Entstehungsgeschichte
Bedeutung der Prospektiven
Eine motivierende und inspirierende Prospektive kann für eine Organisation großen Wert schaffen.
Für die Entwicklung unserer Prospektiven zu „Zukunft der digitalen Lehre“ nutzten wir das Modell der Logischen Ebenen nach Dilts (1990). Unterstützt durch eine externe Coachin und unter dem Leitgedanken des „Sichtbarmachens des Relevanten“, wurden in einem kreativen Prozess durch freie Kartenassoziationen zahlreiche, teils unbewusste Aspekte sichtbar gemacht. Das Modell ermöglicht nun den Blick auf Aspekte, die bei der Veränderung (Problemlösung, Zielformulierung etc.) normalerweise unberücksichtigt bleiben, wodurch möglicherweise der Erfolg einer Veränderung gefährdet wäre. Im Idealfall wirken alle Ebenen kohärent zusammen und sind jeweils klar definiert.
Wie eine Pyramide unser Vorgehen beeinflusste
Auf Grundlage der Logischen Ebenen entstand die „Visionspyramide“ – ein strategisches Werkzeug zur gemeinsamen Ausrichtung innerhalb der Universität.
Wir ordneten die herausgearbeiteten Aspekte systematisch den verschiedenen Ebenen des Modells zu: von der beobachtbaren Umwelt bis hin zur Identität und Vision an der Spitze der Pyramide. Unterstützt durch leitende Fragen wurde jede Ebene bewusst reflektiert. Nachhaltige Veränderung gelingt, wenn auf einer jeweils höheren Ebene angesetzt wird – denn jede beeinflusst die darunterliegenden strukturell.Aus dieser Arbeit entstand diese digitalisierte Pyramide, die wir als Team in Miro verfeinerten und anpassten.

Visionspyramide
Clusterung und Priorisierung
Gemeinsam erarbeiteten wir thematische Cluster, die anschließend von allen Beteiligten priorisiert wurden. In diesem Prozess konnte bereits dieser Satz als Leitgedanke für die Entwicklung der einzelnen Prospektiven aus den Aspekten der obersten Ebene herauskristallisiert werden:
"Wir gestalten digital gestützte Lern- und Lehrkonzepte der Zukunft, damit Universitäten biografiegestaltende Orte für Weltbürger:innen werden, an denen wir gemeinsam mit klarem Denken und kritischem Hinterfragen unser Sozial- sowie unser Wissensnetz knüpfen."
Unterteilung in Ziele und Nicht-Ziele
Wir haben im nächsten Schritt anhand der Cluster und entsprechender Priorisierung folgende Fragen an die Beteiligten gestellt:
- Fühlen wir uns bei diesem Cluster prinzipiell im Stande, Empfehlungen abzuleiten, Ziele zu definieren?
- Ist das Cluster so attraktiv und zugfähig, dass sich Interessierte finden, dazu konkrete Ziele zu definieren?
- Wenn ja, wer? Wenn nein, trotzdem Aufnahme in „Sonderbereich“ in der Strategie mit dem Hinweis „wichtig, aber bisher kann dazu niemand etwas sagen“?
So entstand eine umfassende Liste aus Zielen und Nicht-Zielen. Letztere stellen keine Ablehnung dar, sondern spiegeln eine Momentaufnahme – sie bleiben sichtbar und können zu einem späteren Zeitpunkt aufgegriffen werden.
In mehreren Teilarbeitsgruppen wurden die Zielideen konkretisiert, inhaltlich geschärft und mehrfach iteriert. Daraus entstanden Formulierungen, die als Basis für Texte, Thesen und Themenbereiche dienen.
Zugänglichkeit erhöhen über unterschiedliche Zugangsformate
Um die Ziele noch greifbarer zu machen und lebendig werden zu lassen und sowohl Diversitätsaspekte als auch Barrierefreiheit mit einzubeziehen, erarbeiteten die Teilgruppen unterschiedliche Zugangsformate: Videos, User Stories, Comics u.v.m
Quelle:
Dilts, Robert (1993): Die Veränderung von Glaubenssystemen. NLP-Glaubensarbeit. Junfermann, Paderborn (orig.: Changing Belief Systems with NLP. Cupertino/CA: Meta Publications 1990)