FAQs Beratung

Würfel, die das Wort FAQ darstellen © Fotolia.com_ALDECAstudio Würfel, die das Wort FAQ darstellen © Fotolia.com_ALDECAstudio
Würfel, die das Wort FAQ darstellen

© Fotolia.com_ALDECAstudio

Ist eine Promotion das Richtige für mich?

Unter Promotion wird in Deutschland eine „eigene, selbstständige und originäre Forschungsleistung, die zum Erkenntnisfortschritt im jeweiligen Fach beiträgt und in der Regel durch eine monographische Dissertation nachgewiesen wird“ verstanden.

Konkret heißt das, dass es sich bei der Promotion um ein anspruchsvolles Projekt handelt, welches nicht nur finanzieller Ressourcen bedarf, sondern auch Kraft, Durchhaltevermögen und mitunter sehr viel Zeit in Anspruch nimmt. Ein starkes inneres Bedürfnis, sich mit wissenschaftlichen Fragestellungen zu befassen und nach eigenen Antworten zu suchen ist somit die beste Motivation, die Promotion anzugehen. Die Affinität zum eigenständigen wissenschaftlichen Arbeiten sollte schon während des Studiums deutlich geworden sein. Nicht nur durch entsprechende Noten, sondern vor allem durch echte Begeisterung für wissenschaftliche Fragestellungen und Arbeitsweisen.

Darüber hinaus gibt es vielfältige weitere Gründe, eine Promotion anzustreben: manche erhoffen sich dadurch eine Verbesserung der Berufschancen, schätzen das Prestige eines Doktortitels oder wissen nach beendetem Studium einfach nicht, was sie tun wollen und möchten die Zeit an der Uni mittels einer Promotion noch etwas verlängern. Diese Art von Beweggründen stellt in der Regel jedoch keine belastbare Basis für die notwendige Selbstmotivation und -disziplin dar, die in einer mindestens dreijährigen Promotionszeit notwendig ist, um das Projekt zu einem erfolgreichen Ende zu führen. 

Wenn Sie sich in wesentlichen Punkten unsicher sind, beraten wir Sie gern in einem individuellen Gespräch. Bitte vereinbaren Sie einen Termin mithilfe des Kontaktformulars.

Welche Zulassungsvoraussetzungen müssen erfüllt sein, damit ich an der TU Dresden promovieren kann?

Detaillierte Hinweise zu den formalen Voraussetzungen einer Promotion an der TU Dresden finden Sie in den Promotionsordnungen der Fakultäten.  Generell berechtigt ein mit einer Magister-, Diplom- oder Masterprüfung abgeschlossenes, mindestens achtsemestriges einschlägiges Fachstudium an einer Universität, einer gleichgestellten Hochschule oder einer Fachhochschule zur Promotion. Das Examen sollte mindestens mit der Note „gut“ (im Falle eines Fachhochschulabschlusses mit „sehr gut“) abgeschlossen worden sein. Zugelassen werden können in Einzelfällen auch Bachelor-Absolventen die mit „sehr gut“ abgeschlossen haben.

Kontaktieren Sie auch die Promotionsämter und -beauftragten der Fakultäten, wenn Sie Fragen zu Zulassungsvoraussetzungen und formalem Ablauf der Promotion haben. Promotionsinteressierte mit einem ausländischen Hochschulabschluss müssen diesen vor Beginn der Promotion anerkennen lassen. Für die formale Anerkennung Ihres Abschlusses wenden Sie sich bitte an das Akademische Auslandsamt

Welche Finanzierungsmöglichkeiten gibt es? Wie erhalte ich ein Stipendium?

Eine detaillierte Übersicht über die verschiedenen Arten der Finanzierung finden Sie unter Finanzierung.

Welchen Versicherungsschutz habe ich als Promovierende/r?

Die Art der Krankenversicherung für Promovierende richtet sich nach der Art der Promotionsfinanzierung.

  • Wissenschaftliche Mitarbeiter/innen an einem Lehrstuhl, Projekt oder außeruniversitären Forschungsinstitut sind im Rahmen ihres Angestelltenverhältnisses gesetzlich krankenversichert.
  • Stipendiat/innen fallen nicht unter die gesetzliche Krankenversicherungspflicht und müssen sich i.d.R. freiwillig selbst versichern. Dies kann entweder bei einer gesetzlichen Krankenversicherung oder bei einem privaten Anbieter erfolgen.

Grundsätzlich gilt, dass Promovierende, auch wenn sie regulär immatrikuliert sind, in der gesetzlichen Krankenversicherung keinen Anspruch auf sogenannte Studententarife haben.

Ausführliche Informationen zum Versicherungsschutz von Promovierenden finden Sie hier.

Detaillierte Information zum Thema Krankenversicherung für internationale Promovierende finden Sie auf den Seiten des Welcome Center.

Muss ich mich während meiner Promotion als Promotionsstudent immatrikulieren?

Nein, nicht notwendigerweise. Eine Promotion kann auf externem Wege (ohne Immatrikulation) oder als eingeschriebene/r Promotionsstudent/in im Rahmen eines dreijährigen Promotionsstudiums durchgeführt werden. Näheres regeln die Promotionsämter/-ordnungen der Fakultäten. Informationen zur Immatrikulation ins Promotionsstudiums finden Sie auf den Webseiten des Immatrikulationsamtes.  

Auch internationale Doktorand/innen können frei entscheiden, ob sie sich als Promotionsstudent/in einschreiben wollen der nicht. Die Einschreibung zum Promotionsstudium wird unter  aufenthaltsrechtlichen Gesichtspunkten empfohlen. Von einigen Fördergebern (wie bspw. dem DAAD) wird sie außerdem eingefordert. Ein weiterer Vorteil für immatrikulierte Promotionsstudenten/innen besteht in der Nutzung des Semestertickets. 

Die Immatrikulation zum Promotionsstudium erfolgt für internationale Promovierende über ein Online-Portal des Akademischen Auslandamts der TU Dresden.  

Wie viel Zeit habe ich für die Promotion? Wie lange dauert ein Promotionsstudium?

Die Dauer einer Promotion kann je nach Fachrichtung stark variieren und ist in erster Linie davon abhängig, wie viel Zeit Sie der Arbeit an Ihrer Dissertation widmen können und wie stark Sie anderweitig beansprucht werden, bspw. durch Lehr- und Forschungstätigkeit, Berufstätigkeit außerhalb der Wissenschaft oder familiäre Verpflichtungen. Ein Zeitraum von ungefähr drei Jahren kann als Richtwert für eine Promotion angenommen werden. Dies ist auch der Zeitrahmen auf den die meisten Promotionsstipendien ausgerichtet sind. Wer als wissenschaftliche/r Mitarbeiter/in promoviert, ist durch die Dauer des Arbeitsvertrages zeitlich begrenzt. Bitte informieren Sie sich rechtzeitig über Verlängerungsmöglichkeiten und deren Grenzen. Wichtige Informationen dazu finden Sie im sogenannten Wissenschaftszeitvertragsgesetz.

Die besten Rahmenbedingungen für eine zügige Promotion bieten strukturierte Doktorandenprogramme wie Graduiertenschulen oder -kollegs. Hier können sich die Doktorand/innen i.d.R. ganz der Arbeit an der Dissertation widmen. Häufig verpflichten Sie sich zu Beginn der Promotion zur Einhaltung des vorgegeben Zeitrahmens und zu einer fristgemäßen Abgabe der Dissertation.

Das Qualifizierungsprogramm der Graduiertenakademie bietet vielfältige Workshop-Angebot zum Thema Zeit- und Selbstmanagement. Informationen dazu finden Sie hier

Wie finde ich ein gutes Promotionsthema?

Für die Suche nach einem passenden Thema sollten Sie ausreichend Zeit einplanen. Die Themenfindung ist auf das Engste mit der Suche nach einer/m passenden Betreuer/in verknüpft. In der Regel wird aus einer ersten Idee des/r Promovierenden gemeinsam mit dem/der Betreuer/in ein umsetzbares Dissertationsprojekt entwickelt. Wichtig dabei ist, dass die zu untersuchende Fragestellung wissenschaftlichen relevant und innovativ ist und sich gleichzeitig mit den zeitlichen, personellen und finanziellen Ressourcen, die dem/der Doktoranden/in zur Verfügung stehen, bearbeiten lässt. Naheliegende Möglichkeiten der Themenfindung bestehen in der Vertiefung von Studieninhalten, von Themen aus dem Beruf oder der Entwicklung einer Idee entlang den Themenbereichen eines bevorzugten Lehrstuhls. Im Rahmen strukturierter Doktorandenprogramm wird das Promotionsthema mitunter stark durch die inhaltliche Ausrichtung der/des Graduiertenschule/-kollegs beeinflusst.

Wie finde ich den/die passende/n Betreuer/in?

Die Suche eines/r geeigneten Betreuers/in ist von weitreichender Bedeutung für den Promotionserfolg. Die Rolle des Doktorvaters (oder der Doktormutter) an deutschen Universitäten ist vielfältig: er/sie nimmt das Thema an, ist Betreuer/in, Mentor/in, in vielen Fällen Vorgesetzte/r und bewertet zudem die Dissertation. Wichtig ist, dass der Doktorvater ein Experte auf dem Fachgebiet der gewählten Fragestellung ist und dass er in der Vergangenheit eine gute Betreuungsqualität gezeigt hat. Fachliche Kompetenz lässt sich an der Publikationsliste und den Forschungsprojekten ablesen, die der/ Professor/in betreut. Die Eignung als Doktorvater/-mutter ist hingegen schwieriger einschätzen. Hier lohnt sich zu recherchieren, wie viele erfolgreiche Promotionen in den vergangenen Jahren betreut wurden und, wenn möglich, Kontakt zu ehemaligen und aktuellen Doktoranden aufzunehmen. Gibt es am jeweiligen Lehrstuhl Lehrveranstaltungen für Doktoranden, sogenannte Doktorandenkolloquien, spricht dies für eine systematische und regelmäßige Betreuung.

Für die erste Kontaktaufnahme sollte der/die Professor/in individuell angeschrieben werden. Folgende Informationen sollten Sie dem/der Hochschullehrer/in, den/die Sie als Betreuer/in Ihres Promotionsprojektes gewinnen wollen beim Erstkontakt übermitteln: eine Kurzbeschreibung des gewünschten Forschungsthemas, Angaben zu Ihren Studien- und/oder Forschungserfahrungen im betreffenden Fachgebiet, ein Kurzlebenslauf (ggf. mit Referenzen). Für den Erfolg Ihrer Bewerbung ist es ausschlaggebend, dass Sie den fachlichen Bezug zwischen Themenschwerpunkten der/s Professors/in und Ihrem eigenen Forschungsinteresse deutlich machen.

Haben Sie eine Betreuungszusage für Ihren Promotionswunsch erhalten, ist der Abschluss einer Betreuungsvereinbarung zu empfehlen. Darin werden wechselseitige Verbindlichkeiten festgelegt, wie bspw. Zeitpunkt und Häufigkeit von Arbeitstreffen, bei denen der/die Doktorand/in gegenüber dem/der Hauptbetreuer/in (und ggf. weiteren Betreuenden) über den Fortschritt der Arbeit Bericht erstattet. Diese wiederum verpflichten sich, zeitnah eine differenzierte und qualifizierte Rückmeldung zum Stand der Arbeit zu geben. Der Abschluss einer Betreuungsvereinbarung ist außerdem Voraussetzung für die Mitgliedschaft in der Graduiertenakademie. Diese stellt eine Musterbetreuungsvereinbarung zum Download zur Verfügung.

Können Forschungsthema und Betreuer/in gewechselt werden?

Ein Wechsel des Forschungsthemas ist grundsätzlich möglich, hat jedoch meist zur Folge, dass der/die einmal gewählte Betreuer/in nicht mehr für die Betreuung der Arbeit in Frage kommt. Anders verhält es sich bei graduellen Änderungen der Forschungsfrage, die in der Anfangsphase meist unvermeidbar sind und in enger Abstimmung mit Betreuer/in vorgenommen werden sollten. Grundlegende Änderungen des Themas sollten immer auch mit Blick auf die bereits geleisteten Vorarbeiten abgewogen werden.

Mitunter kann es im Betreuungsverhältnis zwischen Doktorand/in und Doktorvater/-mutter zu unüberwindlichen Meinungsverschiedenheiten kommen, die den Wechsel der/des Betreuers/in nahelegen. Dies sollte jedoch nur als letzter Ausweg in Erwägung gezogen werden. Insbesondere wenn der Promotionsprozess schon weit fortgeschritten ist, kann sich ein Betreuerwechsel schwierig gestalten und nachteilig für den/die Doktoranden/in auswirken.

In jedem Fall sollten vor einem solchen Schritt neutrale Dritte eingebunden werden, um möglichst eine einvernehmliche Lösung zu finden. Die Graduiertenakademie bietet im Konfliktfall Unterstützung an. Wenden Sie sich vertrauensvoll an eine unserer Mitarbeiterinnen.

Was muss ich als internationale/r Absolvent/in beachten wenn ich an der TU Dresden promovieren möchte?

Detaillierte Informationen zu den Zulassungsvoraussetzungen zur Promotion an der TU Dresden für internationale Doktorand/innen sowie eine umfassende Erstberatung bietet das Akademische Auslandsamt der TU Dresden.

Beratung rund um das Thema "Leben und Arbeiten in Dresden" sowie zu aufenthalts- und melderechtlichen Fragen bietet Ihnen das Welcome Center der TU Dresden. Sowie das Welcome Center der Stadt Dresden.

Was bedeutet eine Promotion für meine Karriereplanung?

Für eine Karriere in der Wissenschaft ist der Doktortitel unerlässlich. Aber auch in anderen Bereichen kann eine Promotion von Vorteil für das berufliche Fortkommen sein. Dies gilt bspw. für repräsentative Funktionen in der Wirtschaft, für den Bereich Forschung und Entwicklung sowie für die öffentliche Verwaltung. In einigen Fachrichtungen wie bspw. Medizin, Pharmazie und Chemie sind die Promotionsquoten besonders hoch. Der Doktortitel hat hier quasi den Stellenwert eines Regelabschlusses.

Auf der anderen Seite gilt zu bedenken, dass in der Promotionsphase häufig keine einschlägigen Berufserfahrungen außerhalb der Wissenschaft gesammelt werden. Dies kann sich besonders bei langen Promotionszeiten später nachteilig auf die Aussichten auf dem außeruniversitären Arbeitsmarkt auswirken. Wenn Sie nicht ausdrücklich eine Karriere im Wissenschaftsbetrieb anstreben, sollten Sie die Entscheidung für oder gegen eine Promotion daher sorgfältig abwägen.    

Auch nach Abschluss der Promotion bleibt die Frage, in der Wissenschaft zu bleiben oder außerhalb der Wissenschaft beruflich Fuß zu fassen komplex. Auf der einen Seite lockt die Wirtschaft mit guter Bezahlung und ansprechenden Karriereoptionen, auf der anderen Seite gibt es den Traum vom Forscherleben voller freiem Denken, vielleicht sogar an einem international angesehenen Institut. Zu bedenken gilt, dass wissenschaftliche Karrierepfade über weite Strecken ein Höchstmaß an Kompetitivität und Mobilität bei gleichzeitiger Prekarität des Arbeitsverhältnisses bedeuten. Vorsichtige Schätzungen gehen davon aus, dass nur ca. 10 – 15 Prozent der besten Doktorand/innen den Weg in eine erfolgreiche Wissenschaftskarriere schaffen. 

Die Graduiertenakademie bietet speziell auf Promovierende und Postdocs zugeschnittene Qualifizierungsangebote zum Thema Karriereplanung

Umfassende Beratung zu den Themen Berufseinstieg und Bewerbungsprozess bietet der Career Service der TU Dresden.

Zu dieser Seite

Katharina Ulbrich
Letzte Änderung: 15.09.2016