26.06.2026
Kollegiat bei der ICA-Jahreskonferenz in Kapstadt
Vom 4. bis 8. Juni 2026 fand die 76. Jahreskonferenz der International Communication Association (ICA) in Kapstadt, Südafrika, statt – die weltweit bedeutendste Fachkonferenz der Kommunikations- und Medienwissenschaft. Jährlich bringt sie Forschende aus verschiedenen Ländern und Fachbereichen zusammen, um aktuelle Befunde, Theorien und Entwicklungen der Kommunikationsforschung zu diskutieren.
Unter den Teilnehmer:innen war auch Majid Ali, Kollegiat des Boysen-TU Dresden-Graduiertenkollegs im Projekt E4. Er hat auf der Konferenz drei Beiträge aus seinem Forschungsbereich zur Wissenschafts-, Umwelt- und Energiekommunikation präsentiert. Das ist ein großer Erfolg, denn die Akzeptanzquote im Peer-Review liegt bei dieser begehrten Konferenz nur bei einem Viertel bis einem Drittel der Einreichungen. Herr Ali war mit drei Beiträgen erfolgreich, die er in separaten Präsentationen vorstellen konnte.
„Sourcing Power in the Hydrogen Discourse: A Cross-National Analysis of Newspaper Coverage in Germany and the MENA Region“ . Die Studie untersucht, welche Quellen und Akteursgruppen in der Berichterstattung über Wasserstofftechnologie in Deutschland, Saudi-Arabien, den Vereinigten Arabischen Emiraten und Ägypten dominieren. Die Ergebnisse zeigen, dass politische und wirtschaftliche Eliten in allen untersuchten Ländern die Berichterstattung dominieren. Während deutsche Medien ein etwas pluralistischeres, zugleich aber kritischeres Bild zeichnen, ist die Berichterstattung in den untersuchten MENA-Ländern stärker durch Regierungs- und Industrieakteure geprägt. Die Studie verdeutlicht damit, dass die öffentliche Darstellung von Wasserstofftechnologien eng mit Fragen von Macht, Zugang zu Öffentlichkeit und journalistischer Quellenwahl verbunden ist.
Kollegiat Majid Ali präsentierte in Kapstadt auch sein Poster „Mapping Media Discourses on Hydrogen Technology: Topic, Sentiment, and Actor Dynamics in Germany and the MENA Region“.
„Media Representations of Sustainable Energy: A Systematic Review of Framing Patterns and Methodological Transparency“. In dieser systematischen Literaturübersicht analysiert Majid Ali die bisherige Forschung zur medialen Darstellung nachhaltiger Energiequellen. Die Studie zeigt, dass das Forschungsfeld in den vergangenen Jahren deutlich gewachsen ist, jedoch weiterhin stark auf Europa und Nordamerika konzentriert bleibt. Zudem wird deutlich, dass viele Studien nachhaltige Energietechnologien zwar mithilfe von Framing-Ansätzen untersuchen, theoretische Konzepte und methodische Vorgehensweisen jedoch häufig uneinheitlich definieren und dokumentieren. Damit leistet der Beitrag einen wichtigen Impuls für mehr Vergleichbarkeit, Transparenz und Theorieentwicklung in der Energie- und Nachhaltigkeitskommunikation.
„Mapping Media Discourses on Hydrogen Technology: Topic, Sentiment, and Actor Dynamics in Germany and the MENA Region“. Dieses Paper basiert auf einer automatisierten Inhaltsanalyse von Zeitungsartikeln aus Deutschland, Saudi-Arabien, den Vereinigten Arabischen Emiraten und Ägypten. Mithilfe von Topic Modelling, Sentimentanalyse und Actor Mapping untersucht die Studie, welche Themen, Bewertungen und Akteure den medialen Wasserstoffdiskurs prägen. Die Ergebnisse zeigen deutliche regionale Unterschiede: Während Wasserstoff in deutschen Medien stärker im Zusammenhang mit Regulierung, Energiepolitik, Infrastruktur und Risiken diskutiert wird, stellen Medien in der MENA-Region Wasserstoff überwiegend als Chance für wirtschaftliche Diversifizierung, industrielle Entwicklung und internationale Kooperation dar.
Die drei Beiträge sind Teil der Dissertation von Majid Ali, die unter der wissenschaftlichen Betreuung von Prof. Lutz Hagen entsteht. Neben den Präsentationen bot die ICA 2026 dem GRK-Kollegiaten Majid Ali eine wertvolle Gelegenheit, sich mit internationalen Wissenschaftler:innen auszutauschen, Rückmeldungen zu seinen Forschungsarbeiten zu erhalten und neue Impulse für die weitere Ausarbeitung seiner Dissertation zu gewinnen. Die Teilnahme an der ICA 2026 markiert damit einen weiteren wichtigen Meilenstein auf seinem wissenschaftlichen Weg und unterstreicht die Relevanz seiner Forschung im internationalen Diskurs über nachhaltige Technologien, Medien und gesellschaftliche Transformation.