15.10.2026
Zukunft gestalten, Erinnerung bewahren: Internationale Konferenz und Ausstellung in Terezín
Auf Initiative der Professur für Städtebau der TU Dresden gemeinsam mit der Fakultät für Kunst und Architektur der TU Liberec kamen Wissenschaftler und Studierende der TU Dresden, der ČVUT Prag, der TU Liberec, des Technion Haifa und des MIT Boston mit politischen Entscheidungsträger und der lokalen Bevölkerung zusammen. Im Mittelpunkt stand die Frage, wie Erinnerungskultur, heutiges Stadtleben und zukünftige Stadtentwicklung miteinander verbunden werden können.
Nach Grußworten des Bürgermeisters von Terezín, René Tomášek, von Martin Mata, Direktor des Innovationszentrums der Region Ústí nad Labem (ICUK), und Dr. Andreas Handschuh, Staatssekretär und Chef der Sächsischen Staatskanzlei, eröffnete Prof. Rafi Segal (MIT Boston) das wissenschaftliche Programm mit einer Keynote zu Architektur und Erinnerungskultur. Dr. Eliyahu Keller (Technion Haifa) setzte am zweiten Konferenztag mit seinem Vortrag „Memory Actions: Thinking about Memory, Trauma, and Collectivity“ einen weiteren Impuls. Internationale Panels beleuchteten unterschiedliche Perspektiven auf den Umgang mit historisch belasteten Orten.
Ein Höhepunkt war die Eröffnung der begleitenden Ausstellung am Abend des 12. Oktober im Stadtmuseum Terezín. Sie präsentiert städtebauliche und landschaftsarchitektonische Entwürfe und künstlerische Projekte der beteiligten Hochschulen, die neue Perspektiven für die Festungsstadt aufzeigen – von der behutsamen Weiterentwicklung bestehender Strukturen über neue Nutzungen, Gestaltung öffentlicher Räume bis hin zur Verbindung von Erinnerungsorten und alltäglichem Stadtleben. Außerdem zeigt Ivan Nemec, Fotograf und Gründer von inicium inventive, eine Rauminstallation mit Fotografien aus den unterscheidlichen Phasen seiner inzwischen achtjährigen Initiative.
Die Konferenz und Ausstellung bilden den Auftakt für eine vertiefte internationale Zusammenarbeit, die den Umgang mit historisch belasteten Orten als gemeinsame Herausforderung versteht. Ziel ist es, ausgehend von Terezín neue Ansätze für eine Stadtentwicklung zu erarbeiten, die historische Verantwortung mit gesellschaftlicher Teilhabe und Zukunftsperspektiven verbindet.
Die Konferenz wurde durch die Europäische Union aus dem Interreg-Kleinprojektefonds der Euroregion Elbe/Labe kofinanziert.
Fotos: Marc Andreas Hermann