17.03.2026
Karl Petzold: Pionier der Bauklimatik
Karl Petzold
Karl Petzold, geboren am 27. April 1926 in Zwickau, prägte die Bauklimatik wie kaum ein anderer. Nach einer schwierigen Jugend während des Zweiten Weltkriegs schloss er 1946 sein Abitur ab und studierte Maschinenbau in Dresden. Seine berufliche Laufbahn führte ihn über die chemische Industrie und das Institut für Luft- und Kältetechnik Dresden, wo er promovierte und erste wegweisende Veröffentlichungen verfasste.
1968 berief ihn die TU Dresden als Professor und Leiter des Instituts für Technische Bauhygiene und Haustechnik. Von 1972 bis 1992 leitete er dort das Forschungs- und Lehrgebiet „Bauklimatik“ und baute es zu einer international anerkannten Disziplin aus. In seiner fast 25-jährigen Amtszeit veröffentlichte er über 200 wissenschaftliche Arbeiten, betreute 40 Dissertationen und prägte unzählige Projekte. Sein Fokus lag auf Energie- und Stofftransport in Gebäuden, immer mit dem Ziel eines klimagerechten Bauens. Sein Vermächtnis ist in den Büchern „Wärmelast“ und „Raumlufttemperaturen“ festgehalten, die bis heute gültige Berechnungsmodelle für die Bauklimatik bieten. Petzold betonte das Zusammenspiel aus urbaner Vernetzung, Bauwerksgestaltung und nachhaltiger Nutzung von Ressourcen als Schlüssel zu einem sinnvollen Energiekonzept – weit über die reine Wärmedämmung hinaus. Karl Petzold verstarb am 14. März 2006, knapp vor seinem 80. Geburtstag. Sein Lebenswerk wurde 2007 auf dem 12. Internationalen Bauklimatischen Symposium der TU Dresden gewürdigt. Der europäische Bauphysik-Nestor Professor Karl Gertis ehrte ihn als herausragenden Wissenschaftler und visionären Denker. Karl Petzold hinterlässt ein wissenschaftliches Erbe, das bis heute Generationen inspiriert.