19.08.2026
Forscher des IGW stellen Forschungsergebnisse des „Climate Collaboratorium“ am Global Institute of Water Security in Saskatoon (Kanada) vor
Anlässlich eines Besuchs bei der Partnerinstitution der University of Saskatchewan in Kanada stellten Forscher des Instituts für Grundwassermanagement (TU Dresden) am Global Institute for Water Security in Saskatoon ihre Arbeit im Rahmen des multilateralen Projekts „Climate Collaboratorium“ vor. Der Vortrag mit dem Titel „Where Narratives, Groundwater, and Drama Intersect“ stellte die Motivation hinter dem Projekt sowie die Herausforderungen im Zusammenhang mit der zukünftigen Wasserverfügbarkeit in der Gemeinde Rietschen in Sachsen vor.
Der Vortrag hob den interdisziplinären Ansatz des Projekts hervor, bei dem Grundwassermodellierung, Klimaprognosen und sozialwissenschaftliche Perspektiven kombiniert werden, um wünschenswerte Zukunftsszenarien für die Grundwasserressourcen in der sorbischen Gemeinde Rietschen zu untersuchen. Die Forscher stellten die hydrogeologische Charakterisierung des Untersuchungsgebiets sowie die konzeptionellen und numerischen Grundwassermodelle vor und erörterten, wie sich der Klimawandel und Entscheidungen zur Wasserwirtschaft auf die Grundwasserverfügbarkeit auswirken könnten. Ein zentraler Schwerpunkt lag zudem auf den Erzählungen und Handlungssträngen der Interessengruppen, die aufzeigen, wie Perspektiven zu Technik, politischem Willen, Gerechtigkeit und lokalem Kulturerbe sowohl Synergien mit dem Grundwassermodell als auch dessen blinde Flecken offenbaren können. Diese Erkenntnisse werden die zukünftige Szenarioentwicklung unterstützen, einschließlich narrativ geführter Dialoge und drama-basierter Formate zur gemeinsamen Gestaltung lokal relevanter Wege der Klimaanpassung.
Der Vortrag war Teil eines längeren Forschungsaufenthalts von Frau Tania Stefania Agudelo Mendieta (TUD), Prof. Dr. Sina Leipold (UFZ) und Prof. Dr. Andreas Hartmann (TUD) im Rahmen des „Climate Collaboratorium“, einem multilateralen Projekt unter der Leitung von Professor Lori Bradford und Professor Graham Stickler an der University of Saskatchewan, das von Renata Mont'Alverne koordiniert wird. Während des Besuchs hatten die Forscherinnen und Forscher die Gelegenheit, Kollegen von der kanadischen Seite des Projekts zu treffen, Erfahrungen über interdisziplinäre Forschungsansätze auszutauschen und die Zusammenarbeit zwischen den Partnerinstitutionen zu stärken. Der Besuch von Frau Agudelo Mendieta wurde teilweise von der Zunker-Busch-Luckner-Stiftung unterstützt.
Der Austausch in Saskatoon hat gezeigt, wie der Fall Rietschen zum übergeordneten „Climate Collaboratorium“ beitragen kann, indem er Grundwassermodellierung, Berichte von Interessengruppen und Ansätze des angewandten Theaters miteinander verbindet. Die vorgestellten Ergebnisse werden in die nächsten Projektschritte einfließen, darunter die gemeinsame Entwicklung von Wassermanagement-Szenarien und „Decision Labs“, die lokale Gemeinschaften dabei unterstützen, realistische, umsetzbare und gesellschaftlich sinnvolle Optionen für die Klimaanpassung und die Wasserversorgungssicherheit zu erörtern.