52. Dozententagung der Sektion Sonderpädagogik der DGfE

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52. Dozententagung der Sektionssonderpädagogik der DGFE

Unter der Überschrift 

Inklusion im Dialog: Fachdidaktik – Erziehungswissenschaft – Sonderpädagogik

fand vom 20.-22. September die 52. Dozententagung der Sektion Sonderpädagogik der DGFE an der TU Dresden - der Fakultät für Erziehungswissenschaften - statt.

Die Tagung ermöglichte den Raum für den interdisziplinären Dialog zwischen Erziehungswissenschaft, Fachdidaktik und Sonderpädagogik. Dieser Dialog wird in jüngsten Publikationen zunehmend als wesentliche Gelingensbedingung von Inklusion im schulischen aber auch im außerschulischen Feld diskutiert. 

Der gemeinsame Gegenstand der Tagung war die Frage nach der pädagogischen Ausgestaltung in den unterschiedlichsten Bildungsbereichen im Kontext von Inklusion. Besondere Beachtung wurde in diesem Zusammenhang den (fach)didaktischen Herausforderungen und Handlungsoptionen gewidmet. Hierzu gab Prof. Dr. Petra Scherer in ihrem Auftagsvortrag „Inklusiver Mathematikunterricht – Herausforderungen und Möglichkeiten im Zusammenspiel von Fachdidaktik und Sonderpädagogik“ einen ersten Impuls. Sie plädierte  dafür Erkenntnisse der Fachdidaktik und der Sonderpädagogik sowie weiterer Bezugsdisziplinen zu prüfen und für die unterrichtliche Umsetzung sowie für weitere Forschung für die Umsetzung von inklusiven Unterricht zu nutzen.

Eine bildungswissenschaftliche Perspektive entwarf Prof. Dr. Michael Schratz unter dem Titel „Lernseits des Geschehens tobt das Leben“. Womit er die Notwendigkeit einer Perspektive auf die Lernenden - eine Subjektperspektive - beim Lern- und Entwicklungsprozess aufzeigte. 

In einem dritten Impuls thematisierte Prof. Dr. Rolf Werning die Situation der inklusiven Bildung aktuell: „Scheitert die schulische inklusive Bildung? Anmerkungen zur aktuellen Entwicklung“. Die Impulse des Vortrages bezogen sich auf der immer noch bestehenden widersprüchlichen Umsetzungssituation von Inklusion im Kontext von Bildung, der Bestimmung bestehender Barrieren und aber auch der aus der Situation erwachsenden Chancen zur Umsetzung einer inklusiven Bildung. 

Impulse zur gemeinsamen Diskussion gingen aber vor allem auch aus den zahlreichen Vorträgen, Symposien und Workshops aus. In denen sich versucht wurde der Problematik zu näheren, wie einem gemeinsamen Lernen unter inklusiven Bedingungen aus fach- und berufsdidaktischer Perspektive Rechnung getragen werden kann. Die Tagung eröffnete ein Raum, in dem Fachdidaktiker unterschiedlicher Fächer und Fachgruppen und Sonderpädagogen auf der Basis aktueller empirischer Forschungsergebnisse in einen Dialog traten und eine Entwicklung (fach)didaktischer Ideen und Konzepte angestoßen haben, u.a. zu folgenden Fragestellungen. 

  • Welche Individualisierungsstrategien sind bereits empirisch erprobt und wie ordnen sie sich in die fach- bzw. berufsdidaktische Lehr-Lernforschung ein?
  • Inwiefern kann individualisiertes und kooperatives Lernen über diagnostische Elemente gesteuert und unterstützt werden?
  • Welche neuen pädagogisch-didaktische Diagnoseinstrumente müssen für das Gelingen von Unterricht oder von individuellen Lern- und Entwicklungswegen entwickelt bzw. gestaltet werden?
  • Welche Konsequenzen ergeben sich für das Classroom-Management?
  • Welche Individualisierungsstrategien sind für welche Lernenden hilfreich?
  • Welche unterstützenden Elemente (z.B. Bildungstechnologie) sind für eine individuelle Entwicklung in Schule und außerhalb von Schule notwendig und wie sollten sie gestaltet sein?
  • Wie muss die Lehrer_innenausbildung konzipiert werden, damit Sie für die Umsetzung eines inklusiven (Fach)unterrichts kompetent macht?

Die Ergebnisse werden in einem Tagungsband festgehalten, welcher zur kommenden Dozententagung im September 2018 in Hamburg erscheinen wird.

Der im Rahmen der Tagung ausgelobte Posterpreis des WAXMANN-Verlages und der Sektion Sonderpädagogik hat Ann-Christin Faix (Universität Bielefeld) mit dem Poster "Veränderung Subjektiver Theorien von Lehramtsstudierenden über guten inklusiven Unterricht" erhalten.

Wir danken allen für die aktive Mitgestaltung der Tagung. 

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Last modified: Nov 02, 2017