Raumkonzepte von Spezialstationen in Akutkrankenhäusern für die Versorgung von Patienten mit Demenz

Evaluation und Empfehlungen für die bauliche Gestaltung

Menschen mit Demenz gelten als vulnerable Patientengruppe im Akutkrankenhaus, für die ein Krankenhausaufenthalt häufig mit negativen Folgen verbunden ist. Sie sind mehr als andere Krankenhauspatienten vom Verlust noch verbliebener Fähigkeiten bedroht und ein Aufenthalt hat für sie aufgrund mangelnder körperlicher und geistiger Anregung häufig einen verstärkten Abbau der kognitiven und funktionellen Leistungsfähigkeit zur Folge. Dem Erhalt und der Förderung bestehender Ressourcen, wie beispielsweise Mobilität oder das Ausführen von Handlungen des täglichen Lebens, kommt daher neben der medizinischen und pflegerischen Versorgung der Betroffenen ebenfalls eine hohe Bedeutung zu. Wichtig ist hierfür eine ressourcenfördernde Ausgestaltung des sozialen und gebauten Umfelds, welche zu einer Aktivierung und zu eigenständigen Handlungen der Patienten mit Demenz führen. Um dem zu entsprechen, werden seit einigen Jahren im Zuge der Entwicklung demenzsensibler Konzepte in Krankenhäusern Maßnahmen auf unterschiedlichen Interventionsebenen durchgeführt. Ein Bestandteil eines demenzsensiblen Konzeptes in einem Krankenhaus ist dabei häufig die Einrichtung sogenannter Spezialstationen. Diese Stationen stellen ein besonderes Konzept für akut erkrankte und zusätzlich kognitiv eingeschränkte Patienten dar, das sich unter anderem auch durch die Umsetzung architektonischer Besonderheiten auszeichnet. Bisher sind Konzepte für Spezialstationen aus den Kliniken selbst heraus entwickelt worden und es zeigen sich große Unterschiede innerhalb der individuellen Konzepte. Eine systematische Zusammenstellung über Anforderungen, bestehende bauliche Konzeptionen sowie ein standardisierter Vergleich dieser baulichen Merkmale oder gar eine empirische Untersuchung zur Erfolgsüberprüfung der baulichen Merkmale in Bezug auf eine ressourcenfördernde Ausgestaltung des gebauten Umfelds stehen noch aus. Deswegen sollen in dieser Arbeit durch die Zusammenführung von empirischen Daten über räumlicher Bedarfe verschiedener Nutzergruppen mit Beobachtungsergebnissen zur Raumnutzung fundierte Gestaltungsempfehlungen für Raumkonzepte abgeleitet werden, die sowohl den personalseitigen Anforderungen als auch der Förderung bestehender Ressourcen bei Patienten gerecht werden.

Die Dissertation wird im Rahmen des von der Robert-Bosch-Stiftung geförderten, interdisziplinären Graduiertenkollegs „Menschen mit Demenz im Akutkrankenhaus“ am Netzwerk AlternsfoRschung (NAR) an der Universität Heidelberg durchgeführt.

Portraitfoto Julia Kirch © SGB

Doktorandin

Name

Dipl.-Ing. (FH) Julia Kirch M.A.

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Elisa Rudolph
Letzte Änderung: 23.11.2017