ENTWURFSSTUDIO
SoSe 2026 | 3. Hauptentwurf / Vertiefer
ENTWURF SoSe26
Terrain Vague; Adaptive Systeme
Exkursion Berlin - 08.04.26 Treffpunkt 10:00 Uhr Floating University
Kick-Off Dresden - 09.04.26
genaue Uhrzeit und Ort werden zeitnah kommuniziert
Termine:
Es werden wöchentlich donnerstags Betreuungen / Konsultationen mit Mitarbeiter*innen des Lehrstuhls angeboten. Um Zu- oder Absage wird rechtzeitig gebeten.
HINTERGRUND und AUFGABENSTELLUNG
Der Begriff "Terrain Vague" bezeichnet urbane Zwischenräume, die sich einer eindeutigen Nutzung entziehen. Es handelt sich um brachliegende, vergessene oder unbestimmte Flächen innerhalb der Stadt, die weder vollständig privat noch klar öffentlich sind. Gerade durch ihre Unbestimmtheit eröffnen sie Potenziale für alternative Formen der Aneignung, des Wohnens und des sozialen Zusammenlebens. In diesem Kontext lässt sich auch das Wohnen als Verhandlungsmasse im Spannungsfeld zwischen öffentlich- halböffentlich und privat denken.
Traditionell ist das Wohnhaus ein Ort des Privaten, der Rückzug, Schutz und Abgrenzung symbolisiert. Die vorliegende Aufgabe beschäftigt sich damit, diese klare Trennung neu zu verhandeln. Das Gebäude wird nicht als abgeschlossene Einheit verstanden, sondern als offenes Gefüge, das im bewussten Austausch mit seiner Umgebung steht. Das öffentliche gedachte Wohnhaus kann so zu einem Vermittler zwischen dem undefinierten Stadtraum und den Bedürfnissen seiner Bewohner:innen werden.
Das „vage“ Terrain fungiert dabei als Freiraum für Experimente: Es erlaubt informelle Nutzungen, temporäre Strukturen und soziale Begegnungen jenseits festgelegter Programme und dient als Metapher für das gesamte Projekt. Starre Grenzen zwischen Stadt und Wohnen sollen aufgelöster gedacht werden. Wohnen wird sichtbar, teilbar und verhandelbar.
In dieser Perspektive ist das Haus nicht nur Unterkunft, sondern auch sozialer und kultureller Akteur. Es bietet Raum für Austausch, für kollektive Aktivitäten und für eine neue Form von Öffentlichkeit, die nicht auf Konsum oder Repräsentation basiert, sondern auf Alltag, Nachbarschaft und gemeinsamer Verantwortung. Das "Terrain Vague" verliert dabei seinen Status als „Leerstelle“, ein urbanes Modell entsteht, in dem Unbestimmtheit nicht als Mangel, sondern als Qualität verstanden wird.