17.08.2026
Themenvorstellung Abschlussarbeiten WiSe 26/27 am Do., 20.08.26
Die Professur für Landschaftsbau bietet Ihnen dieses Wintersemester die untenstehenden Themen als Bachelor- oder Masterabschlussarbeit an.
Die Themenbekanntgabe findet am Do., 20.08.2026 um 10 Uhr im Raum 463 HÜL/O statt. Zur digitalen Teilnahme erfragen Sie den Zugangslink bitte bei Prof.in Irene Lohaus. Individuelle Terminfindung zur Erläuterung der Themen sind ebenfalls möglich. Melden Sie sich bitte dazu ebenfalls bei Prof.in Irene Lohaus.
Im Rahmen der Bachelorarbeit ist ein landschaftsarchitektonischer Entwurf für den neuen Saxonia-Platz vor dem S-Bahn-Haltepunkt zu entwickeln. Durch die Schließung der Richard-Wagner-Straße für den allgemeinen Verkehr entsteht die Chance, einen bisher verkehrsdominierten Bereich in einen qualitätvollen öffentlichen Stadtplatz umzuwandeln. Der Platz soll als zentrales Eingangstor, Aufenthaltsraum und Mobilitätsknoten dienen und die angrenzenden Nutzungen Jugendherberge, Sportstätten und Krokofit miteinander vernetzen.
Die Gestaltung soll einen Bezug zur ersten sächsischen Lokomotive „Saxonia“ herstellen und die eisenbahnhistorische Identität des Ortes zeitgemäß interpretieren. Zu integrieren sind unter anderem eine überdachte Radabstellanlage für mindestens 55 Fahrräder, E-Bike-Ladestationen, eine Leihfahrradstation, ein Fahrradhaus, Aufenthalts- und Sitzbereiche, die barrierefreie Erschließung der Fläche, der Umgang mit dem Baumbestand, die Aufwertung der Spundwand sowie ein Nutzungskonzept für die ehemalige Bahnhofsgaststätte. Ziel ist ein funktional leistungsfähiger, gestalterisch prägnanter und nachhaltiger Stadtplatz mit hoher Aufenthaltsqualität.
Der Phaleron War Cemetery in Athen ist ein bedeutender Erinnerungsort des 20. Jahrhunderts und eng mit der Geschichte Griechenlands während und nach dem Zweiten Weltkrieg verbunden. Nach dem Balkanfeldzug von 1941, der deutschen Besatzung und der Befreiung Griechenlands wurden Gefallene der Commonwealth-Streitkräfte von verschiedenen Schlachtfeldern, provisorischen Militärfriedhöfen und zivilen Friedhöfen des griechischen Festlands nach Phaleron überführt. Die Anlage entwickelte sich dadurch zum zentralen Commonwealth-Soldatenfriedhof für das griechische Festland.
Gestaltet wurde der Friedhof unter dem Einfluss der IWGC/CWGC durch den Architekten Louis de Soissons. Charakteristisch sind die rechteckige Grundordnung, eine starke zentrale Achse, die symmetrische Raumorganisation, der Einsatz von Botticino- und Pentelischem Marmor sowie die Einbindung in die Hanglage mit Blick auf den Saronischen Golf. Zusammen mit der mediterranen Bepflanzung entsteht eine klare, würdevolle und ruhige Atmosphäre, die den Charakter des Ortes bis heute prägt.
Gleichzeitig befindet sich der Friedhof heute in einem veränderten städtebaulichen Kontext. Durch die zunehmende bauliche Verdichtung und das entstehende Wohnquartier in unmittelbarer Nähe wächst der Nutzungsdruck auf die angrenzenden Freiräume. Besonders der nördliche Teil des Friedhofsareals rückt dadurch als möglicher öffentlicher Raum für die Nachbarschaft in den Fokus. Die zentrale Herausforderung besteht darin, diesen Bereich zugänglich und erlebbar zu gestalten, ohne die historische Bedeutung, Ruhe und Würde des Friedhofs zu beeinträchtigen.
Darüber hinaus sind technische und ökologische Fragestellungen wie Entwässerung, Oberflächenwasser, Erosion, mögliche Verschmutzungseinträge sowie der Zustand vorhandener Brunnen zu berücksichtigen. Auch die Alterung der Materialien, die Pflege historischer Bauelemente und Anforderungen an Barrierefreiheit, Orientierung und Aufenthaltsqualität spielen eine wichtige Rolle. Ziel der Masterarbeit ist es daher, einen architektonisch-landschaftsarchitektonischen Entwurf zu entwickeln, der den Friedhof behutsam weiterdenkt, aktuelle Herausforderungen aufgreift und den nördlichen Bereich als vermittelnde Zone zwischen Gedenkort und Nachbarschaft neu interpretiert. Der Entwurf soll anschließend technisch und konstruktiv detailliert werden.
Die Abschlussarbeit befasst sich mit der landschaftsarchitektonischen Neugestaltung der Umgebung des Dresdner Rathauses. Ziel ist die Transformation des stark versiegelten Rathausvorplatzes und der angrenzenden Bereiche zu einem klimaangepassten, barrierefreien und gut vernetzten öffentlichen Stadtraum.
Im Fokus stehen die Entsiegelung befestigter Flächen, die Verbesserung des Mikroklimas sowie die Schaffung neuer Aufenthaltsqualitäten durch Begrünung, Schatten, Sitzmöglichkeiten und differenzierte Oberflächen. Gleichzeitig soll die Umgebung des Rathauses als repräsentativer, aber alltagstauglicher Freiraum gestärkt werden.
Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Anbindung an den Dresdner Promenadenring. Wegebeziehungen sollen verbessert, Orientierung erleichtert und der Rathausstandort in ein zusammenhängendes innerstädtisches Freiraumsystem eingebunden werden.
Zudem ist die barrierefreie Erschließung der gesamten Umgebung zentraler Bestandteil der Arbeit. Bestehende Hindernisse und unklare Wegeführungen werden analysiert und durch ein durchgängiges, inklusives Konzept ersetzt.
Das Ergebnis soll ein gestalterisch und funktional überzeugender Entwurf sein, der Entsiegelung, Begrünung, Regenwassermanagement, Barrierefreiheit und stadträumliche Vernetzung zu einem zukunftsfähigen Rathausumfeld verbindet. Durch eine technische Durcharbeitung wird die Funktionsfähigkeit des Entwurfs bis ins Detail erwiesen.