16.12.2025
Nachwuchsgruppe Waldbezogene Umweltkommunikation
Dr. Sandra Liebal, die Leiterin der neuen Nachwuchsforschungsgruppe für Waldbezogene Umweltkommunikation
Forschung und Lehre an der Schnittstelle von Wald und Gesellschaft
Wie sprechen wir über den Wald – und wie prägt diese Kommunikation unser Wissen, unsere Einstellungen und unser Handeln? Genau hier setzt die Nachwuchs-Forschungsgruppe „Waldbezogene Umweltkommunikation“ an, die am 01. 11. 2025 an der Technischen Universität Dresden erfolgreich ihre Arbeit aufgenommen hat. Die Gruppe ist an der Fachrichtung Forstwissenschaften in Tharandt angesiedelt und gehört zur Professur für Tropische und Internationale Forstwirtschaft. Ermöglicht wird ihr Aufbau durch die Eva Mayr-Stihl Stiftung, die das Vorhaben mit mehr als einer Million Euro fördert und damit ein deutliches Zeichen für die Bedeutung gesellschaftlicher Fragestellungen in den Forstwissenschaften setzt.
Der Ausgangspunkt der Nachwuchsgruppe ist ein verändertes Berufsbild: Försterinnen und Förster sind heute nicht nur für Pflege und Bewirtschaftung des Waldes verantwortlich, sondern stehen zunehmend im Dialog mit Waldbesitzenden, Politik, Medien und Öffentlichkeit. Entsprechend groß ist der Bedarf an fundierten kommunikativen Kompetenzen. Ein zentrales Ziel der Nachwuchsgruppe ist es daher, die studentische Ausbildung im Bereich der waldbezogenen Umweltkommunikation gezielt weiterzuentwickeln. Bestehende Lehrangebote sollen ausgebaut, praxisnäher gestaltet und mit neuen, innovativen Lehr- und Lernformate angereichert werden. Studierende sollen lernen, komplexe forstliche Themen adressatengerecht zu vermitteln und Kommunikationsprozesse aktiv mitzugestalten.
Parallel dazu verfolgt die Nachwuchsgruppe ein eigenständiges Forschungsprogramm. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie Kommunikation über Wald entsteht und wirkt – in persönlichen Gesprächen, in Bildungssettings, in Organisationen oder in klassischen und sozialen Medien. Besonderes Augenmerk gilt der Wahrnehmung von Waldschutz und Waldnutzung sowie den damit verbundenen gesellschaftlichen Konflikten und Aushandlungsprozessen. Weitere Forschungsschwerpunkte liegen auf der Beteiligung von Bürgerinnen und Bürgern an der zukünftigen Waldentwicklung, der Zusammenarbeit zwischen unterschiedlichen Waldbesitzformen sowie der Selbst- und Fremdwahrnehmung des Forstsektors. Die Nachwuchsgruppe versteht sich dabei ausdrücklich als Brücke zwischen Forschung und Praxis und strebt eine enge Vernetzung innerhalb der TU Dresden sowie mit externen Partnern an.
Geleitet wird die Nachwuchs-Forschungsgruppe von Dr. Sandra Liebal. Nach ihrem Diplomstudium der Forstwissenschaften an der TU Dresden absolvierte sie einen Masterstudiengang in Umweltbildung an der Universität Rostock. Ihr beruflicher Werdegang ist von einer engen Verzahnung wissenschaftlicher Arbeit mit praktischer Tätigkeit geprägt: Neben ihrer akademischen Laufbahn ist Dr. Liebal seit vielen Jahren freiberuflich in der Wald- und Erlebnispädagogik tätig und entwickelt innovative Bildungs- und Vermittlungsformate rund um Wald und Nachhaltigkeit. Ihre Forschungsschwerpunkte liegen im Bereich Forest Governance sowie forstlicher Öffentlichkeits- und Bildungsarbeit. Dabei untersucht sie insbesondere, wie Wald und Forstwirtschaft wahrgenommen und kommuniziert werden und welchen Einfluss das auf politische Entscheidungsprozesse hat. Ergänzend engagiert sich Dr. Liebal als Generalsekretärin des SILVA Network für die Vernetzung der forstlichen Hochschulbildung in Europa. Für die Nachwuchs-Forschungsgruppe „Waldbezogene Umweltkommunikation“ verfolgt Dr. Sandra Liebal das Ziel, gemeinsam mit einem interdisziplinären Team aus wissenschaftlichen und studentischen Mitarbeitenden, Promovierenden sowie externen Expertinnen und Experten neue Wege der Verbindung von Forschung, Lehre und Praxis zu eröffnen.