24.07.2026
Warum kluge Finanzexperten schlechte Entscheidungen treffen
Neuer Beitrag von Philipp Richter und Peter Schäfer in Strategic Finance (IMA)
Finanzexperten gelten als rationale Entscheider. Sie rechnen, sie prüfen, sie kalkulieren. Und trotzdem liegen sie regelmäßig daneben: bei Leistungsbeurteilungen, bei Prognosen, bei Investitionsentscheidungen. Warum?
Die Antwort liefert unser neuer Beitrag „Managing Cognitive Bias in Finance: A Practical Framework for Better Decisions", erschienen bei Strategic Finance, dem Praktikermagazin des Institute of Management Accountants (IMA). Kognitive Verzerrungen unterlaufen auch erfahrenen Führungskräften, sobald Urteile subjektive Anteile enthalten. Ankereffekte verzerren Prognosen, der Halo-Effekt färbt Leistungsbeurteilungen, Bestätigungsfehler machen aus Analysen Selbstbestätigung. Das Tückische daran: Expertise schützt nicht. Sie erzeugt Selbstsicherheit, und Selbstsicherheit macht blind für die eigenen Denkfehler.
Der Beitrag zeigt, wie Finanzorganisationen gegensteuern. Ein praxisorientiertes Framework hilft Führungskräften, Verzerrungen in ihren Urteilsprozessen zu erkennen und systematisch zu entschärfen: durch strukturierte Entscheidungsprozesse, bewusst integrierte Gegenpositionen und Urteilsroutinen, die Intuition und Kontrolle verbinden.
Der Artikel setzt die langjährige Zusammenarbeit des Lehrstuhls mit dem IMA fort und übersetzt Erkenntnisse der verhaltensorientierten Controllingforschung in konkrete Handlungsempfehlungen für die Praxis.
Zum Artikel: Managing Cognitive Bias in Finance