26.06.2026
Ein Mitmachabend bei der Dresdner Langen Nacht der Wissenschaft 2026
Der Stand zum Thema „Sedimenttransport“ lud Besucher jeden Alters dazu ein, zu beobachten, Fragen zu stellen und zu experimentieren.
Eine Nacht voller Neugier und Entdeckungen
Am 26. Juni 2026 wurde die TU Dresden zu einem lebendigen Treffpunkt für Menschen, die Forschung hautnah erleben wollten. Am Stand der „Sediment Transport Group“ schlüpften Familien, Kinder und Wissenschaftsbegeisterte in die Rolle von Forschern. Anhand von vier einfachen, aber eindrucksvollen Demonstrationen machte das Team einen Prozess sichtbar, der Flüsse prägt, die Wasseraufbereitung unterstützt, Ingenieurbauwerke belastet und Umweltrisiken beeinflusst: die enge Wechselwirkung zwischen fließendem Wasser und den Partikeln, die es mit sich führt.
Der Stand war eher als Gesprächsrunde denn als Ausstellung konzipiert. Die Besucher mischten, gossen, drückten und beobachteten, wie sich das Wasser klärte oder trüb blieb, während Mitglieder der Forschungsgruppe „Sedimenttransport“ jede Beobachtung mit einem physikalischen Mechanismus in Verbindung brachten.
Wasser ist nur die halbe Wahrheit
Der Sedimenttransport wird nicht allein durch die Strömung bestimmt. Oberflächenladung, Kohäsion, Reibung, Kraftketten und Elastizität verleihen den Partikeln ihre eigene Mikrostruktur. Zusammen mit dem strömenden Wasser bestimmen diese Wechselwirkungen, ob Körner in der Suspension verbleiben, sich absetzen, aggregieren, sich stauen oder Spannungen an eine Grenze weiterleiten.
Durch praktische Vorführungen wurde die Physik auf Teilchenebene zu einem offenen Austausch zwischen Forschern, Kindern und Erwachsenen.
Vier Experimente, eine zusammenhängende Geschichte
Absetzung und Flockung
Der Sand setzte sich schnell ab, während feines Sediment das Wasser trüb hielt. Durch die Zugabe eines Flockungsmittels verbanden sich kleine Partikel zu größeren Aggregaten, die sich schneller absetzten – ein direkter Zusammenhang zur Wasseraufbereitung.
Kraftketten in einem Silo
Kichererbsen in einem Zylinder zeigten, dass Körner einen Behälter nicht wie eine Flüssigkeit ausfüllen. Durch ihre Berührungen wird ein Teil des vertikalen Gewichts auf die Wände umgeleitet – ein Effekt, der für Silos und die Infrastruktur von Bedeutung ist.
Maisstärke in Wasser
Die Mischung floss bei sanfter Bewegung, versteifte sich jedoch oder blockierte, wenn sie schnell bewegt wurde. Unter hoher Belastung bilden die Reibungskontakte ein vorübergehendes Netzwerk, das die Belastung wie ein Festkörper aufnimmt.
Weiche Hydrogel-Kugeln
Verformbare, reibungsarme Partikel, deren Anordnung sich deutlich von der von Sand oder Kichererbsen unterscheidet und die verdeutlichen, wie Elastizität und die bei jedem Kontakt geltenden Regeln das Verhalten der gesamten Mischung beeinflussen.
Mitglieder der TPH-Gruppe mischen Maisstärke und Wasser
Wissenschaft über die Grenzen des Labors hinaus
Das eindrücklichste Ergebnis war nicht eine einzelne Demonstration, sondern der Austausch darüber. Kinder probierten Ideen sofort aus … Erwachsene stellten einen Zusammenhang zwischen den Beobachtungen und schlammigen Flüssen, der Trinkwasseraufbereitung und technischen Bauwerken her. Die Fragen bewegten sich ganz natürlich von alltäglichen Erfahrungen hin zur Physik auf Teilchenebene. Indem das Team die Experimente offen gestaltet und zum Anfassen gemacht hat, zeigte es, wie Forscher Verständnis aufbauen: sorgfältig beobachten, eine Wechselwirkung verändern, die Reaktion vergleichen und Mechanismen im kleinen Maßstab mit Folgen im großen Maßstab verknüpfen.
Koordination des Standes
Dr. Franco Tapia und Maria Löffler, zusammen mit Mitgliedern der Arbeitsgruppe „Sedimenttransport“ am Lehrstuhl für Transportprozesse in Hydrosystemen.
Hauptquelle
Stand zum Sedimenttransport – Monitor-Briefing (2026). Fotos zur Verfügung gestellt von der Sedimenttransport-Gruppe (Veronika Saiz, Alexander Metelkin). Veranstaltungskontext: Offizieller Veranstaltungsrückblick der TU Dresden für das Jahr 2026.