat, SIFAs, techn. Aufsichtsperson, Sicherheitsbeauftragter) und Dokumentenanalysen (arbeitspsychologische Experten der TU Dresden).

Finanziert durch die Berufsgenossenschaft Handel und Warendistribution (BGHW) 

Laufzeit: 01.01.2016 - 30.06.2017

Start ins Berufsleben mit arbeits- und gesundheitsschutzgerechtem Verhalten -- (Jugend-)Arbeits- und Gesundheitsschutz bei Auszubildenden und Praxisausbildern der Branche Handel und Warenlogistik (JAGS)

Untersuchungen zu Arbeitsbelastung und Beanspruchung von Auszubildenden bzw. Berufsanfängern (Jugendliche) der Branche Handeln und Warenlogistik - entsprechend dem Jugendarbeitsschutzgesetz (JArbSchG) - fehlen. Die gesetzlichen AGS-Anforderungen werden in der Branche weder für die Jugendlichen noch für die Praxisausbilder zufriedenstellend umgesetzt. Das geht bei den Auszubildenden mit Defiziten im Erlernen von AGS-gerechtem Verhalten mit Auswirkungen im späteren Berufsleben und einem erhöhten Risiko für Arbeitsunfälle und Verletzungen einher.

Dar Schlüssel zum Erlernen von AGS-gerechtem Verhalten der Jugndlichen für ihr Berufsleben liegt im Vorbildverhalten und pädagogisch optimalen Lehren von Verhaltensweisen durch berufserfahrene Praxisausbilder und Kollegen. Zur Vermeidung von arbeitsbedingter Fehlbelastung sowie Arbeitsunfällen sind sog. AGS-Schlüsselkompetenzen für ein gesundheitsgerechtes Arbeiten und ein angemessenes Risiko- und Gefährdungsbewusstsein notwendig. Diese Kompetenzen müssen in der theoretischen und betrieblichen Aus- und Weiterbildung erworben und gefestigt werden.

Während die Jugendlichen nur über eine unzureichende Gefahrenerfahrung verfügen, liegt bei berufserfahrenen Praxisausbildern (Kollegen) zum Teil eine unzutreffende Gefahrenwahrnehmung vor; unwissentlich vermitteln sie gelegentlich Falsches. Daher muss qualifizierter AGS nicht nur bei den Jugendlichen, sonder auch bei den Praxisausbildern ansetzen. Die Wissensvermittlung muss das Aneignen handlungswirksamer Verhaltensweisen durch das Vermitteln einer zutreffenden Gefahrenwahrnehmung beinhalten. Die Umsetzung des Forschungsvorhabens erfolgt anhand von Dokumenten- und Sekundärdatenanalysen, Fokusgruppendiskussionen bzw. Expertenanalysen, Online-Befragungen und einer Qualifizierungsmaßnahme (Entwicklungsangebot zum Sicherheitsbeauftragten, Interventsionsansatz) für Auszubildende. Die gewonnenen wissenschaftlichen Erkenntnisse werden später für die Praxis in Form von Handlungsleitfäden aufbereitet.

Ziel ist es, eine Sensibilisierung für die Gefahrenwahrnehmung (Unfallverhütung) und eine Bewusstseinsbildung für (psychische) Gefährdungen bei Auszubildenden zu erreichen, ihre Gesundheitskompetenz und Eigenverantwortung für AGS zu fördern und sie zu einem gesundhetisbewussten Lebensstil zu motivieren.

Finanziert durch die Berufsgenossenschaft Handel und Warendistribution (BGHW)

Laufzeit: 01.01.2016 - 31.12.2018

Evaluation der Einführung des Lernfeldkonzepts in den Fachschulunterricht

Im Projekt wird die Einführung des Lernfeldkonzepts in den Unterricht von Fachschulen evaluiert. Ziele sind das Analysieren des aktuellen IST-Stands, sowie die Ermittlung von Best-Practice-Beispielen und das Ableiten von Empfehlungen für die Gestaltung des weiteren Prozesses.

Das Projekt verbindet qualitative Forschung mit partizipativen Ansätzen der Empfehlungsableitung.

Finanziert durch Landesmittel.

Laufzeit: 01.02.2015 – 30.11.2016

Evaluation eines Konzepts zur Gefährdungsbeurteilung psychischer Belastung in Schulen

Psychische Belastung und Beanspruchung in der Arbeitstätigkeit spielen eine bestimmende Rolle im Arbeits- und Gesundheitsschutz der nächsten Jahre. Dem Zentrum für Arbeit und Gesundheit Sachsen (ZAGS) obliegt seit 2009 die betriebsärztliche Betreuung der Schulen in Sachsen. In diesem Rahmen werden seitdem Gefährdungsbeurteilungen zu psychischen Faktoren in der Lehrertätigkeit durchgeführt. Die Arbeitsgruppe Wissen-Denken-Handeln evaluiert das dazu eingesetzte Verfahren in Bezug auf die Gütekriterien Validität und Reliablität und leitet gegebenenfalls Veränderungsvorschläge ab. Die Studie wird in enger Kooperation mit dem ZAGS und der Unfallkasse Sachsen durchgeführt.

Finanziert durch die Unfallkasse Sachsen.

Laufzeit: 01.03.2015 - 29.02.2016

Zu dieser Seite

Annika Piecha
Letzte Änderung: 13.05.2016