01.03.2026
Neues Drittmittelprojekt: Monitoring der Kommunalen Wärmeplanung in Deutschland
Deutschlands Weg zur Klimaneutralität erfordert eine fundamentale Transformation des Energiesystems, insbesondere im Wärmesektor, der bisher kaum Emissionsreduktion erreichen konnte. Die Entscheidungen privater und öffentlicher Akteure für spezifische Technologien bewegen sich im Spannungsfeld zwischen der politischen Verpflichtung zur Emissionsvermeidung, Ungewissheit bezüglich Technologie- und Preisentwicklungen und der Gefahr langfristiger Lock-In-Effekte. Darüber hinaus ergeben sich mit Festlegungen z.B. im Rahmen der Kommunalen Wärmeplanung Implikationen für die lokale und überregionalen Infrastrukturentwicklung, deren Folgen für das deutsche Energiesystem bisher wenig beleuchtet sind.
Das neue Forschungsprojekt MonKWP unter Beteiligung der Professur für Energiewirtschaft setzt hier an und entwickelt Werkzeuge für ein systemisches Monitoring der Wärmewende. Gemeinsam mit dem Institut für Energiewirtschaft und Rationelle Energieanwendung (IER) der Universität Stuttgart und der DVGW-Forschungsstelle am Engler-Bunte-Institut (DVGW-EBI) des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) wird mittels gekoppelter Energiesystemmodellierung und sektoralen Infrastrukturmodellen die komplexen Wechselwirkungen zwischen Wärme-, Strom-, Gas- und Wasserstoffnetzen auf kommunaler und nationaler Ebene analysiert. Ziel ist es, einen Bottom-Up-Ansatz zu entwickeln, der die Festlegungen der kommunalen Wärmepläne (KWP) mit der Systementwicklung und dem Ausbau der Transportnetze abstimmt. Die Ergebnisse sollen als Open Data bereitgestellt werden, um Entscheidungsträgern zu helfen, kohärente und kosteneffiziente Transformationspfade zu gestalten und teure Fehlinvestitionen zu vermeiden.
Das Verbundprojekt wird gefördert im Rahmen des 8. Energieforschungsprogramms (EFP) des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (BMWE).