26.03.2026
"Stadt, Land, Weltverschwörung?" Neuer Forschungsartikel von Michael Krell erschienen
Erzählungen über Stadt und Land sind elementare Bestandteile rechtsextremer Narrative. Meist bestehen diese aus einer Abwertung der Großstadt, die in rechten Bewegungen seit dem Beginn der Moderne immer wieder auf verschiedene Art und Weise artikuliert wird. Das Land gerät dagegen zum Sehnsuchtsort, an dem die gesellschaftlichen Verhältnisse noch überschaubar und beherrschbar sind.
In der neuen Ausgabe der Zeitschrift für Rechtsextremismusforschung (ZRex) gehen Michael Krell, wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Professur für Humangeographie der TU Dresden, und Paul Nguyễn, wissenschaftlicher Mitarbeiter am Leibniz Institut für Länderkunde Leipzig (IfL), Frage nach, wie solche Erzählungen über Stadt und Land in die Mobilisierungsversuche der Freien Sachsen eingewoben sind. Dafür untersuchen sie, wie die rechtsextreme sächsische Regionalpartei in ihrer Zeitschrift, dem Aufgewacht-Magazin, über die Stadt und das Land schreiben. Die Ergebnisse der Studie zeigen, dass die Freien Sachsen die räumlichen Ebenen mit Verschwörungserzählungen zusammenbringen und Stadt und Land zu Schauplätzen einer angeblich stattfindenden Weltverschwörung machen - während in der Stadt verschwörerische Eliten regieren, die die Menschen unterjochen wollen, wird der ländliche Raum als unberührte Natur und Sammlungsort der eigenen Widerstandsbewegung idyllisiert. Damit versuchen sie, den Stadt-Land-Konflikt mit menschenfeindlichen Ideologien aufzuladen um Anhänger:innen zu mobilisieren.
Der Forschungsartikel ist unter folgendem Link kostenlos lesbar: Link