08.04.2026
"Bayern ist die Vorstufe zum Paradies" Neuer Forschungsartikel von Peter Rothe und Michael Krell erschienen
Peter Rothe und Michael Krell, beide wissenschaftliche Mitarbeiter an der Professur für Humangeographie der TU Dresden, haben in der Fachzeitschrift Raumordnung und Raumforschung ein neues wissenschaftliches Paper veröffentlicht, das kostenlos abgerufen werden kann. Die Zusammenfassung lautet wie folgt:
Die Christlich-Soziale Union (CSU) nimmt im deutschen Parteienspektrum eine Sonderrolle ein. Einerseits sieht sie sich selbst als äußerste demokratische Rechte neben ihrer Schwesterpartei Christlich Demokratische Union (CDU), andererseits folgt sie als bayerische Regionalpartei, die seit der Existenz des Freistaates immer den Ministerpräsidenten stellte, spezifischen Eigenlogiken. In den letzten Jahren ist sie innerhalb der politischen Debatte vielfach durch polemische und harte Angriffe auf ihre linken Konkurrentinnen, besonders die Partei Bündnis90/Die Grünen aufgefallen. Immer wieder nutzt sie dafür spezifische diskursive Anrufungen von Räumen, um ihre Erzählungen zu begründen oder zu veranschaulichen. Wir nehmen diese diskursiven Hervorbringungen von Raum in den Blick, indem wir die Aschermittwochsreden der CSU-Parteivorsitzenden zwischen 2015 und 2025 untersuchen. Unter der theoretischen Rahmung von Diskurs, Affekt und Place zeigen wir, wie die CSU über das diskursive Mittel des Place-Making das politisch Eigene und Andere hervorbringt und über diese spezifischen räumlichen Anrufungen mobilisiert. Analytisch schlagen wir vor, dieses diskursive Place-Making als verwoben mit der Mobilisierung von Affekten zu betrachten, die als populistische Mobilisierungsstrategie wirken. So zeigen wir, wieüber den Nexus von Place-Making und Affektivität die politische Position der CSU-Parteivorsitzenden vermittelt wird.