05.03.2026
Neue Nachwuchsforschungsgruppe: Dr. Anna Czarkwiani erforscht die Regeneration des Schwerkraftsinns
Dr. Anna Czarkwiani
Dr. Anna Czarkwiani startet eine neue Nachwuchsforschungsgruppe am Zentrum für Regenerative Therapien Dresden (CRTD) der TU Dresden. Ihr Team wird den Schwerkraftsinn und die Regeneration im Innenohr untersuchen, wobei der Fokus auf dem mexikanischen Salamander, dem Axolotl, liegt. Ihre Forschung wird durch einen Starting Grant des Europäischen Forschungsrats (ERC) unterstützt.
Der Schwerkraftsinn ist einer unserer ältesten Sinne, doch auf zellulärer Ebene gehört er noch immer zu den am wenigsten verstandenen. Er ermöglicht es uns, das Gleichgewicht zu halten und uns im Raum zu orientieren. Diese Fähigkeit hängt von winzigen Biomineral-Kristallen im Innenohr ab, den sogenannten Otokonien. Der Verlust dieser Kristalle durch Alterung oder Krankheit kann zu Schwindel und Gleichgewichtsstörungen führen. Die Gruppe um Dr. Czarkwiani möchte verstehen, wie Sinneszellen und Otokonien beim Axolotl regenerieren – eine Fähigkeit, die dem Menschen weitgehend fehlt. Das langfristige Ziel ist es, diesen uralten Sinn besser zu verstehen und letztlich die Entwicklung von Behandlungen für Gleichgewichtsstörungen zu unterstützen.
„Ich freue mich riesig, meine eigene Forschungsgruppe hier am CRTD zu starten. Mit einzigartiger Expertise in der Regenerationsbiologie und hochmodernen Technologie-Plattformen ist es wirklich das richtige Umfeld, um den Fragen nachzugehen, die mich wirklich interessieren“, sagt Dr. Czarkwiani. „Das CRTD, das CMCB und der Life-Science-Campus in Dresden bieten ideale Bedingungen für den Start als junge Gruppenleiterin.“
Ein großer Gewinn für das CRTD
Dr. Czarkwiani, die zuvor als Postdoktorandin am CRTD tätig war und unter anderem die Auszeichnung L’Oréal-UNESCO „For Women in Science“ erhielt, setzte sich im hochkompetitiven Auswahlverfahren des Europäischen Forschungsrats durch.
„Es ist ein herausragender Erfolg für unser Institut, eine so talentierte Wissenschaftlerin wie Dr. Czarkwiani bei uns zu halten“, sagt Prof. Marius Ader, Direktor des CRTD. „Die Gründung ihrer Gruppe mit einem ERC Starting Grant unterstreicht die internationale Qualität ihrer Forschung, und wir freuen uns sehr, dass sie ihre Arbeit hier fortsetzen wird.“
Über Dr. Anna Czarkwiani
Anna Czarkwiani schloss ihren Bachelor of Science in Humangenetik und ihren Master of Research in Stammzellen und Entwicklung am University College London ab. Im Jahr 2012 erhielt sie ein PhD-Stipendium des Wellcome Trust, um ihre Promotion in Entwicklungs- und Stammzellbiologie bei Prof. Paola Oliveri über die Skelettregeneration beim Schlangenstern zu absolvieren. 2018 wurde sie mit einem Humboldt-Forschungsstipendium ausgezeichnet und wechselte an das Zentrum für Regenerative Therapien Dresden (CRTD), wo sie mit Dr. Maximina H. Yun an der Regeneration des Thymus beim Axolotl arbeitete. Während ihrer Zeit als Postdoktorandin wurde sie zudem Mutter von zwei Kindern.
Ihre Leistungen wurden vielfach gewürdigt. Im Jahr 2022 erhielt sie die L'Oréal-UNESCO-Auszeichnung „For Women in Science“. 2023 wurde Dr. Czarkwiani mit einem Maria-Reiche-Postdoctoral-Fellowship der TU Dresden ausgezeichnet, um die Entwicklung ihrer unabhängigen Forschung zu unterstützen. Im Jahr 2025 erhielt sie einen Starting Grant des Europäischen Forschungsrats (ERC), um ihre Forschungsgruppe zur Untersuchung der Regeneration des Schwerkraftorgans beim Axolotl zu gründen.