Fahrzeugtechnisches Versuchszentrum
Das Fahrzeugtechnische Versuchszentrum (FVZ)) der TU Dresden
Das Fahrzeugtechnische Versuchszentrum der TU Dresden ist die zentrale Forschungsinfrastruktur der Professur für Kraftfahrzeugtechnik für experimentelle, hybride und digitale Fahrzeugentwicklung. Im FVZ werden neue Prüf- und Simulationsmethoden entwickelt, verknüpft und unter realitätsnahen, reproduzierbaren Bedingungen eingesetzt. Forschungsschwerpunkte sind insbesondere Fahrzeugphysik, Sicherheit und Effizienz, innovative Fahrzeug- und Antriebskonzepte sowie Methoden für das automatisierte und vernetzte Fahren.
Herzstück des FVZ sind zwei modernisierte Prüfstandshallen am Standort August-Bebel-Straße 32 in Dresden. Die ehemals militärisch genutzten Hallen wurden zu hochmodernen Versuchsbauten umgebaut und mit spezialisierter technischer Infrastruktur ausgestattet. Heute stehen dort auf mehr als 1.500 Quadratmetern insgesamt 14 Prüfstände, vier Messlabore und Werkstätten zur Verfügung. Schwingfundamente von bis zu 350 Tonnen, gelagert auf Luftfedern, ermöglichen hochpräzise Messungen und verhindern, dass sich Schwingungen zwischen einzelnen Prüfständen gegenseitig beeinflussen.
Gebäude 127 Hohe Halle
Das FVZ wurde mit maßgeblicher Unterstützung des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) aufgebaut. Das Gesamtinvestitionsvolumen betrug rund 37 Millionen Euro; davon wurden rund 33 Millionen Euro aus EFRE-Mitteln finanziert, weitere rund 4 Millionen Euro stellte der Freistaat Sachsen bereit. Damit konnte an der TU Dresden eine Forschungsinfrastruktur geschaffen werden, die durch ihren Praxisbezug, die Breite der Versuchsmöglichkeiten und die Verbindung von Experiment und Simulation eine besondere Stellung in der europäischen Forschungs- und Hochschullandschaft einnimmt.
Der Aufbau des FVZ erfolgte in mehreren Baufortschritten. Nach der Bestätigung des Bedarfs im Jahr 2011 wurden zunächst die Grundlagen- und Vorplanungen erarbeitet. 2013 konnte der Freistaat Sachsen das rund 1,4 Hektar große Gelände in der August-Bebel-Straße 32 erwerben; anschließend begann die Umsetzung des ersten Bauabschnitts. Dieser umfasste den Umbau und die Sanierung des Gebäudes 127 („Hohe Halle“) und lief von September 2013 bis Dezember 2014. Bereits Anfang 2015 begann der Einbau der ersten Prüfstände, seit März 2016 standen die ersten Versuchsanlagen für Forschung und Lehre zur Verfügung; im Mai 2017 wurde die Infrastruktur zusätzlich um einen modernen 4-Komponenten-Prüfstand für Elastomerlager erweitert.
Gebäude 127 Hohe Halle von hinten
Der zweite Bauabschnitt diente der Komplettierung des Standorts August-Bebel-Straße 32. Die Ausführungsplanung begann im Juni 2017, die bauliche Umsetzung startete 2018. In dieser Phase wurden die beiden Hallen 125 und 127 erweitert und vervollständigt, die Medienerschließung sowie die Außenanlagen des Gesamtstandorts ausgebaut und weitere Prüfstände sowie Funktionsräume eingerichtet. Laut der TU-Dresden-Seite zu den geförderten Bauprojekten lief dieser zweite Bauabschnitt von Januar 2016 bis Juli 2023; die offizielle Übergabe des neuen Fahrzeugtechnischen Versuchszentrums an die TU Dresden erfolgte am 27. Januar 2023. Seitdem bildet das FVZ einen wesentlichen Baustein der Forschungsinfrastruktur der TU Dresden für die Mobilität der Zukunft.