M. Sc. Lukas Thorenz
Rolle der Raumordnung und -entwicklung in Transformationsprozessen – eine Analyse am Beispiel der Region Dresden
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Motivation
In den letzten Jahren verschiebt sich die Rolle der Raumplanung zunehmend von der ordnenden zu einer entwickelnden Funktion. Aufgrund unterschiedlicher Transformationsprozesse (demographischer Wandel, Ansiedlung / Abwanderung von Industrien, …), welche häufig erhebliche Auswirkungen auf nachgelagerte Raumentwicklungsprozesse besitzen, steigt die Notwendigkeit einer nachhaltigen Raumentwicklung. Dabei gewinnen fachübergreifende interkommunale Kooperationen für eine gemeinsame Bewältigung der Herausforderungen zunehmend an Bedeutung – diese werden in der Literatur auch häufig als regional governance Strukturen bezeichnet. Aufgrund der Entwicklungen im Bereich der Chipindustrie im Dresdner Norden werden in den nächsten Jahren alleine in der Chipindustrie ca. 2.000 Arbeitsplätze geschaffen. Um den nachgelagerten Herausforderungen zu begegnen, plant die Stadt Dresden gemeinsam mit ihren Umlandgemeinden die Etablierung einer regional governance Struktur – der „Kommunalverbund Region Dresden“. Diese Arbeit soll die Veränderung der Rolle der Raumordnung und -entwicklung in Transformationsprozessen anhand der Fallstudie der Region Dresden analysieren.
Forschungsstand
In der wissenschaftlichen Literatur taucht immer wieder der Begriff der „regional governance“ auf, welcher eine Art Steuerung und Selbststeuerung in einer Region beschreibt. Beispiele für Formen der regional governance stellt die Region Hannover, der Kommunalverbund Niedersachen/Bremen, die Metropolregion Berlin-Brandenburg oder auch die Region Stuttgart dar. Vergleichbare Arbeiten zur Rolle der Raumordnung und -entwicklung in Transformationsprozessen sind in ihrer Anzahl beschränkt, jedoch verweisen bereits abgeschlossene Dissertationsvorhaben auf die Notwendigkeit vertiefter Untersuchungen hinsichtlich der Rolle der Raumplanung in regional governance Strukturen sowie deren Übertragbarkeitspotentiale. Diese Arbeit schließt an diesen Forschungsbedarf an.
Fragestellung / Ziele
Das allgemeine Forschungsziel besteht darin, die sich verändernde Rolle der Raumordnung und –entwicklung in regionalen Transformationsprozessen zu untersuchen. Insbesondere sollen bestehende Governance-Strukturen und Planungsinstrumente dahingehend analysiert werden, inwiefern diese in der Lage sind den nachgelagerten Raumentwicklungsprozessen und den damit entstehenden Bedarfen einer großskaligen Industrieansiedlung in der Region Dresden (Transformationsprozess) gerecht zu werden. Wesentliches Ziel der Arbeit stellt die Ableitung allgemeingültiger Aussagen und Lösungsansätze hinsichtlich der Bewältigung unterschiedlicher Transformationsprozesse dar und inwiefern regional governance Strukturen einen Beitrag diesbezüglich leisten können.
Vorgehen
Das Forschungsdesign basiert auf einem Mixed-Methods Ansatz. Dabei ist für die Erörterung des aktuellen Stands der Forschung, der unterschiedlichen regional governance Strukturen sowie bereits vorhandener Studien zur Region Dresden eine Literaturanalyse notwendig. Weiterhin sollen für die empirische Datenerhebung sowohl qualitative als auch quantitative Methoden zur Anwendung kommen. Die erhobenen Daten werden anschließend analysiert und ausgewertet. Hinsichtlich der Prüfung der Praktikabilität der Ansätze ist die Anwendung von Modell- und Auswirkungsanalysen vorgesehen. Die Ergebnisse sollen mithilfe von Experteninterviews verifiziert werden.