Grußwörter zum 10. Sächsischen Datensalon
Wir freuen uns, anlässlich unserer Veranstaltung die Grußwörter von
- Herrn Armin Schuster, Sächsischer Staatsminister des Innern, sowie von
- Prof. Dr. Roswitha Böhm, Prorektorin Universitätskultur und Internationalisierung der TUD
präsentieren zu können.
Grußwort von Herrn Armin Schuster, Sächsischer Staatsminister des Innern
Armin Schuster, Sächsischer Staatsminister des Innern
Sehr geehrte Damen und Herren,
schon der Titel der heutigen Veranstaltung, »STADT. LAND. ZUKUNFT?« Junge Erwachsene zwischen Abwanderung und Perspektive, macht deutlich, dass es um mehr geht als um die Frage, wo junge Menschen leben. Es geht um Perspektiven, Teilhabe und die Zukunft unserer Gesellschaft.
Der geringe Anteil an jungen Menschen in den ländlichen Räumen Sachsens ist heute bereits zu spüren. Fachkräfte fehlen vielerorts und viele Unternehmen haben Schwierigkeiten, Ausbildungsstellen zu besetzen.
Viele sächsische Gemeinden stehen vor gleichen Herausforderungen: Die demografische Entwicklung seit der Wiedervereinigung bestimmt die heutige Bevölkerungsstruktur. Schwindende Geburtenraten, beträchtliche Abwanderungen und geringer Zuzug von Menschen mit gesuchten Qualifikationen sind die Ursachen dafür, dass der Anteil der älteren Bevölkerung wächst. Der Anteil junger Menschen an der Einwohnerzahl ist gering, und die Gesellschaft sorgt sich, dass sich dieser Anteil in Zukunft weiter verringert. Städte und Gemeinden suchen Lösungen, das Leben auf dem Land auch für jüngere Generationen wieder erstrebenswert zu machen.
Junge Erwachsene stehen heute vor wichtigen Entscheidungen: Wo finde ich gute Ausbildungs- und Arbeitsmöglichkeiten? Wo kann ich bezahlbar wohnen? Wo finde ich Gemeinschaft, kulturelle Angebote und die Chance, mein Leben nach meinen Vorstellungen zu gestalten? Die Antworten auf diese Fragen entscheiden häufig darüber, ob junge Menschen in ihrer Heimat bleiben oder wegziehen. Entscheidend ist deshalb nicht das Entweder-Oder, sondern die Frage, wie wir attraktive Lebensbedingungen schaffen können – mit guter Infrastruktur, modernen Bildungsangeboten, leistungsfähiger Digitalisierung, verlässlicher Mobilität und vielfältigen Möglichkeiten zur Mitgestaltung.
Ich freue mich, dass der diesjährige Datensalon diese Fragen aufgreift und dass Vertreterinnen und Vertreter aus Wissenschaft, Politik und Praxis zusammen unterschiedliche Perspektiven einbringen und gemeinsam nach Lösungen suchen.
Ich danke allen Mitwirkenden, den Referentinnen und Referenten sowie den Organisatorinnen und Organisatoren herzlich, die diese Veranstaltung möglich gemacht haben. Ebenso danke ich Ihnen, liebe Gäste, für Ihr Interesse und Ihre Bereitschaft, sich an dieser wichtigen Diskussion zu beteiligen.
Ich wünsche spannende Impulse, anregende Gespräche und gute Begegnungen.
Mit besten Grüßen,
Armin Schuster
Sächsischer Staatsminister des Innern
| Das Grußwort können Sie hier herunterladen. |
Grußwort von Prof. Dr. Roswitha Böhm, Prorektorin Universitätskultur und Internationalisierung der TU Dresden
Sehr geehrte Damen und Herren, sehr geehrte Teilnehmende,
liebe Gäste,
Prof. Dr. Roswitha Böhm, Prorektorin Universitätskultur und Internationalisierung
die Frage, ob junge Menschen nach Sachsen kommen, hierbleiben oder nach einer Ausbildung oder einem Studium wieder gehen, lässt sich nicht allein mit Arbeitsplätzen oder Bevölkerungszahlen beantworten. Es geht auch um die Frage: Finde ich hier einen Ort, an dem ich mich zuhause fühle und an dem ich mir mein Leben vorstellen kann?
Ein solcher Ort entsteht nicht allein durch gute Rahmenbedingungen. Er entsteht durch Beziehungen, durch soziale Teilhabe und durch das Gefühl der jungen Erwachsenen, dazuzugehören – unabhängig davon, ob sie hier aufgewachsen oder neu zugezogen sind.
Gerade in biografischen Übergangsphasen können solche Fragen an Bedeutung gewinnen. Der Beginn eines Studiums oder einer Ausbildung, der Eintritt in das Berufsleben, die Gründung einer Familie oder ein Umzug in eine neue Stadt verändern den eigenen Lebensmittelpunkt. Zugleich können gerade diese Übergänge mit Unsicherheit und Einsamkeit verbunden sein. Umso wichtiger sind Orte und Strukturen, die Begegnung ermöglichen und Zugehörigkeit schaffen – von Vereinen und sozialen Initiativen über Nachbarschaften bis hin zu kulturellen und gesellschaftlichen Angeboten.
Für junge Familien stellt sich diese Frage noch einmal in besonderer Weise. Die Vereinbarkeit von Beruf und Familie, verlässliche Kinderbetreuung, angemessener Wohnraum und gute Mobilitätsangebote sind wichtige Voraussetzungen. Aber auch die Möglichkeit, soziale Kontakte aufzubauen und sich im eigenen Lebensumfeld als Teil der Gemeinschaft zu erleben, gehört zu einem attraktiven Lebensort.
Damit wird deutlich: Die Attraktivität einer Region bemisst sich auch an ihren sozialen und kulturellen Angeboten. Und sie ist eine gemeinsame Aufgabe. Kommunen, Verwaltung, soziale Einrichtungen, Bildungsinstitutionen, Arbeitgeber:innen und zivilgesellschaftliche Akteur:innen können jeweils einen Beitrag dazu leisten, dass aus einem Ort ein Lebensmittelpunkt werden kann.
Das betrifft auch die Hochschulen. Die Technische Universität Dresden (TUD) zieht junge Menschen aus unterschiedlichen Regionen und Ländern an. Sie ist damit selbst ein wichtiger Ort des Ankommens und der Begegnung. Unser Anspruch muss sein, jungen Menschen nicht nur hervorragende Studien- und Forschungsmöglichkeiten zu bieten, sondern ihnen auch Perspektiven für ein Leben nach dem Studium zu eröffnen.
Denn für Sachsen ergibt sich damit eine doppelte Chance: Junge Menschen kommen hierher, um zu studieren, sich weiterzubilden und ihre berufliche Zukunft zu gestalten. Und zugleich kann Sachsen für diese Menschen zu einem Ort werden, an dem sie – mit je unterschiedlichen Lebensentwürfen – langfristig leben, arbeiten, Familien gründen und gesellschaftliche Verantwortung übernehmen.
Gerade deshalb ist der Austausch zwischen Wissenschaft und Praxis so wertvoll. Der Datensalon des Centrums für Demografie und Diversität und des Statistischen Landesamtes Sachsen schafft seit inzwischen zehn Veranstaltungen einen solchen Raum. Er verbindet wissenschaftliche Expertise mit Erfahrungen aus Verwaltung, Politik und gesellschaftlicher Praxis und ermöglicht es, Entwicklungen nicht nur anhand von Daten zu betrachten, sondern gemeinsam nach ihren Ursachen und Konsequenzen zu fragen.
Ich freue mich daher sehr, dass der diesjährige Datensalon den Blick auf junge Erwachsene richtet und dabei erneut unterschiedliche Blickwinkel zusammenbringt. Gerade die Verbindung von demografischer Entwicklung mit Fragen von sozialer Identität, Familie, Zugehörigkeit und gesellschaftlicher Teilhabe eröffnet wichtige neue Perspektiven auf die Zukunft Sachsens.
Mein herzlicher Dank gilt dem Statistischen Landesamt Sachsen sowie dem Förderverein der Psychologie der TU Dresden e. V. und dem Hauptsponsor Tecan/IBL für die finanzielle Unterstützung des Datensalons. Ebenso danke ich den Organisator:innen, den Referent:innen und allen beteiligten Wissenschaftler:innen, die ihre Expertise einbringen und mit ihren Beiträgen – unter anderem in interaktiven Formaten – zur Diskussion einladen.
Ich wünsche Ihnen einen erkenntnisreichen 10. Datensalon, interessante Begegnungen und einen offenen Austausch darüber, wie ein Studien-, Ausbildungs- oder Arbeitsort für junge Erwachsene ein Ort zum Leben und Bleiben werden kann.
Prof. Dr. Roswitha Böhm
Prorektorin Universitätskultur und Internationalisierung der TUD
| Das Grußwort können Sie hier herunterladen. |