ENTWURFSSTUDIO

WiSe 2025/26 | 3. Hauptentwurf / Vertiefer
ENTWURF WiSe 2025/26
INTERIM; Mobile Prototypen
Kick-Off BERLIN
08+09.10.2025 - Exkursion
genaue Uhrzeit und Ort werden zeitnah kommuniziert
Termine:
Es werden wöchentlich donnerstags Betreuungen / Konsultationen mit Mitarbeiter*innen des Lehrstuhls angeboten. Um Zu- oder Absage wird rechtzeitig gebeten.
HINTERGRUND
Die Wohnungskrise stellt eine der drängendsten sozialen Herausforderungen der Gegenwart dar.
Neben dem Neubau besteht großes Potential in der Sanierung und dem Umbau von Bestandsgebäuden. Doch eine Sanierung im bewohnten Zustand stellt in der Regel eine große Belastungsprobe für die Bewohnenden dar. Oft wird der Bewohner*innenkonflikt durch Übergangswohnungen an anderen Standorten gelöst. Selten bleibt es hierbei bei einer temporären Lösung und die ehemalige Bewohnerschaft kehrt nicht zurück. Dies führt zu sozialer Verdrängung und Gentrifizierung, häufig von marginalisierten Gesellschaftsgruppen.
Gemeinsam mit Studierenden soll daher ein Wohngebäude entworfen werden, dass als interimistischer Prototyp zunächst temporär als Ersatzbau dient. Dieser soll als Wohnforschungsgebäude verstanden werden, bei dem nicht nur die Bauweise (modular, seriell) sondern auch die Wohnweise vollkommen in Frage gestellt werden darf.
Über typogolisch gedachte Ansätze und nachhaltige Grundrissentwürfe kann die Vision vereinfachter und kostengünstiger Gebäude in die Praxis übertragen werden. Dies zunächst vor dem Hintergrund der Übergangslösung. Der Fokus liegt auf der Entwicklung einer neuen, zukunftsweisenden Wohnbau-Typologie, die flexibel und effizient im Bauprozess und in der Nutzung ist. Hierbei spielen Modularität, Mobilität, Verfertigung und Struktur eine entscheidende Rolle.
Welche Ansprüche an einen qualitativen Interimsbauten zur niederschwelligen Sanierung von bewohnten Bestandsgebäuden bestehen? Welche Funktionalitäten und Qualitäten benötigt ein zunächst temporärerer Wohnraum – ein Interimsbau und wie lassen sich diese
bautypologisch transferieren? Welche sozialen Aspekte ergeben sich aus der Typologie? Welche Potentiale entstehen aus den Erkenntnissen für kostenreduziertes, klimafreundliches Bauen für den seriellen Geschosswohnungsbau?
AUFGABENSTELLUNG
Zu entwerfen ist ein interimes Wohngebäude, das hochflexibel die unterschiedlichen Möglichkeiten des Bauens und Wohnens untersucht. Es geht um das Neudenken und Weiterentwickeln von Formen des Miteinanders in einem kreierten Experimentierfeld. Der Umstand, dass es sich um eine temporäre Wohnsituation handelt, schafft neuen Gedankenfreiräume und Entwurfshorizonte.
Untersucht werden sollen die unterschiedlichen Formen des modularen Bauens auf ihre Eignung für das INTERIM. Seit wann wird wie modular gedacht und gebaut? Wie ist der gegenwärtige Stand der Nutzung? Welche Materialien kommen für das modulare Bauen zur Anwendung? Welche eignen sich besonders gut? Wie sind diese vor der Hintergrund der Ressourcenknappheit einzuordnen?
Nicht nur beim Bauen wird modular oder seriell gedacht. Auch in der Kunst und in der Industrie besteht der Anspruch an kostengünstige Herstellung durch Wiederholung. In welchen Bereichen besteht außerdem ein hohes Maß an Modularität oder Seriellität? Wie sind Vorgehensweisen auf den Entwurf übertragbar?
Die Bundesstiftung Baukultur ruft 2025 Kreative dazu auf, innovative Projekte zur Gestaltung von 30 m³ einzureichen. Gesucht sind Konzepte, die sowohl funktional als auch ästhetisch überzeugen und eine Lösung für alltägliche Räume bieten. Die Projekte sollen die Gestaltungsqualität und Ressourcenschonung im Blick behalten.
Die Teilnahme am ausgelobten Wettbewerb ist vorgesehen. Wie lässt sich ein Modul, ein Element des entworfenen Prototypen mit nur 30 m³ darstellen und vor allem nutzen?
Drei vorab ausgewählte Arbeiten können eingereicht werden. Zehn Projektteams werden schließlich von der Bundesstiftung Baukultur ausgewählt, ihre Idee für die Gestaltung von 30 m³ zum Konvent der Baukultur 2026 in Potsdam zu realisieren und zu präsentieren.
ORT
Es wird zunächst ohne spezifisches Grundstück gedacht und entworfen. Die mobilen Prototypen sollen so geplant sein, quasi überall stehen könnten.