29.05.2026
World Hydrogen Summit 2026: Indische Delegation baut deutsch-indische Wasserstoff-Partnerschaften auf
Im Rahmen des Programms H2Uppp – einer von der Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) durchgeführten Initiative des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie – wurde eine Delegationsreise mit Vertreter:innen indischer Behörden und Unternehmen organisiert. Die Initiative entwickelt Märkte für grüne Wasserstoff und PtX-Anwendungen durch strukturierte Public-Private Partnerships (PPP). Das Ziel der Reise war das World Hydrogen Summit 2026 in Rotterdam, wo sich über 400 Anbieter von Wasserstoff-Lösungen präsentierten. Jakob Baumgarten unterstützte das GIZ India Team bei der inhaltlichen Koordination und Moderation des gesamten Delegationsprogramms.
Die Delegationsreise begann mit vier Besichtigung von vier Standorten in der Region Duisburg: Das Stahlwerk Thyssenkrupp Steel Europe, das Elektrolyse-Unternehmen Thyssenkrupp Nucera mit seinem bahnbrechenden Carbon2Chem Projekt zur Umwandlung von Stahlwerk-Emissionen in Chemikalien, Siemens Energy mit ihren Wasserstoff-Lösungen sowie duisport – den weltgrößten Binnenhafen, der sich zu einem wichtigen Drehpunkt für nachhaltige Wasserstoff-Logistik entwickelt. Diese Exkursionen vermittelten den indischen Gästen einen unmittelbaren Eindruck davon, wie die europäische Wasserstoff-Industrie bereits arbeitet.
Zentral für die Reise war der mehrtägige Aufenthalt beim World Hydrogen Summit 2026 in Rotterdam. Die Delegierten erkundeten Ausstellungsstände von führenden Unternehmen und innovativen Newcomern im Bereich der Wasserstoffwirtschaft: Sie informierten sich bei Vopak über Speicherung und Import grüner Moleküle, besuchten Siemens Energy mit ihrem integrierten Lösungsangebot, diskutierten mit thyssenkrupp nucera über Gigawatt-Elektrolysetechnologien und nahmen an Gesprächen mit Bosch, SMA Altenso GmbH, Linde und CellCentric teil. Ein Highlight war die Entdeckung innovativer Speichertechnologie von AKROS Energy, die mit ungiftigen Salzlösungs-Konzepten arbeitet. Darüber hinaus beteiligten sich die Delegierten aktiv am 3. EU-Indien Green Hydrogen Business Forum teil. Eine abschließende Besichtigung des Port of Rotterdam offenbarte die logistische Infrastruktur für Europas Wasserstoff-Importe. Besonders beeindruckend war der im Bau befindliche ELYgator-Elektrolyseur mit 200 MW Kapazität – ein Projekt, das Rotterdam als europäisches Drehkreuz für grüne Wasserstoff-Derivate etabliert.
Der Kontext dieser Aktivitäten: Indiens erhebliche Steigerung der Solarkapazitäten von 5 GW (2015) auf über 154 GW (2026) bietet die energetische Grundlage für ehrgeizige Wasserstoffziele. Mit dem Ziel von 5 Millionen Tonnen grünem Wasserstoff bis 2030 eröffnen sich für deutsche Technologieanbieter – von Elektrolyseur-Herstellern bis zu Systemintegratoren – konkrete Marktchancen im PtX-Sektor. Hier konnte sich Jakob Baumgarten einbringen und ermöglichte durch gezielte Unternehmensauswahl eine Vermittlung deutsch-indischer Technologiepartnerschaften. Die Reise hat das Potenzial einer vertieften, deutsch-indischen Zusammenarbeit in der Wasserstoffwirtschaft demonstriert und schafft eine wichtige Grundlage für zukünftige Handelsbeziehungen, die zum beschleunigten Ausbau eines global-vernetzten Wasserstoffmarktes beitragen können.