21.10.2026
Neue Publikation zu den langfristigen Einkommenseffekten des Einschulungsalters
Die gemeinsame Studie der Professoren Kamila Cygan-Rehm und Matthias Westphal (FernUniversität Hagen) mit dem Titel „School Starting Age and the Gender Pay Gap Over the Life Cycle“ wurde im Journal of Applied Econometrics veröffentlicht.
Die Studie zeigt, dass Stichtage für den Schuleintritt nicht nur administrative Vorschriften sind, sondern dass sie Karrieren und geschlechtsspezifische Unterschiede weit über den ersten Schultag hinaus prägen können. Die Studie leistet einen Beitrag zur bestehenden Literatur über die langfristigen Auswirkungen des Einschulungsalters auf die Arbeitsmarktverläufe, indem sie geschlechtsspezifische Unterschiede bei diesen Auswirkungen sowie deren Folgen für geschlechtsspezifische Ungleichheiten über den gesamten Lebensverlauf hinweg untersucht. Der Lebenszyklusansatz baut auf früheren Erkenntnissen von Fredriksson und Öckert (2014) aus Schweden auf und erweitert diese.
Anhand deutscher Verwaltungs- und Erhebungsdaten (NEPS) zeigen die Autoren, dass es für Männer, die nach dem gesetzlichen Schulbeginn geboren wurden – also diejenigen, die später in die Schule kommen –, nur vernachlässigbare Auswirkungen auf das Lebenseinkommen gibt. Bei Frauen stellen sie hingegen positive Effekte fest, insbesondere im Alter zwischen 25 und 35 Jahren. Diese geschlechtsspezifischen Unterschiede treten auf, obwohl sich ein späterer Schulbeginn ähnlich auf den Bildungsabschluss auswirkt. Stattdessen deuten die Ergebnisse darauf hin, dass eine spätere Geburt und eine stärkere Bindung an den Arbeitsmarkt nach der ersten Geburt plausible Mechanismen für die positiven Effekte bei Frauen sind.
Link zum vollständigen Artikel: Cygan-Rehm, K., & Westphal, M. School starting age and the gender pay gap over the life cycle. Journal of Applied Econometrics. DOI: 10.1002/jae.70095
Weniger fachspezifische Zusammenfassungen finden Sie unter:
- the IZA@LISER Network (auf Deutsch): “Mehr als eine Frage der Schulreife: Wie Stichtage den Lebenslauf prägen”
- Psychology Today (auf Englisch): “Born a Day Too Early?”