Abschlussarbeiten
Das Lehrgebiet Pflanzenverwendung bietet Ihnen jedes Semester verschiedene Themen für die Erlangung Ihres Bachelor- oder Masterabschlusses an. Für Sie besteht die Möglichkeit, Ihr Studium mit einem Entwurf oder einer wissenschaftlichen Arbeit in der Pflanzenverwendung abzuschließen. Hierbei sind Planungen von der Analyse bis hin zur Ausführung, als auch theoretische Auseinandersetzungen mit einem Themenkomplex aus dem Fachbereich denkbar. Die Bandbreite von möglichen Projekten ist sehr vielfältig. In einem ersten gemeinsamen Gespräch wird das Thema durch individuelle Vorschläge modifiziert und angepasst, sodass es zu Ihren Interessen passt. Die Bearbeitung der Themen erfolgt weitestgehend selbstständig.
Ihr Tor in den Berufsalltag: Eine Abschlussarbeit in der Pflanzenverwendung
Unsere Themen werden zu Beginn des Semesters über die Webseite bekannt gegeben.
Wenn Sie Interesse an der Bearbeitung eines unserer Themen haben, melden Sie sich bitte beim Lehrgebiet Planzenverwendung. Anschließend werden Sie über das weitere Vorgehen informiert. Achtung: die Zahl der Anmeldungen pro Thema ist begrenzt.
Inhaltsverzeichnis
Themen für Abschlussarbeiten in der Pflanzenverwendung im Sommersemester 2026
Bachelorarbeitsthemen
Anmeldung des gewüschten Themas am Lehrgebiet bis zum 15.03.2026
Lernort am Chemiebau
Bachelorarbeit
Der Außenraum zwischen Chemiebau und Fritz-Foerster-Bau der TU Dresden besitzt einen besonderen Charakter. Zwischen der dunklen Fassade des Chemiebaus und einer Betonmauer offenbart sich ein Zwischenraum, der weit mehr sein könnte als ein bloßer Durchgangsort: ein Ort mit Aufenthaltsqualität, der zum Lernen und Verweilen einlädt.
Aufgrund seiner Lage und Materialität weist der Raum jedoch besondere klimatische, räumliche und gestalterische Bedingungen auf. Es handelt sich um eine Hitzesenke mit hoher Strahlungswärme. Gleichzeitig finden sich Relikte früherer Planungen wie Ziergräser, Bandstahl, Splittmulch und Hostas. Die den Raum umgrenzenden Wege werden von Brombeeren, Spontanvegetation und mangelnder Pflege geprägt, wodurch dieser geschützte Ort häufig übersehen wird.
Gesucht wird ein Entwurf, der diesen Außenraum zu einem lebendigen Lern- und Lehrort transformiert – den Bestand reflektierend, zugleich zeitgemäße Antworten auf ökologische und klimatische Herausforderungen gebend sowie die besondere Atmosphäre des Ortes bewahrend und weiterentwickelnd.
Im Rahmen der Bachelorarbeit entwickeln Sie einen eigenständigen Entwurf mit Vegetation für diesen Lernort, das auf den spezifischen Standortbedingungen aufbaut und die Potenziale des Bestands auslotet. Sie erarbeiten Entwurfsvarianten, wählen eine Vorzugsvariante aus und planen diese weiter aus. Da es sich um einen kleinen Raum handelt, soll ergänzend ein Modell gebaut oder alternative Darstellungsformen jenseits klassischer Plangrafiken entwickelt werden. Das Entwurfsbuch dokumentiert den gesamten Prozess – von der Analyse über die Konzeptentwicklung bis hin zur Detailplanung – und reflektiert die Rolle von Lern- und Lehrorten in der Freiraumgestaltung.
- planerische Entwurfsarbeit (Entwurfsbuch, Pläne und ergänzende Darstellungen, ggf. Modell)
- max. 3 Plätze zu vergeben
Pflanzenverwendung am Neustädter Markt – Transformation eines kontroversen Stadtraums
Bachelorarbeit
Der Neustädter Markt ist Gegenstand stadträumlicher und gesellschaftlicher Kontroversen. Als Ensemble der Nachkriegsmoderne steht er zwischen denkmalpflegerischem Anspruch, Nutzungsdefiziten und aktuellen Forderungen nach Klimaanpassung, Aufenthaltsqualität und sozialer Aneignung. Im Zentrum des Platzes prägen die beiden Brunnen Neustädter Markt West und Neustädter Markt Ost (1979, Friedrich Kracht) die Freiraumstruktur, deren umgebende Pflanzbereiche heute sanierungsbedürftig sind und gestalterisch wie funktional neu gedacht werden müssen.
Ziel der Entwurfsarbeit ist die pflanzplanerische Neugestaltung und Weiterentwicklung der Pflanzbereiche um die beiden Kracht-Brunnen. Auf Basis einer Auseinandersetzung mit dem Bestand, der Geschichte des Ortes und den aktuellen Diskussionen um den Neustädter Markt sollen zeitgemäße Pflanzkonzepte entwickelt werden, die historische Relevanz, Klimaresilienz, Pflege, Wahrnehmung und Nutzung gleichermaßen berücksichtigen. Die Pflanzenverwendung wird dabei als zentrales Entwurfsmittel verstanden, um zwischen Denkmalbestand, städtischem Alltag und zukünftigen Anforderungen zu vermitteln.
- planerische Entwurfsarbeit (Entwurfsbuch, Plansatz)
- max. 2 Plätze zu vergeben
Garrigue in Dresden
Bachelorarbeit
Die Garrigue ist ein mediterraner, trockenheitsangepasster Vegetationstypus, dessen strukturelle, ökologische und gestalterische Qualitäten auch in Mitteleuropa zunehmend als Inspirationsquelle für klimaangepasste Pflanzenverwendung diskutiert werden.
Im Rahmen dieser Arbeit wird der Versuchsaufbau der Garrigue-Sichtung im Botanischen Garten Dresden wissenschaftlich-theoretisch untersucht. Ausgangspunkt ist eine kritische Auseinandersetzung mit dem Konzept Garrigue in der modernen Pflanzenverwendung: Historische, ökologische und gestaltungstheoretische Grundlagen werden aufgearbeitet. Darauf aufbauend werden Versuchsaufbau und -standort kritisch reflektiert.
Auf dieser theoretischen Basis suchen Sie in Dresden bis zu drei geeignete Orte, an denen sich ein Garrigue-Pflanzkonzept realisieren ließe. Für jeden vorgeschlagenen Standort sind die spezifischen Standortbedingungen zu analysieren und zu begründen, inwiefern sie die Entwicklung einer Garrigue-Vegetation unterstützen oder herausfordern. Mischungen aus der Sichtung dürfen dabei genutzt, aber auch verändert werden.
Ziel ist ein integriertes Konzept, das theoriegeleitete Reflexion mit konkreter Standortsuche verbindet und so die Potenziale von Garrigue-Pflanzkonzepten für urbane Freiräume in Dresden auslotet.
- planerisch-wissenschaftliche Arbeit (wissenschaftlicher Text und Plakate)
- max. 2 Plätze zu vergeben
Pflanzenverwendung vertieft – Potenziale geschützter Räume im Senkgarten
Bachelorarbeit
Die Arbeit widmet sich der wissenschaftlich-theoretischen Untersuchung von Senkgärten als spezifischem Freiraumtypus in der Gestaltung architektonisch geprägter Freiräume. Ziel ist es, die besonderen gestalterischen, klimatischen und nutzungsbezogenen Potenziale von Senkgärten zu analysieren und ihre Rolle in der zeitgenössischen Pflanzenverwendung kritisch zu reflektieren.
Zur Unterfütterung der theoretischen Analyse werden beispielhafte Senkgärten im Stadtraum untersucht, dokumentiert und hinsichtlich Struktur, Bepflanzung, Aufenthaltsqualität und Pflegeaufwand verglichen. Besonderes Augenmerk liegt auf den mikroklimatischen Vorteilen, die Senkgärten für Pflanzen bieten: geschützte Lagen ermöglichen den Einsatz wärmebedürftiger oder frostempfindlicher Arten, wie beispielsweise des markanten Küsten-Mammutbaums im Senkgarten des Barkhausen-Baus.
Die Arbeit verbindet damit theoriegeleitete Reflexion mit praktischer Beobachtung und entwickelt Ansätze, wie Senkgärten als klimaangepasste, stadtgestalterisch prägende Orte und zugleich als Potenzialräume für innovative Pflanzenverwendung weitergedacht werden können.
- planerisch-wissenschaftliche Arbeit (wissenschaftlicher Text und Plakate)
- max. 1 Platz zu vergeben
Masterarbeitsthemen
Anmeldung des gewüschten Themas am Lehrgebiet bis zum 15.03.2025
Wolfsburg: Stadt – Raum – Grün
Masterarbeit
Wolfsburg steht als junge, geplante Stadt exemplarisch für die städtebaulichen Leitbilder des 20. Jahrhunderts – von der Gartenstadt über die autogerechte Moderne bis hin zur industriell geprägten Stadtlandschaft. Nicht erst seit der Klimakrise und der zunehmenden Ressourcenknappheit werden die Prinzipien der modernen Stadt und des Weiterbauens grundlegend infrage gestellt. Wolfsburg sieht sich dabei neuen Herausforderungen gegenüber, etwa im Hinblick auf veränderte Mobilitätsformen oder das künftige Zusammenspiel von Werk und Stadt.
Der Wolfsburg Award for Urban Vision 2026 lädt dazu ein, dieses urbane Erbe neu zu lesen und weiterzudenken. Im Rahmen dieser Masterarbeit werden visionäre Landschafts- und Grünkonzepte für die Stadt Wolfsburg entwickelt, die Stadtgeschichte, Transformation und ökologische Anforderungen miteinander verknüpfen. Im Fokus steht die Frage, wie Freiräume als klimatische Infrastruktur, soziale Räume und Träger urbaner Identität neu interpretiert werden können. Wolfsburg wird dabei zum Experimentierfeld für innovative, auch experimentelle Entwurfsansätze zwischen Erinnerung, Wandel und Zukunft des urbanen Grüns. Im Zentrum steht eine Pflanzenverwendung, die sich bewusst strategisch versteht und dabei als Schlüssel für eine klimaresiliente, gesundheitsfördernde und zukunftsfähige Stadtentwicklung dient.
- planerische Arbeit (Pläne, Entwurfsbuch und ggf. Modell)
- max. 3 Plätze zu vergeben
Wissenschaft kommunizieren: Farbe in der Pflanzenverwendung
Masterarbeit
Die Arbeit widmet sich einer vertieften theoretischen und wissenschaftlichen Auseinandersetzung mit dem Thema Farbe in der Pflanzenverwendung. Ziel ist es, sich von vereinfachten und rein dekorativen Farbkonzepten zu lösen und stattdessen grundlegende Fragestellungen zu adressieren: Was ist Farbe – physikalisch, chemisch, kulturell, künstlerisch und gestalterisch – und welche Bedeutung besitzt sie im Kontext der Pflanzenverwendung?
Ihre Forschung sollte interdisziplinär nach Ansätzen zum Umgang mit Farben suchen und Perspektiven unterschiedlicher Fachrichtungen integrieren. Theoretische Betrachtungen werden konsequent auf die Pflanzenverwendung rückbezogen. Neben naturwissenschaftlichen Grundlagen der Farbwahrnehmung und Farbwirkung werden kunst- und gestaltungstheoretische Konzepte analysiert. Ergänzend wird die historische Dimension beleuchtet: Welche Rolle spielte Farbe in der Geschichte der Pflanzenverwendung, wie haben sich Farbkonzepte über unterschiedliche Zeiträume und Kulturen entwickelt, und welchen Einfluss haben sie auf heutige Gestaltungspraktiken? Aufbauend darauf wird untersucht, wie diese Prinzipien in pflanzplanerische Prozesse integriert werden können oder bereits Anwendung finden.
Die Arbeit reflektiert kritisch die bisherige Praxis der Farbgestaltung in der Pflanzenverwendung und entwickelt daraus Ansätze, Farbe als vielschichtiges, kontextabhängiges und bedeutungstragendes Gestaltungsmittel zu verorten und zu vermitteln. Es werden Konzepte und Lehransätze sowie exemplarische Materialien für integrierte Lehr- und Lernangebote entwickelt, die dem Thema Farbe in seiner Komplexität gerecht werden. Ziel ist die Entwicklung innovativer Anschauungsmaterialien, die in der Lehre eingesetzt werden können und Studierenden die Vielschichtigkeit des Themas Farbe in der Landschaftsarchitektur anschaulich vermitteln.
Damit wird die Rolle der Farbe sowohl im gestalterischen Diskurs als auch in der wissenschaftlichen Forschung der Landschaftsarchitektur gestärkt
- planerisch-wissenschaftliche Arbeit (wissenschaftlicher Text und Plakat, zzgl. Anschauungsmaterialien für die Lehre)
- max. 1 Platz zu vergeben
Entwicklungskonzept für den Botanischen Garten Dresden: Klimaanpassung des Gehölzbestandes
Masterarbeit
Auf Grundlage einer Bestandsbewertung entwerfen Sie ein Entwicklungskonzept für den Gehölzbestand des Botanischen Gartens Dresden, das in Hinblick auf prognostizierte Klimaveränderungen zukunftsfähig die Ertüchtigung vorhandener, teils seltener Gehölze prüft und – wo notwendig – den sukzessiven Umbau des Bestands (inkl. Sortimentsentwicklung) vorschlägt. Dabei wird ein integriertes Wasser- und Bodenmanagementkonzept zugrunde gelegt.
- planerisch-wissenschaftliche Arbeit (wissenschaftlicher Text und Pläne)
- max. 1 Platz zu vergeben
Eigene Themenvorschläge/ aktuelle Wettbewerbe
Melden Sie sich gerne, um individuelle Themenvorschläge abzustimmen. Auch Wettbewerbe mit einem Fokus auf Pflanzenverwendung sind als Themen geeignet. Sie finden aktuelle Ausschreibungen in unserem Aushang, selbst recherchieren ist ebenfalls erlaubt!
FAQ zu Abschlussarbeiten
Die häufigsten Fragen haben wir für Sie im FAQ zusammengefasst.
Es freut uns, dass Sie an einer Abschlussarbeit in unserem Lehrgebiet interessiert sind. Wenden Sie sich bitte an Frau Nora Huxmann, sie wird Sie über das weitere Vorgehen informieren.
Sehr gerne können Sie auch Ihr eigenes Abschlussarbeitsthema vorschlagen und mit uns besprechen. Der Vorschlag kann auch in Zusammenarbeit mit einem Partner aus der Praxis sein. Damit das Thema auch zu den Kriterien einer Abschlussarbeit passt, kommen Sie mit den Grundzügen der Idee auf uns zu und schreiben Sie per Mail an Frau Nora Huxmann. Auf dieser Grundlage können wir dann gemeinsam das Thema abrunden.
Grundsätzlich schon, jedoch bedarf es immer etwas mehr Absprache. Kommen Sie daher rechtzeitig auf uns und das zweite Lehrgebiet zu, damit wir die Betreuung abstimmen können.
Die Technische Universität Desden hat die Satzung zur Sicherung guter wissenschaftlicher Praxis, zur Vermeidung wissenschaftlichen Fehlverhaltens und für den Umgang mit Verstößen erlassen. Alle Angehörigen der TU Dresden sind verpflichtet, diese Satzung zu befolgen, sie zur Grundlage ihres wissenschaftlichen Arbeitens zu machen und in ihrem Wirkungsbereich aktiv zur Vermeidung wissenschaftlichen Fehlverhaltens beizutragen.
Weitere Informationen finden Sie auf der Seite zur guten wissenschaftlichen Praxis.