Forschung
Forschungsprojekt „Ressource Laubschwachholz: Entwicklung und Erprobung materialgeleiteter Entwurfs- und Bauweisen für den klimafolgenangepassten Geschosswohnungsbau“. Gefördert von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU). In Kooperation mit WKC, ee concept und dem Staatsbetrieb Sachsenforst, Forstbezirk Taura; Erprobung im Rahmen des Kollektivbauprojekts V29 in Leipzig. Projektlaufzeit: 11/2026-11-2028.
Waldumbau und Bauwende treffen bislang nur punktuell aufeinander. Während sich Artenzusammensetzung und verfügbare Holzsortimente verändern, basiert der konstruktive Holzbau weiterhin weitgehend auf wenigen Nadelholzarten und standardisierten, technisch getrockneten Produkten. Das Forschungsprojekt untersucht, wie „Laubschwachholz“ mit seinen dünnen, heterogenen Querschnitten mit möglichst einfachen Verarbeitungsschritten für den mehrgeschossigen Wohnungsbau erschlossen werden kann. Die ökologische Frage nach einer langfristigen stofflichen Nutzung dieser bislang geringwertig verwendeten Holzressource wird dabei unmittelbar zu einer konstruktiven und entwurflichen: Wie lässt sich mit dünnen, krummen und heterogenen Stämmen bauen, ohne ihre spezifischen Eigenschaften durch aufwendige Verarbeitung und Standardisierung zu verlieren? Untersucht wird, wie aus diesen Voraussetzungen eine Bauweise entstehen kann, die mit den verfügbaren Ressourcen arbeitet und zugleich heutige Anforderungen an Tragfähigkeit, Dauerhaftigkeit und bauaufsichtliche Sicherheit erfüllt. Konkreter Anwendungsfall dieser Forschung ist das sozial-ökologische Kollektivbauprojekt V29 in Leipzig. In dem mehrgeschossigen Wohnhaus wird Laubschwachholz in großem Umfang zum Ausgangsmaterial der Tragstruktur und unter tatsächlichen Planungs-, Genehmigungs- und Ausführungsbedingungen erprobt.