12.06.2026
Entwürfe für Kirchen auf Rügen
Die meist auf Hügeln gelegen Dorfkirchen prägen das Landschaftsbild Rügens und sind wertvolle Zeugen der mittelalterlichen Baukunst. Nicht nur auf Rügen stellt der Rückgang der Kirchenmitgliederzahlen die Kirchengemeinden vor große Herausforderungen. Viele können selbst nicht für den Unterhalt aufkommen und sind auf Unterstützung durch öffentliche Mittel, bzw. Stiftungen angewiesen. Auf der anderen Seite haben Kirchen nach wie vor als gemeinschaftliche und identitätsstiftende Orte eine gesamtgesellschaftliche Bedeutung.
Der Erhalt des Baubestandes wird langfristig nicht mehr allein durch die Bewahrung der Hülle gewährleistet werden können, ohne die Nutzung der Kirchen in den Blick zu nehmen. Als Schlüssel deuten sich aktuelle Bestrebungen an, die Verantwortung für den kirchlichen Gebäudebestand auf eine breitere Basis zu stellen und auch nichtkirchliche Akteure einzubinden. Diese so genannten Nutzungspartnerschaften wurden unter anderem im Rahmen des Evangelischen Kirchbautags 2025 diskutiert.
In Kooperation mit dem Kulturbüro des Rates der EKD erarbeiteten Studierende der Professur für Denkmalpflege und Entwerfen Zukunftsvisionen für drei Orte auf Rügen – Bobbin, Sagard und Wiek. Die drei mittelalterlichen Kirchen werden nach wie vor für Gottesdienste genutzt und sollen auch in Zukunft diese Kernfunktion erfüllen. Da alle Gemeinden eine Diskrepanz zwischen belebten Sommer- und leeren Wintermonaten erleben, standen mehrfach kodierte und wandelbare Konzepte im Vordergrund. Angesichts des überaus wertvollen Baubestandes wurde Wert auf eine fundierte Auseinandersetzung mit dem Vorgefundenen und die Feinheit und Angemessenheit der architektonischen Interventionen gelegt.
Ausstellung der Entwurfsarbeiten
Die Entwürfe der Studierenden wurden im Mai 2026 den Kirchengemeinden sowie der interessierten Öffentlichkeit im Rahmen einer Ausstellung mit Fachgespräch im Kosegartenhaus in Altenkirchen vorgestellt.
Beitrag der Evangelischen Kirche in Mecklenburg-Vorpommern
Im Rahmen der Tagung „Thementag Kirchbau“ (4.–5.06.2026), die die Evangelische Kirche Deutschland (EKD) in Kooperation mit der Stadt Dessau, dem Bauhaus Dessau, der Hochschule Anhalt und der Anhaltischen Landeskirche veranstaltete, waren die Entwürfe in der Auferstehungskirche in Dessau ausgestellt. Prof. Marx hielt zudem einen Impulsvortrag unter dem Titel "Wie es sich fügt".
Thementag Kirchbau „Seele und Substanz – Zukunft der Kirchbauten.“
Publikation in „Kunst und Kirche"
Die Arbeit und die Ergebnisse des Entwurfskurses der Professur für Denkmalpflege und Entwerfen wurde in einem Beitrag in der aktuellen Ausgabe der Zeitschrift Kunst und Kirche (Ausgabe 2.2026) als „modellhafte Kirchbau-Transformation in Stadt und Land“ vorgestellt.
Entwurf im WS 2025/26
Sakrales Rügen – historische Baukunst und neue Gemeinschaften
Betreuung: Prof. Dr. Dipl.-Ing. Claudia Marx, Kay Fischer, Peter Wohlwender
Kooperation: Klaus-Martin Bresgott, Kulturbüro des Rates der EKD