07.01.2026
Neue Publikation: Zeitpunkt des Schuleintritts und Persönlichkeitseigenschaften im Erwachsenenalter
Anton Barabasch, Kamila Cygan-Rehm und Andreas Leibing, von der Professur für quantitative Verfahren, insb. Ökonometrie, haben eine neue Studie im European Economic Review veröffentlicht, welche die langfristigen Effekte eines späteren Schuleintritts auf Persönlichkeitseigenschaften untersucht.
Zur Identifikation dienen die gesetzlichen Stichtagsregelungen für die Einschulung in Deutschland und eine Regressions-Diskontinuitäts-Analyse. Die Studie zeigt, dass relativ ältere Kinder beim Schuleintritt im Erwachsenenalter dauerhaft niedrigere Neurotizismuswerte aufweisen. Dieser Effekt wird vollständig von Frauen getragen. Dies ist besonders relevant für Geschlechterunterschiede am Arbeitsmarkt, da Frauen über den gesamten Lebensverlauf hinaus typischerweise deutlich höhere Neurotizismuswerte aufweisen, was für Arbeitsmarktergebnisse nachteilig sein kann. Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass familiäre Entscheidungen über die Einhaltung, bzw. die Umgehung von Stichtagsregelungen, eine langfristige Auswirkung auf geschlechtsspezifische Unterschiede in sozio-emotionalen Fähigkeiten haben kann.
Quelle: Barabasch, A., Cygan-Rehm, K., & Leibing, A. (2026). Timing of school entry and personality traits in adulthood. European Economic Review, 105236. DOI: https://doi.org/10.1016/j.euroecorev.2025.105236