WiSe 23/24 Urban LAB in Dresden
Urban LAB Archipelago Dresden
Kontext
In jeder Stadt gibt es natürliche und gebaute Elemente, die wesentlich zu ihrer Identität beitragen. In Dresden sind es der Fluss mit seinen grünen Ufern, die Blickbeziehungen zu den umgebenden Anhöhen sowie der Wechsel von bebauten und landschaftlich geprägten Räumen. Der charakteristische Elbbogen im Zentrum verleiht der Stadt bis heute ihre besondere Schönheit und bewog die Wettiner bereits vor über 500 Jahren, Dresden als Residenz zu wählen. Flussabwärts, auf der gegenüberliegenden Seite der Elbe, liegt das sogenannte „Große Ostragehege“, das ehemalige Jagdrevier der sächsischen Kurfürsten. Zwischen diesem und dem historischen Stadtkern entstand ein Spannungsfeld aus naturräumlicher Weite und kultureller Dichte.
Pläne der Wettiner, das Ostragehege zu einem Schloss- und Parkkomplex auszubauen, scheiterten an den Bedingungen ihrer Zeit. Ende des 19. und Anfang des 20. Jahrhunderts wurde das Gebiet durch den Bau des Alberthafens, die Flutrinne und den neuen Schlachthof zu einer räumlichen und funktionalen Enklave. Bis heute prägen Naturnähe, Abgeschiedenheit und starke Gegensätze den Ort: weite Wiesen, Alleen und Uferflächen mit hohem ökologischem Wert stehen neben Hafenanlagen, Industrie, Messekomplex, Sporteinrichtungen, Kulturstandorten und neuen Unternehmen im denkmalgeschützten Schlachthofensemble. Trotz dieser besonderen Identität wird das Gebiet seinem Potenzial und der Nähe zur Innenstadt bislang nicht gerecht.
Aufgabenstellung
Ziel der Aufgabe war die Entwicklung eines städtebaulichen Entwurfs für die Bereiche Alberthafen, Flutrinne und Ostrainsel, der eine Vision für die zukünftige Entwicklung des Gesamtareals formuliert und vorhandene Qualitäten stärkt. Dabei sollten die besondere Lage und Eigenart des Ostrageheges berücksichtigt sowie das Verhältnis von bebauten und unbebauten Flächen neu gedacht werden. Themen wie die Qualifizierung von Freiräumen, das Sichtbarmachen räumlicher Brüche, die Umnutzung bestehender Strukturen sowie die Setzung neuer baulicher Schwerpunkte standen im Mittelpunkt.
Potenziale ergeben sich insbesondere durch eine mögliche Konzentration des Industriehafens auf den Südkai sowie durch die Verlagerung verbliebener Lager- und Logistiknutzungen auf der Ostrainsel. Das Entwicklungskonzept sollte daher Möglichkeiten einer baulichen Entwicklung kritisch prüfen und Vorschläge zu angemessener Dichte und Nutzungsmischung formulieren. Bestehende landschaftliche und bauliche Elemente sollten integriert und zugleich neue räumliche Strukturen geschaffen werden, die das Gebiet besser nutz- und erlebbar machen. Ziel war es, das „Archipelago“ zu einem Ort mit eigener Identität und gesamtstädtischer Bedeutung weiterzuentwickeln.
Ob die heutige Abgeschiedenheit des Gebiets zugunsten einer stärkeren Vernetzung – etwa durch neue Fähr- oder Brückenverbindungen nach Pieschen oder Übigau – aufgegeben oder bewusst weiterentwickelt wird, sollte konzeptabhängig entschieden werden. Vorgaben zum Nutzungsprogramm wurden bewusst nicht gemacht; denkbar sind kulturelle, gewerbliche und freizeitbezogene Nutzungen sowie besondere oder temporäre Wohnformen.
Arbeitsschritte
Der Einstieg in das Projekt erfolgte im Rahmen eines fünftägigen „Urban LAB“ vor Ort in Dresden in Kooperation mit den Architekturfakultäten der TU Krakau und der TU Prag. Nach einer Einführung und Ortsbesichtigung entwickelten Studierende aller beteiligten Hochschulen in interdisziplinären Teams erste Szenarien und Konzepte, die im Rahmen von Zwischen- und Abschlusspräsentationen öffentlich diskutiert wurden.
Im Anschluss an den Workshop wurden die entstandenen Ansätze gemeinsam ausgewertet und weiterentwickelt. Dabei konnten die Studierenden entweder die im eigenen Team entwickelten Konzepte vertiefen oder Ideen anderer Gruppen aufgreifen.
In Zwei- und Dreierteams sowie in Zusammenarbeit mit Studierenden der Landschaftsarchitektur und der Verkehrswissenschaften entstanden für den Alberthafen, die Flutrinne und die Ostrainsel städtebauliche und freiraumplanerische Konzepte. Aufbauend auf unterschiedlichen räumlichen Strategien wurden Rahmenpläne entwickelt, die eine schrittweise Umsetzung und Weiterentwicklung ermöglichen. Ausgewählte Teilbereiche wurden anschließend bis auf Gebäudeebene hinsichtlich Typologie, Nutzung, Erschließung und Freiraumbezug vertieft.
Im März 2024 wurden die an der TU Krakau, der TU Prag und der TU Dresden entstandenen Projekte gemeinsam im Wissenschaftsforum COSMO im Kulturpalast Dresden ausgestellt. Zahlreiche öffentliche Veranstaltungen begleiteten die Ausstellung. Anschließend war die Ausstellung auch an der TU Prag sowie an der TU Krakau zu sehen.
Angela Mensing-de Jong, Gudrun Deppe und Louisa Scherer
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ZIRKULÄRER OSTRA-HUB
Oliwia Fila (Diplom)
© Fila
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OSTRA CAMPUS
Larissa Häschel (Diplom)
© Häschel
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DEINE STADT - DEIN T(R)AUM
Melanie Hacker-Heller (Diplom)
© Hacker-Heller
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© Hacker-Heller
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© Hacker-Heller
© Hacker-Heller
© Hacker-Heller
© Hacker-Heller
© Hacker-Heller
KULTURPOOL
Lily Blohm und Hanna Meinhard und Jonathan Theis
© Blohm, Meinhard, Theis
© Blohm, Meinhard, Theis
© Blohm, Meinhard, Theis
© Blohm, Meinhard, Theis
© Blohm, Meinhard, Theis
© Blohm, Meinhard, Theis
© Blohm, Meinhard, Theis
© Blohm, Meinhard, Theis
© Blohm, Meinhard, Theis
ELBE3
Sofiya Gorshkova und Jonathan Muser
© Gorshkova, Muser
© Gorshkova, Muser
© Gorshkova, Muser
© Gorshkova, Muser
© Gorshkova, Muser
© Gorshkova, Muser
EINE NEUE ACHSE FÜR'S OSTRA
Lorenzo Scheibner und Anabelle Kuhnt
© Kuhnt, Scheibner
© Kuhnt, Scheibner
© Kuhnt, Scheibner
© Kuhnt, Scheibner
© Kuhnt, Scheibner
© Kuhnt, Scheibner
© Kuhnt, Scheibner
RUND UM OSTRA
Yelim Han und Apolo Huang
© Han, Huang
© Han, Huang
© Han, Huang
© Han, Huang
© Han, Huang
© Han, Huang
© Han, Huang
DRESDNER KULTURSTANDORTE OSTRA
Tamara Jakoby und Marie Sternkiker und Lea Süßespeck
© Jakoby, Sternkiker, SüßespeckJakoby, Sternkiker, Süßespeck
© Jakoby, Sternkiker, Süßespeck
© Jakoby, Sternkiker, Süßespeck
© Jakoby, Sternkiker, Süßespeck
© Jakoby, Sternkiker, Süßespeck
© Jakoby, Sternkiker, Süßespeck
© Jakoby, Sternkiker, Süßespeck
THE SOUL OF FRIEDRICHSTADT
Leonie Siebern und Anna-Elisa Urlau
© Siebern, Urlau
© Siebern, Urlau
© Siebern, Urlau
© Siebern, Urlau
© Siebern, Urlau
© Siebern, Urlau