15.01.2026
Projekt erfolgreich abgeschlossen: Neuer Satellitenmonitor unterstützt das Monitoring von Dauergrünland
Dauergrünland-Monitor: https://dgl-monitor.community.code-de.org/
Projekt erfolgreich abgeschlossen: Neuer Satellitenmonitor unterstützt das Monitoring von Dauergrünland
Mit dem erfolgreichen Abschluss des Forschungsprojekts 3C – Copernicus Cross Compliance steht nun ein innovatives Werkzeug für das satellitengestützte Monitoring von Dauergrünland zur Verfügung. Das Gemeinschaftsprojekt des Sächsischen Landesamtes für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie (LfULG) und der Professur für Umweltfernerkundung der TU Dresden entwickelt Verfahren, um die Einhaltung der Anforderungen des Guten Landwirtschaftlichen und Ökologischen Zustands (GLÖZ) effizient und objektiv mit Fernerkundungsdaten zu unterstützen.
Im Mittelpunkt des Projekts stand die Nutzung frei verfügbarer Copernicus Sentinel-1- und Sentinel-2-Daten sowie moderner Verfahren des maschinellen Lernens, um Veränderungen auf landwirtschaftlichen Flächen automatisiert zu erkennen. Die entwickelten Methoden ermöglichen eine kontinuierliche Beobachtung von Dauergrünland und unterstützen die Umsetzung der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) der Europäischen Union.
Ein zentrales Projektergebnis ist der neue DGL Monitor, eine webbasierte Anwendung zur kontinuierlichen Analyse von Dauergrünlandflächen. Das System identifiziert Schläge, deren Vegetationsentwicklung deutlich von vergleichbaren Flächen unter ähnlichen Standort- und Witterungsbedingungen abweicht. Die Ergebnisse werden in einer Tabellenübersicht sowie in einem integrierten GIS-Viewer mit den zugrunde liegenden Satellitenbildern dargestellt und ermöglichen eine fachliche Bewertung möglicher Ursachen.
Der DGL Monitor unterstützt Mitarbeitende der landwirtschaftlichen Verwaltungen dabei, potenzielle Auffälligkeiten – beispielsweise Grünlandumbrüche, Nutzungsänderungen oder andere Eingriffe – frühzeitig zu erkennen und Kontrollen gezielt zu priorisieren. Die abschließende Bewertung erfolgt weiterhin durch die zuständigen Behörden.
Die Professur für Umweltfernerkundung der TU Dresden war für die Entwicklung und wissenschaftliche Evaluation der Fernerkundungs- und Machine-Learning-Verfahren verantwortlich. Der Online-Monitor wurde durch die Pikobytes GmbH technisch implementiert. Das Projekt zeigt beispielhaft, wie aktuelle Forschung im Bereich der Erdbeobachtung direkt in praxistaugliche Anwendungen für Verwaltung und Landwirtschaft überführt werden kann.
Obwohl der DGL Monitor gemeinsam mit dem LfULG für Sachsen entwickelt wurde, kann die Anwendung grundsätzlich auch in anderen Bundesländern eingesetzt werden, sofern eine landesspezifische Validierung erfolgt.
Mit dem erfolgreichen Abschluss des Projekts unterstreicht die enge Zusammenarbeit zwischen TU Dresden und dem LfULG, wie innovative Fernerkundungsverfahren zu einer effizienteren und nachhaltigeren Agrarverwaltung beitragen können.